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Ginsterhöhe

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Eine Geschichte von Liebe und Mut in unruhigen Zeiten 1919: Körperlich und psychisch schwer versehrt kehrt der junge Bauer Albert Lintermann in sein Heimatdorf Wollseifen zurück. Seine Frau Bertha begegnet ihm mit Abscheu und Entsetzen. Doch Albert lässt sich nicht unterkriegen, und es gelingt ihm, seinen Platz in der Familie und der Dorfgemeinschaft wiederzufinden, nicht zuletzt, weil ihm Leni, die Verlobte seines im Krieg gefallenen Freundes, dabei hilft. Eine Zeitlang sieht es so aus, als könne das Leben wieder in geordneten Bahnen die Familie wächst, der Hof wird größer und trotz der zunehmenden Inflation hält der Fortschritt Einzug in Wollseifen. Bis die Nationalsozialisten in die karge ländliche Idylle einfallen und das Schicksal der kleinen Eifelgemeinde und ihrer Bewohner für immer besiegeln …  

401 pages, Kindle Edition

Published November 24, 2022

80 people want to read

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Anna-Maria Caspari

5 books1 follower

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5 stars
40 (32%)
4 stars
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3 stars
27 (21%)
2 stars
3 (2%)
1 star
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Displaying 1 - 29 of 29 reviews
Profile Image for Nadine Schrott.
692 reviews67 followers
September 27, 2023
Ein überaus berührendes Buch.... !

Eine mahnende Geschichte über die Grausamkeit des Krieges...

Albert kommt nach dem 1. Weltkrieg in sein Eifeldorf zurück....doch er hat schwere Gesichtsverletzungen erlitten. Seine Familie hat einen großen Bauernhof und nimmt ihn gut wieder auf....doch Alberts Ehefrau kommt mit der Situation überhaupt nicht zurecht.
Albert versucht wieder im Alltag anzukommen....doch die zwanziger Jahre haben große Herausforderungen bereit....

Ein wirklich gut recherchiertes, historisch authentisches Buch, dass mich komplett überzeugen konnte!

Absolut lesenswert!
Profile Image for Havers.
906 reviews21 followers
January 10, 2023
Der 1. Weltkrieg ist zu Ende. Die Überlebenden kehren in ihre Heimat zurück, jeder von ihnen verwundet. Unsichtbar die einen, sichtbar die anderen. Zu letzteren gehört Albert, ein Eifelbauer aus Wollseifen, dessen Gesichtshälfte durch eine Verwundung entstellt ist, die dafür sorgt, dass seine Frau auf Distanz zu ihm geht (was allerdings kaum relevant für die Handlung ist). Auch wenn das tägliche Leben schwierig und die Bestellung der Felder mangels ordentlicher Gerätschaften problematisch ist, aufgeben ist und war keine Option, weder für die Zurückgebliebenen noch für die Heimkehrer. Allmählich blüht das Dörfchen wieder auf und der Fortschritt hält Einzug. Doch mit der allmählichen Ausbreitung des Nationalsozialismus und der Einflussnahme durch dessen Unterstützer aus ihren eigenen Reihen, steht den Wollseifenern die nächste Bewährungsprobe ins Haus. Mit ungeahnten Folgen für die Menschen, das Dorf und die Region.

„Ginsterhöhe“ ist sowohl Heimatkunde als auch ein stückweit Zeitgeschichte. Anna-Maria Caspari, lebt in der Eifel und hat sich zu diesem Roman durch die wechselhafte Geschichte des Dörfchens Wollseifen inspirieren lassen, das unweit der ehemaligen NS-Schulungsstätte Vogelsang lag. Nach Ende des Zweiten Weltkriegs wurde das Gelände von den Briten besetzt, die das Dorf räumen ließen, sämtliche Gebäude zerstörten und dort einen Truppenübungsplatz errichteten, der ab 1950 vom belgischen Militär bis ins Jahr 2006 als Truppenübungsplatz genutzt wurde. Auf Initiative des Fördervereins Wollseifen wurden ab diesem Zeitpunkt zahlreiche Ruinen restauriert und das Gelände zu einer Besinnungs- und Gedenkstätte auf- und ausgebaut, die für die Öffentlichkeit zugänglich und als Bodendenkmal eingetragen ist.

Verpackt in eine informative Romanhandlung (zwischen 1919 und 1949) zeigt Caspari an individuellen Schicksalen anschaulich die Jahre zwischen den beiden Weltkriegen, die Anstrengungen, die die Rückkehr zur Normalität ermöglichen sollte, aber auch die verheerenden Auswirkungen, die das Erstarken des Nationalsozialismus für diese strukturschwache Region hatte.
Profile Image for books_of_sven.
78 reviews10 followers
January 15, 2023
Heimat. Was ist Heimat? Ist es der Ort, an dem ich aufgewachsen bin, da, wo meine Familie lebt, da, wo ich mich aktuell befinde? Oder sogar mein Bücherzimmer, in dem ich die meiste Zeit hocke, wenn ich daheim bin?

Caspari beschreibt dieses Thema anhand des kleinen Eifeldorfs Wollseifen, in das der aus dem Krieg schwer verwundete Albert zurückkehrt. Wir begleiten ihn, aber auch seine Familie, Freunde und Nachbarn durch die Geschichte, von der Nachkriegszeit bis über den zweiten Weltkrieg. Dabei erleben wir Angst, Scham, Freude und Leid. Und das hat die Autorin wunderbar eingefangen, auch wenn ich mir hier und da noch etwas mehr Emotionen gewünscht hätte – wobei der nüchterne, aber wunderbar flüssige Schreibstil hier sehr gut passt. Ich hätte mir manchmal aber gern ein paar Seiten mehr gewünscht, da mir gewisse Zeiträume etwas kurz vorkamen.

Die Charaktere sind wunderbar beschrieben, sie sind mir ans Herz gewachsen und ich habe mit ihnen gebangt und gehofft, ein Verlust saß tief und erfreuliche Dinge haben mich auch gefreut.

