»Es ist nicht verwerflich, sich an etwas zu erinnern, das es nicht gegeben hat. Wer soll uns dafür richten?«
Eine Kindheit und Jugend in der westdeutschen Provinz in den achtziger Jahren: ein zutiefst wahrhaftiger, unvergesslicher Roman über das Leben auf dem Land, über eine versunkene Zeit, über die erste Liebe und den ersten Tod und über das, was bleibt.
Eine Neubausiedlung in einem kleinen hessischen Dorf in den achtziger Jahren: Der Vater ist Pfarrer, die Mutter arbeitet bei der Post – und der Sohn erzählt seine Geschichte zwischen Schule und Zivildienst: von Johanna, seiner ersten Liebe, von seinem Großvater, von seinem Religionslehrer Herr Zitelmann und den Ereignissen im Café Chaos; vom Glück, an einem Commodore 64 die Olympischen Spiele zu gewinnen und von der Angst vorm Sterben nach einem Sturz vom Apfelbaum.
Mit schwebender Leichtigkeit erzählt Matthias Matschke von einer Zeit im Leben, in der alles möglich scheint, das Glück ebenso wie der Tod. Mit Falschgeld ist Matthias Matschke ein besonderes Stück Literatur geglückt, das ohne große Worte auskommt, um auf umso intensivere Weise existenzielle Fragen zu verhandeln. Ein Roman, der lange nachhallt und der liebevoll davon erzählt, dass im Leben die vermeintlich kleinen Dinge manchmal die alles entscheidenden sind.
Matthias Matschke ist ein Jahr älter als ich. Das Aufwachsen in der BRD mit Commodore 64 als erstem Computer und Captain Future im Fernsehen ist mir wohlbekannt. Da aber bei den äußerlichen Umständen die Gemeinsamkeiten enden, war die Geschichte ausreichend spannend für mich. Der Roman ist unterhaltsam, aber niemals trivial. Es geht um das öde Leben im Odenwald, die Konflikte mit der Elterngeneration, den Schlaganfall des Vaters und ganz generell das Erwachsenwerden. Das Buch rutscht dabei nie in Nostalgie oder Kitsch ab. Der Roman ist ein persönlicher Bericht in einer teils nüchternen teils poetischen Sprache, den ich nur weiterempfehlen kann.
Ich bin Matthias Matscke und "Jede Geschichte braucht so viel Wahrheit, wie sie vertragen kann". Was nun also wahr und was frei erfunden ist, darf sich der Leser selbst überlegen. Eine schöne Geschichte über das Leben von Matthias Matscke. Oder jemandem, der den gleichen Namen trägt wie der Autor.
Das Buch „Falschgeld“ hat mich ziemlich „gepackt“. Matthias Matschke beschreibt darin seine Kindheit und Jugend, seine Suche nach seiner eigenen Identität („Ich bin Matthias Matschke!“), sein „sich aus dem Kokon befreien“.
Anfangs war ich durch die sprunghafte Erzählweise etwas irritiert (weil die Bücher, die ich davor gelesen hatte, eher linear angelegt waren), das Ganze hat mich aber sehr schnell „gekriegt“. Und passte letztlich auch klasse zum eben so zerrissenen und orientierungslosen Jungen / Jugendlichen.
Die Themen / Episoden / Blickrichtungen sind so nachvollziehbar beschrieben, dass ich mich beim Lesen sehr gut einfühlen und identifizieren konnte, der sprachliche Stil ist für mich absolut passend gewesen und hat genau die jugendliche Suche untermauert.
=> ein ganz tolles Buch, welches mich (gerade auf den bewegenden letzten Seiten / in den letzten Kapiteln (ich will jetzt nicht Spoilern)) total abgeholt hat.
mhmmmmm 😐 vielleicht bleiben wir lieber beim schauspiel! ich denke auf keinen fall, das man nur bücher schreiben „darf“ wenn einem / in ihnen etwas dramatisches passiert. wenn ich aber meine kindheit und jugend in einem winzigen dorf im odenwald verbringe, die nächste stadt ist darmstadt, und es passiert aber auch wirklich überhaupt nichts, dann kann ich doch auch ein bisschen mehr abweichen, oder??? ich habe auch kein problem damit, wenn in. büchern nichts passiert, wenn sie dafür durch ihre sprache herausstechen. wenn.
Schön geschriebenes Buch. Kindheit und Jugend in den 70er / 80er / 90er Jahren. Spielt in Darmstadt und Umgebung. Etwas melancholisch - und irgendwie traurig.
Ich habe das ganze Buch über darüber nachgedacht, wohin es führen würde, nur um dann festzustellen, dass es nirgendwohin führte. 3 Sterne für die Prosa