Auf den ersten Blick sind sie eine ganz gewöhnliche Familie: Linda, ihr namenloser Partner, drei Kinder. Doch es ist der erste gemeinsame Urlaub zu fünft und der Härtetest für die noch junge Beziehung. Lindas Ehe ist gescheitert, ihr Partner hat seine Frau durch eine Krankheit verloren, und nun fahren sie zusammen ans Meer, um dort die Sommerferien zu verbringen.
Linda spürt ständig den Schatten der verstorbenen Vorgängerin, der wie eine Mauer zwischen ihr und dem Freund steht. Gerne wäre sie dem vierzehnjährigen Vincent eine Mutter, doch an den launischen Teenager kommt sie nicht nahe genug heran, obwohl sich ihre beiden Töchter ganz gut mit ihm verstehen.
In der "Du-Form" reflektiert Linda in diesem schmalen, groß gedruckten Büchlein über die Untiefen ihrer Beziehung. Man spürt, wie viel sie belastet, dass die Vergangenheit sie beide stark geprägt hat, vielleicht zu stark, als dass diese Partnerschaft eine wirkliche Zukunft hätte, obwohl sie es sich doch so sehr wünscht, dass sie funktionieren kann. Aber viel zu häufig kann sie ihn einfach nicht verstehen, sein brüskes Verhalten, seine Abwehrhaltung, sein Eigenbrötlertum ... beinahe hat sie schon die Hoffnung aufgegeben, dass das etwas wird zwischen ihnen beiden.
Eine melancholische Sommergeschichte voller leiser Töne, die mir gut gefallen hat, obwohl ich die Einstellung der Erzählerin manchmal etwas zu negativ fand.