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Die Villa

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Als ein älterer, erfolgreicher Theaterkritiker eines Tages die Todesanzeige von Elisabeth Lauterbach liest und ihre Beerdigung besucht, wird er mit der vielleicht aufregendsten Episode in seinem Leben drei Monate in einem Sommer Anfang der fünfziger Jahre in einer Villa am See. Er, Robert, Student an der Münchner Universität, sollte die Bibliothek des verstorbenen Kunsthändlers Otto Lauterbach ordnen. Seine Tochter Elisabeth leitet den großbürgerlichen Haushalt, ihren Mann, einen Düsseldorfer Fabrikanten, hat sie vor die Tür gesetzt, energisch versucht sie, nach den Verwüstungen des Krieges in den veränderten Verhältnissen der Nachkriegszeit Fuß zu fassen. Robert kommt als neugieriger und genauer Beobachter in diesen Haushalt, gewinnt bald die Zuneigung und das Vertrauen einiger Familienmitglieder und Bewohner und wird Schritt für Schritt in die Geschichte und die Geheimnisse der Familie eingeweiht. Und eine Initiation wartet auf ihn, das überraschendste Erlebnis seines Lebens.
In seinem ersten Roman erzählt Reinhold Neven Du Mont anschaulich und präzise, fesselnd und eindringlich die Geschichte einer Familie zwischen dem Ende der zwanziger und den beginnenden fünfziger Jahren, von Karrieren und Katastrophen, von Macht und Verrat und von einer ersten, unübertroffen gebliebenen Liebe

315 pages, Hardcover

First published January 1, 2009

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Profile Image for Barbara.
725 reviews27 followers
January 2, 2017
Lange stand das Buch ungelesen bei mir im Regal. Der Debütromans eines Neven DuMonts (eine Verleger-Dynastie, kann man fast sagen) weckte meine Neugier: Kann er schreiben? Das Cover verhinderte jedoch viele Jahre, dass ich das Buch in die Hand nahm. Ebenso die Befürchtung, dass es mit der Schreibkunst halt doch nicht so weit her sein könnte.

Als ich mich nun von dem ungelesenen Buch trennen wollte, warf ich doch einen ernsthaften Blick hinein; las nach der ersten auch die zweite Seite, dann die dritte und damit wanderte das Buch auf den Nachttisch. Ja, er kann schreiben. Zwar nicht überwältigend-poetisch, aber treffend und zur Geschichte der Familie Lauterbach, die im Zentrum steht, passt.

Zum Inhalt: Als bereits älterer Mann liest Robert eine Todesanzeige, die ihn an drei Sommermonate am Starnberger See erinnern, die Erinnerungen hatten sich präzise gehalten. Die Zeit in der Villa Lauterbach in den 1950er Jahren war für den damals jungen Studenten, der als Ferienjob die Hausbibliothek ordnen und katalogisieren sollte, mit besonderen Gefühlen verbunden, in deren Mittelpunkt Elisabeth Lauterbach, die seine Mutter hätte sein können, stand.

Die Lektüre Revue passieren lassend, stelle ich mir die Frage nach der Erzählperspektiven. Da gibt es den Ich-Erzähler Robert, der über Tagebücher, die er findet, auch Zugang zu den Gedanken von Luise Lauterbach, Elisabeths Mutter, hatte. Dennoch erfährt man sehr viel über frühere Zeiten und Innensichten anderer Personen der Familie bzw. des Haushalts. Es gibt also auch noch eine weitere Erzählperspektive, die jedoch nicht klar abgesetzt ist. Insgesamt ergibt sich das Bild einer bürgerlichen Familie über zwei Generationen hinweg, die v.a. die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts und die Erzählgegenwart, die Jahre nach dem 2. Weltkrieg, abdeckt. Interessant, wenn auch nicht mitreißend. Der Titel "Die Villa" passt dazu, denn das Haus am See ist dient nicht nur als Kulisse für die Familiegeschichte, es IST die Familiegeschichte.

Der Autor selbst verbracht übrigens die Jahre des 2. Weltkriegs im Elternhaus der Mutter am Starnberger See, während der Vater in Köln weilte.
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