Caspari hat eine spannende wie eindrucksvolle Reise durch die deutsche Geschichte geschrieben und fantastische Charaktere erschaffen. Trotz kleiner Kritikpunkte eine Empfehlung meinerseits.
Profile Image for Elisa.
180 reviews
May 22, 2023
Ich weiß nicht, irgendwie konnte es mich nicht überzeugen - schlecht fand ich es aber auch nicht. Ich muss dazu sagen, dass ich zwischendurch super wenig gelesen habe, es kann sein, dass das meine Meinung auch irgendwie beeinflusst, weil es sich dadurch super gezogen hat. Aber auch bezogen auf den Schreibstil konnte mich das Buch nicht überzeugen, mir war der Stil irgendwie zu "simpel", fast so, als wäre das Buch für Jüngere geschrieben (was nicht der Fall ist). Mir waren einige Situationen auch zu sehr an den Haaren herbeigezogen und wirkten auf mich zu konstruiert. Ich habe tatsächlich auch mit keiner der Personen richtig mitgefühlt.
Trotzdem fand ich die Entwicklung des Dorfes ganz interessant, insbesondere weil ja auch viele wahre Fakten mit eingebaut wurden. Und ich hab mich immer gefreut, wenn Köln erwähnt wurde, haha
Profile Image for Katzenkindliest.
598 reviews40 followers
December 28, 2024
Nachdem mir Perlenbach überraschend gut gefallen hatte, hat mir Ginsterhöhe überraschend wenig gut gefallen. Auch hier bin ich mit den Personen nicht richtig warm geworden. Wirklich störend habe ich aber die oberlehrerhaften "Tagebucheinträge" des Lehrers empfunden. Da hat Frau Caspari es sich ziemlich einfach gemacht, geschichtliche Fakten unterzubringen... 2.5 Sterne von mir.
Profile Image for Kathrin Olzog.
231 reviews18 followers
May 27, 2023
Sehr gut zu lesendes historisches Buch - es spielt in Wollseifen in der Eifel direkt nach dem 1. Weltkrieg. Gut recherchiert und interessant geschrieben
Note: 2+ (auch wenn es eben kaum literarisch ist)
Profile Image for Sabrina.
561 reviews3 followers
January 9, 2026
Für mich das dritte Buch der Reihe - und genauso empfehlenswert und berührend!
265 reviews2 followers
December 20, 2022
Die Wüstung Wollseifen und die ehemalige Ordensburg Vogelsang gehören zu meinen liebsten Ausflugszielen in der Eifel. Nirgends werde ich so nachdenklich wie dort, wo die Geschichte so greifbar ist. „Ginsterhöhe“ von Anna-Maria Caspari ist ein Roman basierend auf der wahren Geschichte des Ortes, erzählt anhand der Schicksale mehrerer dort lebender fiktiver Menschen. Ein bewegendes Buch, das stark nachhallt.
Aber von vorn.
1919 kommt Jungbauer Albert Lintermann als einer der letzten Heimkehrer aus dem 1. Weltkrieg zurück ins Eifeldorf Wollseifen. Der Krieg hat ihm neben seinem halben Gesicht auch seinen besten Freund, dem Schmied Hennes, genommen. „Sei froh, dass sie dich nicht im Sarg nach Hause gebracht haben. Alles andere richtet sich schon von selbst“, damit hält er sich aufrecht, als seine Frau Bertha sich bei seinem Anblick voller Entsetzen abwendet. Wichtig ist ja sowieso eher, dass er anpacken kann, wie früher und noch alle Gliedmaßen hat. Albert hat es nicht leicht, die steigende Inflation ist noch eines seiner geringsten Probleme. Sein Sohn Karl wird in der Schule gehänselt und im Ort werden Witze auf Alberts Kosten gemacht, weil er, der früher sehr gutaussehend war, nun so entstellt ist, „dass die Milch sauer wird“. Daher lässt er sich das Gesicht so gut wie möglich operativ wiederherstellen.
„Hier im Dorf kommt so langsam alles wieder in Tritt, und wenn man sieht, wie geschäftig alle ihrem Alltag nachgehen, sollte man beinahe meinen, das Kriegsgeschehen sei nur ein böser Traum gewesen“ schreibt der Lehrer Martin Faßbender. Und das stimmt. Das Leben geht weiter. Kinder werden geboren, andere werden beerdigt. Und dennoch zeigt sich, dass im Dorf ein neuer Wind weht. Denn schon bald zieht mit dem Gutsherren Johann Meller einer ein, der „nationalistischen Parolen“ schwingt und „ein bisschen zu viel von Rasse“ redet. Meller ist natürlich Feuer und Flamme, als direkt gegenüber von Wollseifen auf dem Erperscheid die „Nazi-Ordensburg“ Vogelsang gebaut werden soll und ein Flugplatz auf dem Walberhof geplant wird. Nach und nach greift das nationalsozialistische Gedankengut um sich, auch der Pastor malt sich die „Zukunft mit dem Bauvorhaben in leuchtenden Farben aus“.
Der Rest ist Geschichte. Die Alliierten beschießen Wollseifen in der Endphase des 2. Weltkrieges, Ende 1944/Anfang 1945 wird ein Großteil des Dorfes zerstört. Ende eines Traums. Ende eines Dorfes. Aber nicht das Ende der Geschichte. Gerade hatten die Bauern ihre Felder wieder bestellt, da mussten sie das Dorf innerhalb von zwei Wochen zum 1. September 1946 räumen. „Wir müssen uns fügen, dachte Albert bitter. Immer ist da jemand, dem wir gehorchen müssen“ - sie gehorchten in der Hoffnung auf eine baldige Rückkehr und wurden enttäuscht. Das Dorf und die Umgebung wurden zum Sperrgebiet erklärt und dann als Truppenübungsplatz genutzt, keiner der ursprünglichen Bewohner durfte zurückkehren. Heute kann man die Überreste besichtigen, die zerstörte Kirche und das Erdgeschoss der Schule wurden wieder aufgebaut.
„Ginsterhöhe“ ist nicht nur ein Buch über die Geschichte von Wollseifen und die Zeit des Nationalsozialismus. Es ist ein Buch über Generationenkonflikte, wo die jeweils Älteren die Jüngeren ausbremsen und die Jüngeren alles besser zu wissen glauben. Über Zeitenwandel, in vielerlei Hinsicht unruhige Zeiten, über Verblendung, verklärte Vorstellungen von Krieg und endgültig zerstörte Träume. Ein Buch, das inhaltlich und formal besticht. Es ist sprachlich ansprechend und punktet durch liebevoll ausgearbeitete Charaktere, anschauliche Landschaftsbeschreibungen und eine perfekt eingefangene Stimmung. Die linear erzählte Geschichte wird durch die Tagebucheinträge des Lehrers unterbrochen, der sehr sachlich und neutral Gedanken, Dorfgeschehen und Zeitgeschichte einordnet. Ein Buch, das als Warnung dienen sollte, wie heute noch Burg Vogelsang nahe am Dorf aufragt, „eine steinerne Mahnung an das, was passiert war.“ Für mich ein echtes Highlight, daher von mir fünf Sterne.
Profile Image for Detlef.
340 reviews4 followers
December 30, 2022
»Ginsterhöhe« von Anna-Maria Caspari ist ein Roman, der in erschreckender und beklemmender Weise einen Bogen von der Vergangenheit zum Heute spannt und zeigt, wie wenig sich die Menschheit gewandelt wird und dass bei Kriegen immer nur die Unschuldigen verlieren.

