Jump to ratings and reviews
Rate this book

Der Krieg im Garten des Königs der Toten

Rate this book
Was tun, wenn man 17 ist und die Eltern über Nacht verschwinden, ohne eine Nachricht zu hinterlassen? Man übernimmt selbst den Abschluss seiner Erziehung – mithilfe der miesen Horrorfilme, die man vom »schönen Hans« im Dorfladen geschenkt bekommt. Bruno Hildago hat jedoch noch ganz andere Probleme. Denn er lebt nicht nur in einem Provinznest, sondern auf einem riesenhaften Eiland, das infolge von Atomtests aus dem Ozean aufgestiegen ist. Die glanzvollen Gründerjahre sind vorbei, nun liegt die Insel-Gesellschaft am Boden. Rebellen marodieren, ausländische NGOs versuchen, die Bewohner mit dem Nötigsten zu versorgen, Antilopen weiden in der Savanne zwischen den Müllbergen einer zerbrochenen Utopie.
Sascha Macht schickt seinen jungen Helden auf eine Reise durch diese schillernde, kühn erträumte Welt, die doch bedrohlich nah an unserer Realität gebaut ist. Er erzählt eine Geschichte über das Erwachsenwerden, die langen Schatten der großen Ideologien und die heilsame Kraft des Horrorfilms: sprachmächtig, klug und irre witzig.

»Wie hier einer mit der Eleganz des Motorsägenspezialisten aus dem Weltgeäst wilde, wilde, anarchische Literatur entastet, wie frei hier einer in das Realistische reinsägt, in das Symbolische, in das Absurde und Fantastische, ohne dass die Kette geölt werden müsste, ohne Rückschlag und auch ohne selbst die Bodenhaftung zu verlieren – das ist grandios, das ist doch grandios!« Saša Stanišić

Hardcover

Published February 16, 2016

Loading...
Loading...

About the author

Sascha Macht

5 books1 follower

Ratings & Reviews

What do you think?
Rate this book

Friends & Following

Create a free account to discover what your friends think of this book!

Community Reviews

5 stars
3 (14%)
4 stars
6 (28%)
3 stars
5 (23%)
2 stars
3 (14%)
1 star
4 (19%)
Displaying 1 - 8 of 8 reviews
Profile Image for Linda in Utopia.
333 reviews9 followers
March 9, 2018
Ich mag eigentlich Geschichten, die ein wenig anders sind, nicht ganz dem Schema F entsprechen und mich mit manchmal wirren, unzusammenhängenden Dingen befeuern.
Leider ist dieses Buch einfach nur eine Aneinanderreihung von Wirrem.
Die Hauptfigur ist 10 Seiten lang noch vielversprechend, dann verliert Bruno ganz schnell an... allem. Es interessiert mich nicht, was er macht, oder wohin er geht, weil nichts davon irgendwo hin führt oder ihn irgendwie in seiner Gedankenwelt weiter bringt.
Alles passiert irgendwie in Fetzen, es gibt keine richtige... Achse der Erzählung.

Natürlich ist das Buch nicht schlecht geschrieben. Herr Macht beherrscht seine Kunst, das merkt man. Zwischendrin musste ich sogar über tolle Sätze schmunzeln. Z.B. auf Seite 77:
"Der letzte Bus sei vor Monaten vorbeigefahren, ohne anzuhalten, und nicht wieder zurückgekehrt, ich könne aber gerne hier warten, sagte er, denn die Zukunft sei ungewiss, nur die Vergangenheit liege auseinandergefaltet zu unseren Füßen da, um betrachtet und ausgewertet zu werden, aber ob mir das jetzt in meiner Situation viel nütze, wisse er leider auch nicht."

Wenn zwischen diesen Sätzen ein klein wenig Spannung wäre, hätte mich das Buch. Ich möchte von einer Geschichte eingesaugt werden. Wenn das nicht passiert, ist das lesen nur noch anstrengend, als würde man für eine akademische Arbeit büffeln.
Und das suche ich einfach nicht in einem Roman.
Profile Image for Labyrinth.
400 reviews8 followers
March 13, 2016
Bruno lebt auf einer Insel. Eines Tages kommen seine Eltern nach einem Ausflug nicht mehr nach Hause zurück. Er macht sich keine Sorgen und es scheint ihm auch komplett egal zu sein. Er schaut die miesesten Horrorfilme, die er auftreiben kann und die Zeit vergeht für ihn wie im Fluge.

Wahrscheinlich ist dieses Buch genial, und nach einem ausgiebigen Literaturstudium würde ich es auch verstehen. Mehr noch würden ein paar anständige Flaschen Wodka helfen. Aber so konnte ich mit diesem Buch nicht viel anfangen. Für mich als nüchternen Laien hat das Buch sich wie die wirre Traumerzählung eines Kindes gelesen. Der Autor schiebt immer konfusere und unzusammenhängende Ideen nach. Nichts ist logisch. Es gibt nicht nur ein paar Ungereimtheiten, es passt gar nichts. Dabei ist es nicht so, dass es sich um fantastische Elemente handeln würde, oder sich die Geschichte mit Science-Fiction erklären könnte. Es bleibt nur die komplett chaotische und unzusammenhängende Welt der Träume.

Dabei ist der Schreibstil durchaus sehr leicht verständlich. Nur der rote Faden oder die Logik hinter den Sätzen, die ist nicht so leicht zu finden.

Spannend war die Geschichte nicht, wie sollen diese verworrenen Sätze auch fesseln, sie quälen höchstens und schläfern ein.

