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Gutes Geld. Roman in drei Anleitungen

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German

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Ernst Augustin

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Displaying 1 - 2 of 2 reviews
Profile Image for Klaus Mattes.
858 reviews18 followers
April 19, 2026
Der Münchner Autor Ernst Augustin, geboren in Schlesien, als junger Mann Arzt und dann Psychiater in der DDR, Jahrgang 1927, wie Martin Walser, deutsche Schriftsteller werden alt (er starb 2019 mit 92), war Mitte der sechziger Jahre von Hans-Werner Richter zu einer Lesung der Gruppe 47 gebeten worden, hatte dann Romane veröffentlicht und war immer noch ein fast Unbekannter, als er 2012 mit „Robinsons blaues Haus“ auf der Shortlist zum Deutschen Buchpreis landete. (Den Ursula Krechel bekommen hat, auch sie eine, die schon sehr lange dabei war.) Es mag an Augustins ausgesprochener Verschrobenheit liegen, die einem beispielsweise in „Gutes Geld“ alle halbe Seite fragen lässt, wohin er mit all dem überhaupt noch will.

Nachdem der Erzähler mehrere Jahre im Haus seines Onkels Augustin Fajngold gelebt hat, wo es vier Wohnungen auf mehreren Stockwerken gibt, mit Klingelschildern samt Namen, aber Onkel wie Haushälterin, eine kräftig kompakte Ex-Sportlerin ( „Sie bekommt nichts, sie hat vielleicht schon zu viel bekommen.“), waren die einzigen Bewohner, stirbt Onkel Fajngold, der, ohne dass es dem Erzähler je völlig aufgegangen wäre, ihn nach und nach auf den Beruf eines Geldfälschens vorbereitet hatte. Der junge Mann ist jetzt also Universalerbe. Nur von was denn, das ist die Frage. Zusammen mit der (möglicherweise) Hammerwerferin macht er sich an die Untersuchung des Gebäudes.

Der Onkel war sich darüber im Klaren, daß er selbst wohl mehr oder weniger nur als Wetter wahrgenommen wurde, als allgemeine Klimazone. Trotzdem bemühte er sich bisweilen, einen persönlichen Kontakt herzustellen. Betrachtete etwa den Franz aus fünf Zentimetern Abstand mit dem Vergrößerungsglas, wobei dieser deutliche Wesenszüge annahm, kleine braune Spielfühler und Flügel wie Spitzenkragen, wie die Bluse einer Dame. Aber Fusselchen, sagte der Onkel, wie kann man denn so niedlich aussehen. Das Fusselchen jedoch wird sich kaum angesprochen gefühlt haben, was es selber sah, war ein blauweißes Auge etwa von der Größe Bayerns, durch das Glas überdimensioniert, Wimpern wie Eisenbahnzüge und einen Lidschlag wie das Ausgehen des Tageslichts - nach der anderen Zeitrechnung dürfte er wohl mehr als eine Stunde gedauert haben. Der Lidschlag der Ewigkeit.

Ich fand es recht amüsant und unterhaltend, aber nicht wirklich komisch, obwohl es zu mir als gebundene Reedition aus der „Süddeutsche Zeitung Bibliothek des Humors“ kam. Versponnen halt, aber ich dachte nicht, dass man diesen Schriftsteller kennen und sich öfters gönnen sollte.
Profile Image for Bernd.
151 reviews6 followers
December 9, 2009
Cheerful little story laced with irony, sometimes even a hint of sarcasm. Convincing characterizations, all in all an entertaining book, but not as good as "Der Fall Evelyn B.".

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Leicht heitere Geschichte mit einer Prise Sarkasmus und überzeugenden Charakterisierungen – gut, jedoch nicht so gut, wie Der Fall Evelyn B.
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