Die Handlung liegt zwischen dem ersten und zweiten Weltkrieg auf dem Lande im Dorf Wollseifen in der Eifel. Albert Lintermann kehr mit einer schlimmen Verletzung aus dem Krieg zurück. Seine Gesichtsverletzung scheint ihn zu einem Monster zu machen. Doch das Leben muss weitergehen und so beginnt er, den Hof wieder richtig zu bewirtschaften. Den Bauern geht es schlecht, weil die Politik kaum Anstalten machte, ihre Lage zu verbessern. Da agieren unterschiedliche Gruppen, um gegen die praktizierten Regeln vorzugehen. Unter anderem auch die aufkommenden NSDAP-Nazis mit ihren braunen SA-Truppen. Als schützende Hand geben sie vor, sich für die Bauern einzusetzen.

Das Leben in Wollseifen wird immer schwerer, die Ungerechtigkeit macht sich breit, nachdem die Nazis beschlossen haben, die Burg Vogelsang als Reichsausbildungsstätte und einen Flugplatz dort zu bauen. Zwar bringen die Bauarbeiter etwas Aufschwung für die Menschen der Region, aber mit Beginn des zweiten Weltkrieges wird das Dorf mit seinen Wehrmachtsstützpunkten ein beliebtes Bombardierungsziel.

Albert Lintermann mag in dieser Situation nicht einfach nur zwischen Schwarz und Weiß unterscheiden. Er ist der Meinung, dass man sich nicht bedingungslos jeder neuen Strömung anschließen sollte.

»Ginsterhöhe« ist die Geschichte eines Menschen, seiner Familie, seines Dorfes und einer ganzen Region. Albert ist vom ersten Weltkrieg gezeichnet und dennoch muss er zusehen, wie Deutschland erneut auf einen Krieg zusteuert. Es spielen sich viele dramatische Szenen zwischen den im Charakter so unterschiedlichen Figuren ab, die manchmal beklemmend wirken. Natürlich gibt es die „Guten“, aber das Leid, welches sie durch engstirnige, vertrottelte Menschen erleiden müssen ist so immens, dass die Freundschaft zwischen Albert und dem italienischen Kneiper Simonis wohltuend wirkt.

Anna-Maria Caspari hat einen beeindruckenden Roman geschrieben, der aufgrund der wirtschaftlichen Lage zur damaligen Zeit zwar düster und manchmal beklemmend wirkt, aber immer wieder helle Momente hat.

Die Dorfgemeinschaft in der Eifel wird mikroskopisch auseinandergenommen. Die Figuren mit ihren Eigenschaften bilden den Mittelpunkt. Dabei bleibt es nicht nur bei Albert und seiner Familie. Die Leser lernen sehr viele andere Leute kennen. Detailreich werden deren Einstellungen und Handlungsweisen begründet, so dass man manche Handlungen zwar nicht gutheißen, aber doch verstehen kann.

Die Ausstattung dieses Buches bietet noch ein weiteres Vergnügen. Zunächst sind Zitate aus dem Aufzeichnungen und Tagebüchern des Lehrers von Wollseifen zwischen die Kapitel gestreut. Zeitlich passend zum Kontext belegen sie, was tatsächlich geschah bzw. dass das Geschehen wirklich so gewesen sein konnte, wie die Autorin es geschrieben hat.

Außerdem gibt es in der vorderen Umschlagklappe eine Landkarte rund um Wollseifen, welche einem Hilfe gibt, die einzelnen Ortschaften geografisch einzuordnen. In der hinteren Umschlagklappe sind einige Fotos der damaligen Zeit abgebildet. Das alles passt perfekt.

Der empfehlenswerte Roman »Ginsterhöhe« von Anna-Maria Caspari zeigt einen Spiegel der heutigen Gesellschaft anhand einer Handlung, die vor fast einhundert Jahren spielt. Ein wunderschöner Roman, der zum Innehalten und Nachdenken anregt.

© Detlef Knut, Düsseldorf 2022
1,431 reviews7 followers
January 18, 2023
Ergreifende Familiengeschichte

Covertext:
1919: Körperlich und psychisch schwer versehrt kehrt der junge Bauer Albert Lintermann in sein Heimatdorf Wollseifen zurück. Seine Frau Bertha begegnet ihm mit Abscheu und Entsetzen. Doch Albert lässt sich nicht unterkriegen, und es gelingt ihm, seinen Platz in der Familie und der Dorfgemeinschaft wiederzufinden, nicht zuletzt, weil ihm Leni, die Verlobte seines im Krieg gefallenen Freundes, dabei hilft. Eine Zeitlang sieht es so aus, als könne das Leben wieder in geordneten Bahnen verlaufen, die Familie wächst, der Hof wird größer und trotz der zunehmenden Inflation hält der Fortschritt Einzug in Wollseifen. Bis die Nationalsozialisten in die karge ländliche Idylle einfallen und das Schicksal der kleinen Eifelgemeinde und ihrer Bewohner für immer besiegeln.

