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Diplomate, pour quoi faire ?

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« Traiter l’étranger, c’est-à-dire l’autre, qu’il soit proche ou lointain, non par la force brute ou par la soumission mais par l’intelligence et la subtilité, voilà la mission du diplomate. » J. B.

Le monde a-t-il encore besoin de diplomates ? Pourrait-on se passer, dans les rapports internationaux, de ces personnages qui, entre technicité et art consommé des contacts personnels, s’affairent dans les coulisses de l’histoire ? Derniers remparts avant la guerre, ils sont aussi les artisans du retour à la négociation, quand le pire s’est produit. Jérôme Bonnafont fait ici l’éloge de la diplomatie au service de l’État, de la nation, de l’aspiration à une société internationale ordonnée.
Vade-mecum pour diplomate, débutant ou confirmé, cet ouvrage s’adresse à toute personne intéressée par l’action extérieure de la France. Il offre une visite guidée du Quai d’Orsay (et d’organismes internationaux comme l’ONU), de son organisation et de ses pratiques. C’est aussi un traité du négociateur. Parsemé de portraits de figures remarquables, de Talleyrand à Kissinger ou Lavrov, de rappels sur l’histoire des relations internationales et de la politique étrangère française ainsi que sur la construction européenne, ce livre est une mine d’informations sur la diplomatie, ses traditions et ses évolutions, et sur les différents centres de décision à l’échelle nationale ou internationale.
Ce texte est surtout une défense et illustration du rôle des diplomates et de leur art, avec leurs idéaux, leurs ambiguïtés et leurs grandeurs, en des temps où, plus que jamais, on débat de leur fonction.

330 pages, Paperback

Published September 7, 2022

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February 14, 2026
Diplomatie zwischen Subtilität und Granit
Bonnafont beschreibt Diplomatie als ein Handwerk der Subtilität. Doch Figuren wie Andrei Gromyko zeigen die andere Seite der Medaille: Diplomatie als steinerne Geduldsprobe. Gromyko, der fast drei Jahrzehnte lang das sowjetische Gesicht nach außen war, perfektionierte die Kunst, Stillstand als moralischen Sieg zu inszenieren. Während Bonnafont den Dialog sucht, erinnert Gromykos Erbe daran, dass Diplomatie mitunter schlicht darin besteht, so lange „Njet“ zu sagen, bis der Gegner vor Erschöpfung das Verhandlungstablett abräumt.

Sokratischer Spott: Die Gromyko-Maske
„Aber sag mir, Sokrates, ist der Diplomat nicht auch ein Künstler des Verstummens? Sieh dir diesen Gromyko an, den sie ‚Genosse Njet‘ nannten. Ist es nicht eine göttliche Ironie, dass ein Mann, dessen Aufgabe das Gespräch war, Weltruhm erlangte, indem er das Wort ‚Nein‘ wie ein unbezwingbares Schild vor sich hertrug?
Er saß in den prachtvollen Hallen der Macht wie eine unbewegliche Sphinx. Während die Hegemonen mit ihren Raketen rasselten, polierte er sein ‚Njet‘, bis es glänzte. Er bewies uns: Die höchste Stufe der Diplomatie im Zeitalter der Großmächte besteht nicht darin, sich zu einigen, sondern so ausdruckslos zu verharren, dass der Feind glaubt, er spreche mit einer Statue aus Granit. Ist das nicht die wahre Weisheit? Wenn man nichts sagen will, sagt man es so oft, bis es zur Weltgeschichte gerinnt!“

Das steinerne Protokoll
Gromyko war der Inbegriff der System-Diplomatie. Er funktionierte wie ein perfekt programmierter Algorithmus, lange bevor es KIs gab:
Wenn Input = Forderung des Westens, dann Output = „Njet“.
Was wäre aus der Menschheit geworden, wenn sie heute noch mit Telex kommunizieren würde?
Gromyko und das Telex waren Seelenverwandte. Das Telex ist ein Medium der Endlosigkeit und der Redundanz – genau wie Gromykos Verhandlungsführung. Er hätte ein Telex-Gerät stundenlang nur das Wort NJET tippen lassen können, während er in Ruhe seinen Tee trank. Die moderne Diplomatie ist viel zu hektisch für einen Typus wie ihn; heute muss man auf X (ehemals Twitter) sofort reagieren. Gromyko hingegen hätte die 280 Zeichen vermutlich genutzt, um 140-mal „Nein“ zu schreiben. Das Telex verlieh der diplomatischen Sturheit jene physikalische Schwere, die digitalen Debatten heute fehlt.
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