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Bluff

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Im Thriller sprechen Deutschland und die USA nicht dieselbe Sprache. Denn in punkto Spannung trennt der große Teich beizeiten Welten. Was Autoren wie Philipp Kerr, Michael Crichton oder Stephen King an wahren Spannungsfeuerwerken scheinbar mit Leichtigkeit gelingt, klingt bei Autoren hier zu Lande mitunter ziemlich fad. Nun aber ist einer in Deutschland angetreten, einen Thriller von amerikanischem Ausmaß zu schreiben. Bernhard Sinkel heißt der Mann, der schon durch Bücher wie Deutschland im Herbst oder Der Kinoerzähler zu Ruhm und Publikum gekommen ist. Und was eignete sich für Sinkels Unterfangen besser, als seinen Roman in der dunklen Welt zweier Geheimdienste spielen zu lassen, deren Tätigkeit den Atlantik überspannt und deren Machenschaften niemandem so richtig durchschaubar sind? Als Kind ist der mit enormen Gedächtnisfähigkeiten ausgestattete Raoul Levkowitz von einem Stasi-Offizier als inoffizieller Mitarbeiter missbraucht worden. Nach der Wende gelingt es ihm, sich zu rächen, indem er eine Liste mit Deck- und Klarnamen von in den USA tätigen Stasi-Schläfern vernichtet, die der Geheimdienstler dem CIA versprochen hatte; natürlich nicht, ohne sie sich vorher genauestens eingeprägt zu haben. Zehn Jahre später holt die Vergangenheit beide Protagonisten wieder ein. Denn in den USA scheint einer der geheimnisvollen Schläfer aufgewacht zu sein. Nachdem der seriöse Roman zur Jahrtausendwende die Wiedervereinigung für sich entdeckt hatte, ist sie jetzt auch im Thriller angekommen. Klar natürlich, dass die Zeugnisse einer untergehenden kommunistischen Sonne in Bluff auch ohne hohe Mauer lange Schatten in die deutsche Gegenwart werfen. Dabei ist es Sinkel tatsächlich gelungen, amerikanische Thrillertradition mit deutscher Kriminalkultur zu mischen. Zudem hat er es geschafft, ernste Geschichte und gute Unterhaltung zu einem spannenden Mix zu vereinen. So abstrus sein Plot in der Zusammenfassung vielleicht auch klingen Über eine Strecke von nahezu 280 Seiten trägt er erstaunlich gut. Kein Michael Crichton oder Philipp Kerr, aber besser als der deutsche Thriller und sein Ruf. --Thomas Köster

Paperback

Published July 31, 2005

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