Rudolf Carnap, a German-born philosopher and naturalized U.S. citizen, was a leading exponent of logical positivism and was one of the major philosophers of the twentieth century. He made significant contributions to philosophy of science, philosophy of language, the theory of probability, inductive logic and modal logic. He rejected metaphysics as meaningless because metaphysical statements cannot be proved or disproved by experience. He asserted that many philosophical problems are indeed pseudo-problems, the outcome of a misuse of language.
Carnap vor dem Logischen Empirismus In diesem ersten Band der Tagebücher begegnen wir nicht dem ausgereiften Logiker der 1920er-Jahre, sondern einem jungen Rudolf Carnap, der zwischen bündischer Romantik und der Schlammrealität des Ersten Weltkriegs nach seiner eigenen Stimme sucht. Die von Christian Damböck verantwortete Edition zeigt eindrucksvoll: Carnaps späterer „neusachlicher“ Stil war keine bloße ästhetische Entscheidung, sondern das Ergebnis einer konsequenten, beinahe asketischen Selbstdisziplinierung. Von der idealistisch aufgeladenen „Blutsbrüderschaft“ des Jahres 1912 bis zum Granatsplitter im Stahlhelm 1917 dokumentiert Carnap seinen Weg mit einer bemerkenswert nüchternen, fast klinischen Beobachtungsgabe. Gerade diese Selbstprotokollierung – präzise, kontrolliert, zunehmend frei von pathetischer Überhöhung – lässt bereits erkennen, wohin die Entwicklung führen wird. Man liest hier nicht nur das intime Dokument eines jungen Intellektuellen im Umbruch, sondern die Vorgeschichte eines Denkens, das später mit analytischer Schärfe die Metaphysik als „Scheinproblem“ deklarieren sollte. Diese Tagebücher sind daher mehr als biographisches Material: Sie zeigen die Entstehung eines Stils, der Philosophie von Pathos befreien und in methodische Klarheit überführen wollte.