„Ginsterhöhe“ ist eine ergreifende Familiengeschichte fesselnd erzählt von Anna-Maria Caspari.

Im Mittelpunkt stehen Albert Lintermann und seine Frau Bertha.
Nach dem 1. Weltkrieg kehrt Albert zurück in sein Heimatdorf Wollseifen.
Der Krieg hat Albert körperlich und seelisch verändert.
Seine Frau Bertha wendet sich von ihm ab. Sie erkennt in Albert nicht mehr den Mann, den sie geheiratet hatte. Von seinen entstellenden Verletzungen im Gesicht ist sie zu tiefst erschrocken.
Doch Albert gibt nicht auf, er kämpft sich zurück ins Leben.
Unterstützt wird er dabei durch Leni. Sie war die Verlobte seines Freundes der im Krieg geblieben ist.

Das Buch ist in 3 Teile aufgeteilt. Der erste Teil umfasst die Jahre 1919-1928.
Die Nachwehen des Krieges sind deutlich zu spüren.
Viele Menschen haben das Trauma des erlebten noch nicht hinter sich gelassen.
Die Bewohner von Wollseifen bauen ihr zerstörtes Dorf nach und nach wieder auf.
Hunger und Geldnot beherrscht das Leben der Menschen.

Der 2. Teil umfasst die Jahre 1930-1939.
In diesem Teil nimmt das politische Geschehen einen großen Raum ein.
Hitler wird zum Reichskanzler ernannt.
Ein Reichsschulungszentrum wird in Wollseifen gebaut, wodurch das Dorf einen Aufschwung erlebt.
Die Stimmung im Lang ist zweigeteilt.Viele Menschen treten in die NSDAP ein, so auch einige Dorfbewohner von Wollseifen.

Der 3. Teil umfasst dann die Jahre 1939-1949.
Es sind die Kriegsjahre und die Jahre nach dem 2. Weltkrieg.
Wieder wird viel zerstört. Wieder erleben die Menschen schreckliches.
Doch der Wille das Dorf Wollseifen wieder aufzubauen ist bei seinen Bewohner ungebrochen.
Doch das Schicksal sieht es anders.

Der Roman „Ginsterhöhe“ hat einen realen geschichtlichen Hintergrund.
Das Dorf Wollseifen hat es wirklich gegeben und Anna-Maria Caspari erzählt seine Geschichte.
Die Charaktere hingegen sind frei erfunden.
Doch sie sind so gut in die Geschichte eingefügt, dass man meinen könnte auch sie hätte es wirklich gegeben.
Für mich wurden die Protagonisten recht schnell lebendig.
Anna-Maria Caspari erzählt die Geschichte fesselnd und berührend.
Ihr Schreibstil ist sehr angenehm zu lesen.
Nach ein paar Seiten wollte ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen.
So hat mich das Schicksal der Familie Lintermann und der anderen Dorfbewohner berührt.

„Ginsterhöhe“ ist ein Lesehighlight das ich sehr gerne empfehlen möchte.
Profile Image for Nanni Epp.
225 reviews8 followers
January 19, 2023
Obwohl ich schon viele Bücher gelesen habe, die in der Zeit nach dem ersten oder um den zweiten Weltkrieg herum angesiedelt sind, bietet mir "Ginsterhöhe" viel Neues. Wissen über einen Ort in der Eifel, der Heimatlos wurde. Wissen über die Strukturen des Nationalsozialismus, der Menschen systematisch vernichtet. Wissen über das ländliche Leben in den 20er /30er/40er Jahren. Verpackt in eine Geschichte über Menschen, die durch ihre Heimat verbunden sind, aber unterschiedliche Gefühle hegen gegenüber dem Leben, der Vergangenheit, der Zukunft, dem was Erfolg ausmacht, der Heimat und den Menschen, die ihnen nahe sind.

Albert Lintermann ist einer der Protagonisten. Ein sympathischer Kriegsveteran, der viel zu jung in den Krieg zog und dort schwer verletzt wurde. Sein Gesicht wurde zersprengt oder zerschossen, der einst begehrte junge Mann trägt keine Schönheit mehr nach außen. Die Oberflächlichkeit seiner Mitmenschen wertet ihn ab, man reduziert ihn mehr denn je auf sein Äußeres, vergisst, dass er ein tüchtiger Bursche war, hilfsbereit und beliebt. Das alles scheint an Albert abzuprallen bis sich die Gemüter beruhigen, doch die Ablehnung der eigenen Ehefrau ist kaum zu ertragen und so geschieht ein Unglück, das er noch Jahre später bereut.

Kaum ist Albert wieder auf den Beinen, sieht er sich neuen Gefahren gegenüber. Einem Großgrundbesitzer, der mit seiner Gier perfekt in das Beuteschema der Nationalsozialisten passt. Wer nach materiellem strebt, verlernt Menschlichkeit. Betrügt, um zu gewinnen, verrät, intrigiert.

Anna Maria Caspari hat einen spannenden Roman geschrieben, in dem sie sich nur selten dem klassischen Spannungsbogen bedient, sondern vielmehr die Charaktere arbeiten lässt. Um dem Lebensweg Alberst zu folgen, möchte ich Seite um Seite lesen und das Buch möglichst selten aus der Hand legen. Er ist ein interessanter Protagonist, geht seinen Weg, hat seine Werte nach denen er leben und arbeiten möchte und bedient verschiedene Rollen vom Bauer über den Vater bis hin zum Kriegsveteran.

