Mit wachem Blick für die sinnlichen Details und einem Ohr für das Echo des Vergangenen durchstreift Stephan Wackwitz eine der faszinierendsten Städte der Welt. Fern davon, Östliches gegen Westliches auszuspielen, verdichten sich seine feinen Beobachtungen zu poetischen Bildern, die die Irritation des Blicks als ein Abenteuer des Verstehens erzählen – ein Flaneur in der Tradition der großen Essayisten der 30er Jahre.
Wackwitz beendet seine Tokyoter Notizen mit dem Verweis auf den Aufstand vom 26. Februar 1937, bei dem der liberale Finanzminister von Nationalisten ermordet wurde. Er selbst erzählt das am 26 Februar 1993, an einem "strahlend kalten Frühlingsmorgen". Das Buch habe ich nun zufällig am 26. Februar 2017 beendet, hier macht sich der Frühling deutlich bemerkbar. Ein zufälliger Zeit-Dreisprung.