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Die Abschaffung der Wochentage

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Schonungslos und zärtlich offenbart Moritz Franz Beichl eine Existenz zwischen Liebeskrankheit, Depression und Lebenshunger.

Moritz Franz Beichls soghafter Debütroman ist eine rückhaltlose Hymne an die Lust, legt aber auch ungeschönt Zeugnis ab vom Leben mit Depression und bipolaren Erkrankungen. Als der Erzähler von seinem Freund verlassen und nach einem Suizidversuch in die Psychiatrie eingeliefert wird, beginnt er, an den verlorenen Geliebten zu schreiben. Er textet obsessiv, ohne Hoffnung auf Antwort, aber auch luzide und ironisch, was die Zustände im Spital betrifft. Nach der Entlassung wagt er ein neues Leben auf der Suche nach dem prekären Gleichgewicht von Alltag und Exzess. Über das intime Bekenntnis hinaus beschreibt Beichl immer auch den gesellschaftlichen Umgang mit Gefühlen und Körpern, mit nicht normierten Psychen und queerem Begehren.

203 pages, Kindle Edition

Published August 23, 2022

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Displaying 1 - 5 of 5 reviews
Profile Image for pablopumsi.
29 reviews3 followers
October 10, 2022
teil 1 war irgendwann nervig
teile 2 bis 4 sind aber gut und zwar so gut, dass teil 1 dann irgendwie doch auf die richtige art nervig war
Profile Image for Tanja Schöttl.
172 reviews
March 27, 2024
Depressionen und ihre vielseitigen Auswirkungen - detailreich und berührend...
Profile Image for Foks.
112 reviews3 followers
June 1, 2023
„wir sind zum Zeitverschwenden geboren“ … inmitten von depressiven Phasen der Wunsch Wochentage, Sonntage die von Einsamkeit geprägt sind, Lohnarbeit die Reichtum vermehrt, ohne das Elend zu beenden, abzuschaffen. Inmitten von Sucht & Therapie, Klinikaufenthalten, Medikamenten die funktionsfähig machen, lebensfähig. Was ist eigentlich, wenn Depression kein Ende hat? Was ist Energie, außer die Messbarkeit von Produktivität.

Was für ein Roman, geschrieben in what’s App Nachrichten, Briefen, sms, emails… mit jeder Seite besser. Triggerwarnungen sind: Suizid, Depression, Angststörung, Sucht
Profile Image for Johann Guenther.
807 reviews28 followers
August 28, 2022
BEICHL, Moritz Franz: „Die Abschaffung der Wochentage“, Wien Salzburg 2022
Der erste Teil des Buches besteht aus WhatsApp Nachrichten. Allerdings sind diese einseitig. Ein Mann hat sich von seinem Freund getrennt. Er hadert mit seinem Unglück und hat Liebesschmerz, den er ihm in den WhatsApps mitteilt. Er bekommt keine Antworten und will auch keine. Er trinkt viel Rotwein. Allerdings hat er sich vorgenommen erst nach Sonnenuntergang zu trinken. Er sucht eine Psychotherapeutin auf und wechselt sie bald gegen eine andere. Sind die WhatsApp Meldungen zu Beginn noch kurz, so werden deren Texte immer länger. Er hadert mit einem Selbstmordversuch. Dazu warf er alle Möbel auf die Straße. Vom Selbstmord wurde aber nicht direkt geschrieben.
Dieser Abschnitt erinnert an Glattauers „Gut gegen Nordwind“, wo sich ein Liebespaaar via eMails austauscht. Das Konzept ist hier anders, aber das System dasselbe, nur dass das modernere Medium WhatsApp anstelle von eMails verwendet wurde.
Im zweiten Teil ist die alleinige Hauptfigur in einer psychiatrischen Anstalt im Wiener Allgemeinen Krankenhaus (der erste Teil handelte in Berlin). Er schreibt weiter an seinen Freund, aber jetzt sind es Briefe. Im letzten Brief spricht er dann seinen Selbstmord an und beschreibt ihn. „Das war der schlimmste Tag in meinem Leben. Und dennoch denke ich mit Freude daran zurück.“ (Seite 141) Er wurde gerettet und ist enttäuscht: „Und auf eine Art bin ich froh, dass ich es überlebt habe. Auf der anderen Seite bin ich enttäuscht von mir, dass ich nicht einmal das hinbekommen habe.“ (Seite 136)
Der dritte Teil des Buches besteht nur aus einem Brief an seinen Ex-Freund, den er schon bei den handgeschriebenen Briefen mit „Dear Nobody“ angesprochen hat. Er ist bereits acht Wochen im Krankenhaus. Jetzt hat er erst seinen Laptop und das Mobiltelefon in Betrieb genommen. Es ist ein langer Brief, der jetzt am Computer geschrieben wurde. Er ist 32 Seiten lang. Es ist eigentlich ein Mail und er ist sich der Länge bewusst: „Dieses Mail ist schon recht lang, ich wollte gar nicht so viel schreiben, aber eine Sache habe ich dir noch zu erzählen.“ (Seite 148) Und jetzt zählt er seine Tagesabläufe auf und macht den Vorschlag die Namen der Wochentage abzuschaffen und durch andere zu ersetzen. „Etwas Neues schaffen. Den Tag heute Julia nennen, nicht Dienstag und morgen ist Fatih und nicht Mittwoch und niemals wird sich auch ein Name nur wiederholen.“! (Seite 150)
Im vierten Teil ist der Hauptakteur in Paris. In diesem Kapitrel schreibt er Ansichtskarten mit dem Eifelturm drauf an sich selbst. An besonderen Tagen schreibt er auch zwei Karten. Er lebt von der Erbschaft durch den Tod seiner Mutter. „Arbeiten werde ich nicht mehr, das ist beschlossen. Meinen Körper den Zwängen der Ökonomie zu unterwerfen, diese Zeiten sind vorbei für mich.“ (Seite 178) Seine Depression vergeht und kommt wieder. Verschiedene homosexuelle Freunde treten in sein Leben. Mit einem vermählt er sich. Zu jedem Geburtstag und jedem Weihnachten schickt er sich eine Ansichtskarte mit dem Eifelturm. Bis zu seinem 39. Geburtstag. Dann endet das vierte Kapitel. Das fünfte beginnt damit, dass sein Lebenspartner ihn von Paris nach Wien in die psychiatrische Abteilung des Allgemeinen Krankenhauses gefahren hat. Hier wird er wieder behandelt und kommt zu der Erkenntnis, dass die Depression sein ganzes Leben vorhanden sein wird. Er träumt von einer Reise zum Mars. Scheint also komplett verrückt geworden zu sein (wenn das erlaubt ist, so zu formulieren). Das Buch endet mit dem Satz „Ich werde zum Mars reisen. Vielleicht wird sie uns da endlich gelingen: die Abschaffung der Wochentage.“ (Seite 208)
Ein im wahrsten Sinne verrücktes Buch.
36 reviews
October 2, 2022
"Die Abschaffung der Wochentage" ist eine Ansammlung an Nachrichten und Briefen an den Ex-Freund der Hauptfigur. Jeder Teil des Buches bedient sich eines anderen Mediums, zu Beginn stehen What's App Nachrichten, dann folgen handgeschriebene Briefe, eine Mail, Postkarten und zum Abschluss SMS. Der Exfreund antwortet nie, zumindest hat der Protagonist aber die Vermutung, dass er die Nachrichten liest. So ist es im Endeffekt eine einseitige Kommunikation, die sich an einen unerreichbaren Adressaten wendet.