Eingebettet ist seine fiktive Geschichte in die realen Begebenheiten des 20ten Jahrhunderts. Der Ort Wollseifen, in dem Albert lebt, liegt nahe der NS-Ordensburg Vogelsang, die als Schulungsstätte für den NSDAP Nachwuchs diente. Vogelsang dient heute als Dokumentationsstätte. Wollseifen steht unter Denkmalschutz.

Caspari entwirft einige Figuren, deren Verfolgung durch die Nationalsozialisten von vorneherein klar ist. Sie spielt mit dem, was wir heute über diese Zeit wissen und baut so schon Spannung auf, bevor wir Lesenden überhaupt chronologisch dort landen, wo die Charaktere in Lebensgefahr geraten. Mit "Ginsterhöhe" entwirft sie nicht nur eine spannende Spiegelung der damaligen Zeit und der ländlichen Lebensweise, sondern auch eins der Bücher, die aufklären #gegendasvergessen

Werbung, bezahlte Kooperation
Profile Image for Steffi.
197 reviews8 followers
January 19, 2023
"Ginsterhöhe" von Anna-Maria Caspari erzählt die Geschichte der Bewohner des kleinen Eifeldorfes Wollseifen zur Zeit der beiden Weltkriege. Im Zentrum des Geschehens steht der Bauer Albert Lintermann, der schwer kriegsverwundet aus dem ersten Weltkrieg heimgekehrt ist.

Der Einstieg in den Roman hat mir sehr zugesagt. Die ruhige Erzählweise der Autorin fängt den Charakter des dörflichen Lebens zur damaligen Zeit gut ein und lässt Wollseifen zu neuem Leben erwachen. Auch das Thema ist sehr interessant. Die Ordensburg Vogelsang, die heute ein Museum ist, sowie die Überreste des geschichtsträchtigen Dorfes sind nur eine knappe Stunde Autofahrt entfernt und verleihen der Thematik dadurch für mich eine noch größere Bedeutung.

Leider schwand meine anfängliche Begeisterung mit der Zeit immer mehr, was größtenteils an folgenden Punkten liegt: Aufgrund der Vielzahl an Personen und großen Zeitsprüngen bleiben die meisten Figuren blass und oberflächlich. Immerhin wird hier auf knapp 400 Seiten der Lebensweg von drei im Zentrum stehenden Familien (und mehreren Nebenfiguren) über einen Zeitraum von 30 Jahren beschrieben. Mich überkam während des Lesens immer mehr das Gefühl, dass die Autorin so viele Aspekte der Schreckensherrschaft der Nazis wie möglich am Beispiel dieses Eifeldorfes beschreiben wollte. Mir persönlich hätte es jedoch wesentlich mehr zugesagt, wenn sie sich auf einen kleineren Personenkreis beschränkt und diesem mehr Leben eingehaucht hätte. So ließen mich die Schicksale allzu oft fast unberührt zurück. Je weiter die Handlung voranschreitet, desto größer werden zudem die Zeitsprünge und die Wechsel zwischen den Perspektiven, was schließlich zu einem eher hektischen Abschluss des Romans führt.

Gut gefallen haben mir hingegen die Aufzeichnungen des Lehrers Faßbender, die kurz zusammengefasst die wichtigsten Ereignisse des Dorfes und der Weltpolitik aus seinem Blickwinkel beleuchten.

Fazit: "Ginsterhöhe" ist ein historischer Roman mit einer interessanten Thematik, der mich aufgrund der großen Zeitsprünge und der fehlenden Charaktertiefe jedoch leider nicht ganz überzeugen konnte. 3/5
Profile Image for Franzi.
186 reviews1 follower
December 18, 2022
Ein Roman zwischen Fiktion und Fakten. Denn es ist viel mehr als nur die Geschichte des Kriegsheimkehrers Albert Lintermann, der letztlich beide Weltkriege er- und überleben wird. Es ist auch die Geschichte des Ortes Wollseifen, der wahrscheinlich vielen Menschen kein Begriff ist. Mich eingeschlossen. Die nahegelegene NS-Ordensburg Vogelsand ist mir zwar durchaus ein Begriff, aber Wollseifen? Fehlanzeige, zumindest bei mir. Von daher finde ich die Idee, wie das Leben in diesem Ort ausgesehen haben könnte, wirklich gut.

Es gab viele Szenen, die mir wirklich sehr nahe gegangen sind, z.B. Albert Lintermanns Rückkehr aus dem 1. Weltkrieg, seine Verletzungen und die ersten Schritte zurück in ein halbwegs normales Leben.
Obwohl ich die Figuren als eher etwas eindimensional empfinde (gut und böse sind von Beginn an recht genau definiert und daran ändert sich auch bis zum Ende des Buches nichts), wird trotzdem ein sehr gutes Gefühl für die Zeit und die Menschen übermittelt. Man könnte bemängeln, dass die Menschen in Wollseifen insgesamt als recht passiv dargestellt werden. Allerdings muss man dagegen halten, dass die Verunsicherung sehr groß ist. Der letzte Krieg ist noch nicht allzu lange vorbei und gut in Erinnerung. Nur die wenigsten können und wollen an das glauben, was dort auf sie zukommen. Gerade weil Wollseifen nicht gerade in einer Metropolregion liegt.

