Ein Mann, eine Frau, ein Verbrechen aus Leidenschaft.
Der Architekt Konrad Walbaum entdeckt seine ehemalige Geliebte Carla unter Passanten am Potsdamer Platz. Die Liaison liegt 15 Jahre zurück. Aber kann das wirklich der Grund dafür sein, dass Carla ihn nicht mehr erkennt? Konrad stellt ihr nach, doch Carla bleibt spröde. Über ihr Leben erfährt er nicht viel. Carla hat gute Gründe für diese Zurückhaltung: Sie hat einen Mord auf dem Gewissen und ist dafür ins Gefängnis gegangen. Doch seit sie Konrad wiedergetroffen hat, scheint ihr, als habe sie den Falschen getötet.
Konrad begegnet einer alten Flamme wieder und seither passieren ihm und in seiner Umgebung viele ungewöhnliche Unfälle.
Seit Carla Konrad wiedergesehen hat, fragt sie sich, ob sie nicht den falschen Ex umgebracht hat.
Wer Opfer und wer Täter ist, ist hier von Anfang an gegeben, die Frage ist wann und wie es passieren wird. Abwechseln erfahren wir die Handlung aus der Sicht von Carla und Konrad. Die Autorin lässt den Gedanken ihrer zwei Protagonisten freien Lauf. Finde ich einen sehr spannenden und ungewöhnlichen Ansatz. Es ist ihr auch gelungen, die zunehmene psychische Verwirrung von Carla zu vermitteln. Allerdings war dieser Schreibstil für mich auch sehr anstrengend zu Lesen, es kam mir vor als hätte der Text kein Punkt und Komma.
Ein Buch wie eines, das ich selber geschrieben hätte. Verrückt, sinnlich, mit schönen und mit hässlichen Bildern und in einer dynamischen Sprache geschrieben, die es erlaubt, schnell zwischen Gegenwart, Vorstellungen und Erinnerungen zu schalten.
Wie die normalste Sache der Welt wird die Sehnsucht einer jungen kranken Frau beschrieben, die Liebe von Unzertrennlichkeit nicht unterscheidet, sowie ihre Unfähigkeit, weder das Schönste noch das Traurigste in ihrem Leben zu vergessen. Zudem wird die Handlung von kuriosen Zufällen begleitet und angespannt bis zu einem fast filmischen Ende.
Was mir besonders gefiel war der Einblick in ihre Gedanken, ihre Eigeninterpretation der Geschehnisse, die immer schien, im Denken, Fühlen und Handeln vom "Normalen" abzuweichen. Interessant fand ich auch das verwirrte Gefühl von Schuld, die sie nach ihren Taten empfand, und ihre Erleichterung an deren Scheitern. Umso mehr jedoch ihre selbstverständliche Bereitschaft, sie immer wieder zu begehen - als läge das einfach in der Gewissheit des Moments und sie wäre absolut machtlos dagegen.
In Konrad habe ich mich natürlich verknallt :) Ich liebe solche Männerfiguren.