"Doch von Zeit zu Zeit explodieren wir, nicht aus Protest gegen jemand bestimmten, sondern um die Ankunft Mêros hinauszuschieben."
"Die Spiele der jungen Hähne" ist eine Sammlung an Kurzgeschichten, eine Aneinanderkettung von Episoden aus einer Kleinstadtjugend. Wer das Werk Rafik Schamis kennt, der wird sich bei diesem Roman an die Gassenjungenstreiche aus "Der ehrliche Lügner" und "Eine Hand voller Sterne" erinnert fühlen. Denn Barakats Roman bildet die Kehrseite von Schamis blumigem Syrien ab. Nicht Damaskus ist der Ort des Geschehens, sondern eine "Nicht-Stadt", in welcher der Erzähler aufwächst. "Schonungslos realistisch" nennt der Klappentext dieses Werk. Und in der Tat, in einer harten, staubigen Sprache, einer Sprache, die kein "blumiges Arabisch", sondern der erdige Dialekt kurdischer Bauern ist, schildert Barakat das Aufwachsen in einer von Fatalismus geprägten Gesellschaft. Es gibt keine Gründe und daher auch keine Folgen, das Geschehen der Episoden steht wie umzusammenhängend nebeneinander, nur verbunden durch die wiederkehrenden Protagonisten. "Barakat versetzt seine Leser in einen Rausch", schrieb Martin Z. Schröder in der Berliner Zeitung. Es ist ein Rausch, aber ihm fehlt alles Schöne; es ist ein erdiger, sandiger, steiniger, blutiger Rausch. Wer das Wort vom "Stillstand der arabischen Welt" verstehen will, sollte dieses Buch lesen.