Insgesamt ein buch, das mir gut gefallen hat und dessen große Stärke in den Emotionen liegt, die es gekonnt an den Leser transportiert und diese Zeit vor den (inneren) Augen der Menschen auferstehen lässt.
1,056 reviews9 followers
December 21, 2022
Ein Dorf und seine Menschen
Schwer gezeichnet kommt der Bauer Albert aus dem 1. Weltkrieg nach hause zurück. Während seine Eltern nur froh sind das er lebt, kann seine Frau mit dem physisch und psychisch zerstörten Mann nicht mehr auskommen. Trotzdem geht das Leben weiter und mit der Zeit ordnet sich alles ein. Es ist ein Ort in der Eifel man lebt von der Landwirtschaft und ansonsten geschieht wenig. Bis die neuen Machthaber ein Ausbildungszentrum für ihren Elitenachwuchs bauen. Auf einmal steht der kleine Ort auf der großen Weltkarte und das ist der Anfang vom Ende.
Die Geschichte des Ortes ist real, Wollseifen war der Standort für die Ordensburg Vogelsang, bombardiert im Krieg wurde es danach für die alliierten Streitkräfte ein Truppenübungsplatz. Die Menschen konnten nicht mehr in ihr Dorf zurück.
Über die Menschen die dort gelebt haben ist wenig bekannt, da setzt die Phantasie der Autorin ein. Sie beschreibt die Bauern und ihre Familien als genügsam, hart arbeitend und politisch eher uninteressiert. Die Schicksalsschläge treffen sie dennoch sehr hart. Der Umgang damit ist wenig emotional geschildert, vielleicht ist es trotzdem so berührend. Die einzelnen herausragenden Figuren stehen für die Gesamtheit der Bevölkerung des Ortes. Durch die Tagebuchaufzeichnungen des Dorflehrers kann man als Leser das geschichtliche Geschehen wie an einer Zeitleiste verfolgen.

Profile Image for Elke Sonne.
534 reviews
January 1, 2023
Ein Stück Zeitgeschichte aus der Eifel

In ihrem Roman „Ginsterhöhe“ beschreibt die Autorin Anna-Maria Caspari das Leben in dem Dorf Wollseifen beginnend nach der Zeit des Ersten Weltkrieges. 

Als der junge Bauer Albert Lintermann 1919 aus dem Krieg zurück nach Wollseifen kommt, ist sein Gesicht durch eine Granate entstellt. Seine Frau Bertha ist entsetzt. Sie kann diesen Anblick so wenig ertragen, dass sie sich von ihm abwendet. Trotz der schrecklichen Erlebnisse des Krieges und seiner Traumatisierungen ist Albert ein Mensch, der sich nicht unterkriegen lässt. Er ist offen für Neues und setzt sich für den Fortschritt im Dorf ein.

Neben dem Leben von Albert stehen hier weitere Charaktere ebenso wie die Geschichte des Dorfes Wollseifen im Vordergrund. Aus den Aufzeichnungen des Dorflehrers über historische, wirtschaftliche und politische Fakten wird deutlich wie eng Fiktion und Geschichte hier miteinander verwoben wurden. Geschichtliche Ereignisse stehen in direkter Verbindung mit dem Leben der Dorfbewohner.

Das Buch ist in drei Abschnitte unterteilt – 1919 bis 1928, 1930 bis 1939 und 1939 bis 1949 – und beruht auf wahren Begebenheiten. Anna Maria Caspari hat hier eindrucksvoll das Leben in dem Dorf Wollseifen dargestellt und dieses in einen bedrückenden und sehr emotionalen Roman gepackt. Es ist ein erschreckendes Stück deutsche Zeitgeschichte, das mich beim Lesen gefesselt und entsetzt hat.
377 reviews4 followers
January 22, 2023
Ein Dorf verschwindet

Schauplatz der bewegenden Geschichte ist das heute nicht mehr existierende Dorf Wollseifen in der Eifel. Der Roman basiert auf wahren Begebenheiten, die Charaktere selbst sind aber fiktive Personen.

Das Buch ist aufgeteilt in 3 zeitliche Abschnitte. Im ersten Teil „1919 bis 1928“ wird die Rückkehr des Protagonisten Albert aus dem Krieg und der Wiederaufbau des Dorfes thematisiert. Im zweiten Abschnitt „1930 bis 1939“ wird sehr eindrücklich erzählt, wie die NSDAP schleichend immer mehr Macht erlangt und die Gräueltaten der Nazis zunehmen. Im letzten Abschnitt von 1939 bis 1949 wird berichtet, wie sich die Kriegs- und Nachkriegszeit auf die Bewohner des Dorfes auswirkt und wie diese Zeit geprägt ist vom Durchhalten und Hoffen auf die Rückkehr der Söhne.

Die Autorin hat einen ganz besonderen Schreibstil, sie beschreibt unaufgeregt und fast schon sachlich, aber sehr eindringlich die Schicksalsschläge von Alberts Familie und der anderen Dorfbewohner. Das Dorfleben zu dieser Zeit wird sehr bildhaft und umfassend geschildert. Leider waren mir die Zeitsprünge in der Handlung ab und an zu holprig und zu groß.

Das Verhalten der Charaktere wirkt sehr authentisch und passend, es geht ums Überleben, darum, einfach immer weitermachen zu müssen. Gedanken kommen, werden aber gleich beiseitegeschoben, um sich wieder dem harten Alltag zu stellen.

