|4,0*| Hannes Lindemann ist in einem Serienfaltboot über den Atlantik gefahren. In dem selben Modell in dem meine Eltern und ich Paddeln gehen! Wer nicht denkt, dass das absoluter Wahnsinn ist, hat entweder noch nie ein Faltboot gesehen oder noch nie den Atlantik gesehen. Und das ist nicht unbedingt die m positiven Sinne gemeint.
Besonders glatt ist es nicht gelaufen, Lindemann leidet eigentlich von der Minute an, in der er sich in sein Boot setzt. Das war ihm vorher bereits bewusst, daher hat er sein Unterbewusstsein zuvor mithilfe des „autogenen Trainings“ darauf vorbereitet. Er hat dadurch eindrucksvoll gezeigt, dass die Psyche des Schiffbrüchigen den wahrscheinlich größten Einfluss auf sein überleben hat. Ein Problem hatte er allerdings mit dem Schlaf, denn schlafen und gleichzeitig ein Boot über den Atlantik steuern geht eben nicht so gut.
Am Anfang des Buchs sind die Erzählungen noch etwas zusammenhangslos, später wird es flüssiger und man bekommt einen besseren Eindruck von seinem Leben auf See. Am Ende des Buches fasst der Autor seine Empfehlungen für Schiffbrüchige kurz zusammen. Da sind durchaus interessante Tipps dabei. Wäre ich dafür mit einem Faltboot über den Atlantik gefahren? Sicher nicht! Aber davon zu lesen kann schon interessant sein.