Im ersten Teil des Buches versucht Lukas die Trennung von seinem Freund zu verarbeiten, fängt an sehr viel zu trinken und das vor sich zu rechtfertigen. Er wird zunehmend destabiler, z.B. in dem er sich selbst verletzt oder all seine Möbel auf die Straße wirft. Schlussendlich versucht er sein Leben zu beenden, doch eine Freundin ruft die Polizei, die ihn ins Krankenhaus begleiten. Kurz danach beginnt er einen längeren Aufenthalt in der psychatrischen Abteilung eines Krankenhauses in Österreich und setzt sich mit den Ursachen um Umgang mit seiner Depression und Angstzuständen auseinander. Dabei reflektiert er immer wieder die gesellschaftlichen Strukturen, die z.B. eine Depression pathologisch machen - Kapitalismuskritik schwingt in dem Buch inhärent mit. Nachdem seine Medikamente gut auf ihn eingestellt sind, wird er entlassen und zieht nach Paris, um dort von dem Erbe seiner Mutter (die nebenbei verstorben ist) zu leben. Dieser vierte Teil des Buches umfasst einen Zeitraum von fast 10 Jahren und beschreibt, wie Lukas eine stabile, polyamore/offene Beziehung aufbaut und wie sich sein Leben mit bipolarer Depression gestaltet. Fast schon aufdringlich schreibt er immer wieder, wie gut es ihm geht. Im letzten Teil findet sich Lukas im Krankenhaus wieder und versucht zu akzeptieren, dass er nie ohne Depression leben wird, sondern dass sie immer wieder auftauchen wird.

"Die Abschaffung der Wochentage" ist sicherlich unkonventionell und es gab viele Momente, in denen ich beim Lesen sehr vor den Kopf gestoßen war. Gleichzeitig musste ich an Textstellen immer wieder laut lachen wegen ihrer Absurdität oder Komik oder habe mich sehr gesehen und berührt gefühlt, weil es so genau Bezug nimmt auf das Leben und die Gefühlswelt von Menschen, die selbst mit mentaler Gesundheit zu kämpfen haben. Besonders genossen habe ich die unaufgeregte und selbstverständliche Queerness des Protagonisten und seine Auseinandersetzung mit psychischen Erkrankungen in einer kapitalistischen Gesellschaft.
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