Mich hat der gut recherchierte und fundierte Roman sehr tief berührt.
Profile Image for Astrid.
314 reviews1 follower
December 27, 2022
Geschichte eines deutschen Dorfes
Der Roman von Anna -Maria Caspari erzählt die Geschichte des Dorfes Wollseifen in der Eifel, dem die beiden Weltkriege und die Nationalsozialisten zum Verhängnis wurden.
Der junge Bauer Albert Lintermann kommt schwer versehrt an Körper und Seele aus dem 1. Weltkrieg nach Hause. Der Leser erlebt hautnah mit, wie schwer diese Rückkehr fällt. Seine Frau ekelt sich vor ihm, er kämpft mit dem Verlust seines besten Freundes und die Dorfgemeinschaft macht es ihm zum Teil auch nicht einfach. Aber er ist ein Kämpfer und findet den Weg zurück.
Das Buch gliedert sich in in drei Zeitabschnitte, 1919-1928, 130-1939,1939-1949. Unterbrochen wird die Erzählung von den Tagebucheinträgen des Lehrers, die immer noch zusätzliche geschichtliche Informationen liefern.
Die Charaktere sind authentisch dargestellt und ihre Schicksale im Wandel der Zeit sehr berührend. Auch die Entwicklung des Dorfes zeigt, dass modernes und altbewährtes nebeneinander existieren können.
Mir ist die Gegend dort gut bekannt und noch immer zeugen die kärglichen Reste des Dorfes von der Geschichte und der Dramatik der damaligen Zeit. Anna-Maria Caspari ist es gut gelungen, die besondere Atmosphäre einzufangen.
37 reviews
December 18, 2022
Schon das Buchcover ist wertig und ansprechend. Es lässt beim Betrachter ein Bild von Aufbruch in eine ungewisse Zeit entstehen, was dem Inhalt des Buchs entspricht. Die Handlung spielt in Wollseifen, einem Dorf in der Nordeifel, und erzählt die Geschichte von Albert, der als „Kriegskrüppel“ (was für ein furchtbares Wort) mit entstelltem Gesicht und traumatisiert aus dem ersten Weltkrieg zurück auf den elterlichen Bauernhof kehrt. Von Anfang an gelingt es der Autorin, Anna-Maria Caspari vortrefflich, Interesse für den Ort und seine Bewohner zu wecken. Es sind kleine Handlungen wie das Bestellen des Dorfackers mit Winterroggen, bei dem nicht nur das Korn, sondern auch die langen Halme zum Decken der Strohdächer genutzt wird, die das Buch lebendig werden lassen. Aber es sind auch die großen politischen Entwicklungen wie die Frustration vieler über das Verlieren des ersten Weltkriegs und das Erstarken der Nationalsozialisten, die nicht spurlos an der kleinen Dorfgemeinschaft vorübergehen. Der Autorin gelingt damit ein außergewöhnlicher Blick auf die Zeit der 20-er und 30-er Jahre.
Profile Image for Karola.
833 reviews7 followers
December 29, 2022
Unsere deutsche Geschichte über 25 Jahre aus dörflicher Sicht.
Diese Geschichte über ein einst existierendes Dorf in der Eifel hat mich zu weiteren Recherchen im Internet animiert, siehe folgende Links: https://de.wikipedia.org/wiki/NS-Orde...
https://de.wikipedia.org/wiki/Clemens...
https://de.wikipedia.org/wiki/Deutsch...
Die Aufzeichnungen des Lehrer Martin Faßbender mit vielen privaten Gedanken zu Politik und Mit-/Menschlichem finde ich als Gestaltungselement hier gelungen. Obwohl ich als Kind auch in einem Dorf bei Köln aufgewachsen bin, vermag ich nicht zu beurteilen, ob das dörfliche Leben in Wollseifen mit seinem Zusammenhalt zu idyllisch, zu ideal beschrieben ist gerade in solch unruhigen Zeiten Deutschlands von 1919 bis 1944. Das Cover ist farblich dem blühenden Ginster angepasst. Gewährt wird auch ein Panorama-Blick auf das Dorf aus der Höhe mit einem Paar im Festtagsoutfit – insgesamt aussagekräftig wie der Buchinhalt. Alles in allem ein Lesegenuss!
Profile Image for pergamentfalter.
116 reviews21 followers
January 15, 2023
Ginsterhöhe*

Anna Maria Caspari

Die Geschichte des Dorfes Wollseifen, dem seine Nähe zu Vogelsang, einer Ordensburg der Nationalsozialisten, zum Verhängnis wurde, inspirierte Anna Maria Caspari zu ihrem Roman "Ginsterhöhe".

Zwischen den zwei großen Kriegen versuchen die Menschen dennoch ein lebenswertes Leben zu führen - mit seinen Höhen und Tiefen.

Im Fokus steht Albert, der mit einem entstellten Gesicht aus dem ersten Weltkrieg auf seinen Hof zurückkehrt und sein Leben meistert, bis der zweite Weltkrieg ausbricht...

Ginsterhöhe ist ein ruhig erzähltes Buch, das Drama, die Spannung liefert das Leben selbst. So ist es nicht nötig, zusätzliche Dramatik zu kreieren, stattdessen konzentriert Caspari sich auf die Entwicklung ihrer Charaktere.
Diese, die verwendete Sprache und die gesamte literarische Konstruktion wirken sehr real und nah. Trotz der erschütternden Zeit und der ihr innewohnnenden Grausamkeit ist "Ginsterhöhe" auch ein Buch, das zeigt, wie stark der Lebenswille und die Resilienz der Menschen ist.

Für mich ein sehr gelungener historischer Roman.
71 reviews1 follower
February 5, 2023
Ein Dorf in der Eifel

