Die Beschaftigung mit der Rolle des Staates in der Wissensgesellschaft und mit Wissen als Ressource staatlicher Gestaltungsmacht ist bisher uber Ansatze nicht hinausgekommen; Debatten und Begriffsbildungen finden eher dort statt, wo die private Wirtschaft betroffen ist. Und wenn uber das Wissen des Staates gesprochen wird, werden die Grenzen disziplininterner Fragestellungen meist nicht uberschritten. Der vorliegende Band mochte auf die Moglichkeiten disziplinubergreifender Zusammenarbeit aufmerksam machen. Im Mittelpunkt steht der Zusammenhang zwischen staatlicher Wissensbasierung und staatlicher Handlungsfahigkeit in historischer und aktueller Welche Bedeutung ist der Akkumulation von Wissen fur die europaischen Staatsbildungsprozesse einzuraumen? Auf welche Art und Weise pragte spater wissenschaftliches Wissen die Regierungs- und Verwaltungstatigkeit? Wie kann heute staatliche Wissensarbeit unter den Bedingungen von Ungewissheit, Komplexitat und Nichtwissen funktionieren? Und welche Chancen und Risiken bergen Okonomisierung und Informatisierung wissensbasierten Verwaltungshandelns. Der Band versammelt sich diesen Fragen widmende Beitrage aus Geschichte, Rechtswissenschaft, Politologie, Soziologie, Okonomie, Philosophie, Ethnologie, Informationswissenschaft, Psychologie und Kunst sowie aus der Verwaltungspraxis.