Das Buch "Der Krieg im Garten des Königs der Toten" richtet sich an Freunde von wirren, konfusen Geschichten. Ich kann es nicht empfehlen.
Profile Image for Zapatoo.
151 reviews3 followers
October 4, 2018
Ein ganz fiktiver Kontinent mit einer fiktiven Entstehungsgeschichte – das Auftauchen aus dem Ozean lässt ihn dann wirklich „entdeckt“ worden sein – der sich ansonsten ganz wunderbar in die weltliche Realität einfügt und Anklänge von Siedlungskolonien hat – und mit dem Phänomen der Desaparecidos aber auch landschaftlich, steppen- bis wüstenartige Landschaft, und einer gewissen Binnengeographie mit einer großen entwickelten Stadt (U-Bahn!) und mangelnder Infrastruktur andernorts, sowie Rebellengruppe in den bewaldeten Bergen an der Peripherie erinnert an Lateinamerika – vielleicht sogar ganz konkret an Mexiko. Der 17-jährige Hauptprotagonist Bruno Hidalgo erinnert mich zumindest mit seinem Nachnamen schließlich ganz direkt an den mexikanischen Revolutionär und Nationalhelden Miguel Hidalgo (ich hatte lustigerweise noch einen Asteroiden im Kopf, aber der ist ja nach demselben Hidalgo benannt). Ein im Buch als Figur auftretender Mexikaner, als Retter und Mörder, mag diesen Bezug zwar wieder entfernen, aber es bleibt doch eine Unmöglichkeit in einer real-wirkenden, aber völlig fiktiven Welt zu agieren. Das apokalyptische Szenario, die fiktiven Horrorfilme – Brunos Lebensinhalt – erhalten Authentizität schließlich über ihre mögliche Nähe zur Realität, ihre tatsächlichen Handlungsorte. Die Welt ist somit ein düster geratenes, unentrinnbares, Paralleluniversum mit all seinen Ähnlichkeiten zum real existierenden Universum: Es ist notwendig um Stereotype so aufgreifen zu können, die Parameter von „Normalität“ so weit verschieben zu können und die Phantasie eines diktatorischen Drittweltlandes ohne reale Basis als Hintergrund für die Geschichte nehmen zu können. Vielleicht kann man sie so als Karikatur eines Erwachsenwerdens fernab ordentlicher, geregelter Staatlichkeit verstehen – mit einem Rassismus, der keinerlei Verschleierung bedarf, Sexualität, die problemlos ausgelebt werden kann, radikalisiertem Individualismus und Verlust der sozialen Bindungen, Verwahrlosung der Jugend mit Gewaltfilmen und so weiter. In den Problemen wirkt also alles unheimlich bekannt – aber in diesem fremden Szenario erscheint es nicht mehr als anklagend, sondern weit eher als selbstverständlich, als Regel dieser fremden Welt. Das Buch ist eigentlich ein Film – zumindest endet es auch wie einer: So viele Fragen gingen mir durch den Kopf, aber ich stellte Antoinette von Schenk keine einzige davon, nicht zu diesem Zeitpunkt. Sie griff nach meiner Hand und zog mich ins Haus hinein, flüsterte mir zu, dass ich keine Angst zu haben bräuchte, und schloss die Tür hinter uns. Ich hatte keine Angst. (S. 268f.)
Profile Image for Miss Bookiverse.
2,297 reviews87 followers
Did Not Finish
May 5, 2016
Sorry, Sascha, das war mir alles viel zu wirr, politisch und unangenehm. Und verstanden hab ich's auch nicht. Mehr als 75 Seiten sind nicht drin.
Profile Image for Frauke.
54 reviews1 follower
June 24, 2017
Eigentlich nicht mal einen Stern wert.
Profile Image for Cedric.
56 reviews16 followers
June 28, 2016
Ein-Satz-Review

Dieses Buch ist eine Enttäuschung, die so gross ist, wie sie ein schlechtes Buch niemals bedeutete, denn es hält immerhin die Versprechung von Fantasie, jonglierenden Klischees und gespreizten Erzählsituationen, die mir Sascha Machts Gewinnertext des New German Fiction-Preises «Nach den Spionen» letztes Jahr gemacht hatte, indem auch hier die Handlung auf einer Just Cause-ähnlichen Abziehbild-kubanischen Insel spielt, wo die Klischees regieren, nicht nur als korrupte Generäle, kommunistische Sekten, deutsche Touristen, sondern auch in der Coming Off Age-Handlung selbst, als ein von den Eltern einsam zurückgelassener Junge namens Bruno Hidalgo, der sich in billige Horrorfilme, die auch nur schlechte Klischees von sich selbst und deren Inhaltsangaben oft lustig zu lesen sind, flieht und zu einem Filmfestival reist, um aus dem gelangweilten Elend der Existenz hinauszukommen, doch das Buch — trotz diesen gehaltenen Versprechungen — enttäuscht, weil die Sätze so lieblos zusammengeschustert sind wie die einzelnen Ideen und fantasievollen Schnipsel, deren Reihungen sie sofort in ein ironisches Licht rücken, wo, so spürt man, eben nichts so wirklich gemeint und alles nur das Spiel eines unglaublich bemühten Spassmachers ist, der sich an jedem sprachlich vulgären Register vergreift, in der Hoffnung, es münde in die Dreistigkeit eines Clemens Setz, auf der er leider einen grossen Rückstand hat.
Profile Image for Boziswelt.
39 reviews2 followers
March 12, 2016
Ich finde das Buch gut, weil es überrascht und man es lesen möchte, weil man nicht sofort weiß, was noch kommen kann!
Displaying 1 - 8 of 8 reviews