Mit "Ginsterhöhe" ist Anna-Maria Caspari ein tiefsinniger, historischer Roman gelungen. Der junge Mann Albert Lintermann kehrt, versehrt mit starken Verletzungen im Gesicht durch eine Granate und ohne seinen besten Freund, aus dem ersten Weltkrieg in sein Heimatdorf Wollseifen zurück. Obwohl sich seine Frau Berta nur schwer an seinen Anblick gewöhnen kann und sich gar vor seinem Anblick ekelt, raufen die beiden sich doch für zusammen.
Neben Albert können wir weitere Dorfbewohner bis zu der Zeit nach dem zweiten Weltkrieg begleiten. Die Figuren werden authentisch und lebensnah dargestellt, die verschiedenen Charaktere gut herausgearbeitet. Besonders der Gegensatz vom durch Traditionen geprägtem Dorfleben und der politisch aufgewühlten "Außenwelt", die immer mehr in das Dorf eindringt, wird hier sehr deutlich.
Fazit: Wer einen tiefgründigen Roman ohne allzu viel Schnickschnack und Spannungsmomenten aber mit authentischen Protagonisten bevorzugt, der kommt beim Lesen von "Ginsterhöhe" auf seine Kosten.
2,308 reviews13 followers
December 25, 2022
Zum Inhalt:
Albert kehrt physisch und psychisch schwer verletzt in sein Heimatdorf Wollseifen zurück, doch seine Frau empfängt ihn mit Abscheu. Doch er gibt nicht auf und integriert sich wieder in die Dorfgemeinschaft und es scheint wieder Normalität einzukehren. Als der Nationalsozialismus aufkommt, wird es in der kleinen Eifelgemeinde immer schwieriger bis hin zum totalen Ende.
Meine Meinung:
Was mir am meisten an dem Buch gefällt, ist der Bezug auf die wahren Ereignisse rund um die Gemeinde Wollseifen. Durch einen Besuch auf Vogelsang vor einiger Zeit ist mir die Gegend auch nicht unbekannt und so war die Geschichte noch interessanter. Die Schicksale der Dorfbewohner mit zu verfolgen fand ich berührend und gut erzählt. Durch die Tagebucheinträge wirkt die Geschichte noch authentischer. Der Schreibstil ist gut und das Buch war schnell gelesen.
Fazit:
Interessante Geschichte
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76 reviews2 followers
January 4, 2023
This book was sent to me for a review and I am not quite sure how I feel about it. I’d rate it 3,5 stars I guess.
The storyline is nice and I like the historical context, it’s very interesting. The author has a nice way of writing and it really makes you feel like being part of the town it takes place in.
However, there is not very much going on. The back of the book promises us a love story but this book is in no way a romance novel and rather a historical writing. But also under this aspect I’m missing more historical information, details to make it sound more realistic.
The characters are well written and some are really lovely! Most of them are controversial which I really enjoyed.
To sum it up, I like the characters, the historical context and the way it’s written but the plot is often rather slow and I had struggles sticking to it.
226 reviews
May 22, 2024
Da ich historische Romane sehr gerne lese, sprach mich das Cover sehr an. Nachdem ich den Kurzinhalt gelesen hatte, wollte ich die ganze Geschichte kennenlernen. Die Autorin Anna-Maria Caspari hat hier eine eine Geschichte von Liebe und Mut in unruhigen Zeiten geschrieben. Liebe, Kriegsverletzungen, Hass, Hetze, Krieg und die gesellschaftliche Situation der Bauern zu der Zeit des zweiten Weltkrieges beinhaltet die bewegende Geschichte. Zusätzlich erlebt der Leser Ausgrenzung und grenzenlose Bösartigkeit, Menschenverachtung und Hinterlist, aber auch um Zusammenhalt und bedingungsloser Liebe. Die Charaktere werden authentisch beschrieben, so das ich mit ihnen gefühlt und gelitten habe. Der historische Roman hat mich sehr unterhalten, so das ich nur ungern zur Seite gelegt habe.
729 reviews3 followers
December 26, 2025
Although this is a carefully woven historical account of the events surrounding the two world wars, this is an easy read. This means that characters remain mostly two dimensional, to allow for the pure volume of events taking place.
I guess this is the trade-off - I would still recommend reading it and maybe diving into the provided literature if you wanted to delve deeper into the subject.
108 reviews
March 9, 2023
Ginsterhöhe ist ein dreiteiliges Buch, das die Geschichte eines real existierenden Dorfes an der Eifel erzählt. Im Nachwort erfährt man von den historische gesicherten Informationen über dieses Dorf, die wirklich bedrückend sind. Diese sind wirklich interessant eingearbeitet und die Geschichte eines Mannes, der aus dem ersten Weltkrieg mit schlimmen Kriegsverletzungen zurückkam und dessen leben sich dadurch veränderte. Er erlebte Zurückweisung und Abscheu, selbst im Kreis seiner Familie. Nur einige Personen haben kein Problem mit deinen Narben. Seine Geschichte und die seiner Freunde und Dorfbewohner wird ausführlich erzählt. Man kann regelrecht ins Dorfleben eintauchen, und den Wandel von Zusammenhalt zu Misstrauen und Angst merken. Die Veränderungen eines Dorfes in der Zwischenkriegszeit und Kriegszeit, aber auch der Nachkriegszeit werden sehr authentisch erzählt. Mir hat das Buch sehr gut gefallen, wenngleich es kein Wohlfühlroman war, ja nicht einmal eine wirkliche Liebesgeschichte - auch wenn die Liebe zwischen unterschiedlichen Charakteren ja durchaus immer wieder eine Rolle spielt. Viele Leute sterben, viele kommen mit den Veränderungen und den Auswirkungen des Krieges nicht klar. Auch der Generationenkonflikt ist spürbar - die Begeisterung der jungen Männer, die bei der HJ gedrillt werden und ihren alten Herren erzählen, dass das alles nichts mit ihren Erlebnissen aus dem ersten Weltkrieg zu tun habe. Es geht um ein kollektives Trauma, das ungeschönt und so glaubhaft erzählt wird, dass man das Gefühl hat, mitten drin zu sein. Durch die Lektüre eines so langen Zeitabschnittes ist es auch möglich, die Zusammenhänge besser nachvollziehen zu können und Handlungsintentionen besser nachvollziehen zu können. Eine wirklich spannende Lektüre!
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297 reviews1 follower
May 3, 2023
Ein reales Dorf - Wollseifen - zwischen 1919 und 1949, mit fiktiver Dorfbevölkerung. Eigentlich eine sehr interessante Geschichte. Der erste Teil, bis zur Machtergreifung durch die Nationalsozialisten ist einfühlsam und realitätsnah geschildert. Anhand des aus dem Ersten Weltkrieg zurückgekehrten und versehrten Bauern Albert, kann der Leser gut die Ängste und Vorurteile der Menschen im Dorf nachvollziehen. Danach allerdings wird die Geschichte ein wenig eindimensional - die Menschen des Dorfes teilen sich auf einmal in den 'Vorzeigenazi', stille Mitläufer und Gegner, die alle ihren Mund halten. So einfach ist und kann Geschichte nicht gewesen sein. Hier hätte ich mir mehr, auch offene, Konflikte oder vielleicht auch Untergrundarbeit vorgestellt und gewünscht. So bleibt ein flüssig geschriebenes Buch mit Charakteren, aus denen man etwas hätte machen können, hinter seinen Möglichkeiten deutlich zurück, was sehr schade ist. Trotzdem ist Ginsterhöhe gut lesbar, aber eher ohne allzu großen historischen Anspruch.
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