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Tage, Tage, Jahre. Aufzeichnungen

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Tage, Tage, Jahre - Aufzeichnungen - bk1128; Suhrkamp Verlag; Marie Luise Kaschnitz; pocket_book; 1984

338 pages, Paperback

Published January 1, 1984

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About the author

Marie Luise Kaschnitz

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Marie Luise Kaschnitz (born Marie Luise von Holzing-Berslett; 31 January 1901 – 10 October 1974) was a German short story writer, novelist, essayist and poet. She is considered to be one of the leading post-war German poets.

She was born in Karlsruhe. She married archaeologist Guido Freiherr Von Kaschnitz-Weinberg (the author of The Mediterranean Foundations of Ancient Art) in 1925, and travelled with him on archaeological expeditions.

She received high praise for her short stories, many of which were inspired by events in her life, complemented by her personal reminiscences. These stories were collected in books such as Orte and Engelsbrücke. She enjoyed travel greatly and her tales make use of diverse settings. They are thoughtful in nature, rather than eventful, often dealing with particular stages in a woman's life or a relationship. Her main collection is Lange Schatten ("Long Shadows"). Her favorite story was 1961's "Das dicke Kind".

Her post-war essay collection in Menschen und Dinge 1945 established her reputation in Germany. Her poems dealt with the war and the early post-war period, often expressing a yearning for a peaceful past, but also hope for the future. In the volume Dein Schweigen - meine Stimme she dealt with the death of her husband. After 1960 she became influenced by Pablo Neruda.

She briefly taught poetics at the University of Frankfurt. She was a member of PEN. She won many prizes, including the Georg Büchner Prize in 1955 and the Roswitha Prize in 1973. She died, aged 73, in Rome. The Marie Luise Kaschnitz Prize is named in her honor.

(from Wikipedia)

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Profile Image for Klaus .
5 reviews
March 5, 2024
Von Marie Luise Kaschnitz (1901-1974) kannte ich bislang nur ein paar Gedichte. Im Blog Buddenbohm & Söhne wurde ihr Prosatext „Tage, Tage, Jahre“, eine Art Tagebuch der Jahre 1966 und 1967, so sehr gelobt, dass ich mir dieses Buch gleich besorgt und gelesen habe. Die einzelnen Tagebucheinträge sind ungefähr 1 bis 2 Seiten lang und enthalten Gedankenspiele, Träume, Reiseeindrücke (Italien, USA), Erinnerungen und Reflexionen. Ein roter Faden ist die Angst vor dem drohenden Verlust ihrer Frankfurter Wohnung in einem Altbau, der – so fürchtet sie – durch ein Hochhaus ersetzt werden soll. Nicht ganz unbegründet: Die brutale Stadtentwicklungspolitik führte Anfang der 70er zum Frankfurter Häuserkampf.
Ein Zitat: „Ich wollte etwas zu Ende bringen und fange schon wieder Neues an, allerdings etwas lang Vorgehabtes, zu dem ich nur bisher nicht gekommen bin. Eine Sammlung von Zeitungsausschnitten nämlich, die ich später zusammenstellen will und die ein selbstgeschriebenes Buch durchaus ersetzen können. Das Persönliche, das man von einem Buch verlangt, läge in diesem Fall in der Auswahl, was ist wichtig, was ist kennzeichnend für die Zeit, in der wir leben, was war mir so wichtig, daß ich es nicht überlesen habe. Die Schwierigkeit besteht nur in dem Zwang zu handeln, etwas mit der Hand (mit der Schere) zu tun, wo man doch am liebsten das Auserwählte nur in den Gedächtnissack fallen ließe, der aber keinen Boden hat, wie man weiß. Die für meine Ausschnitte bestimmte Schachtel ist da sicherer, eine Schuhschachtel, die aber auch gelegentlich verschwindet, entzieht sich, so, als solle, was nicht im Gedächtnis behalten wird, überhaupt nicht behalten werden.“
Sprachlich also auf höchstem Niveau, dazu schöne Bilder und überraschende Einfälle, was will man mehr, vor allem, wenn man bedenkt, was einige ihrer heute bekannteren männlichen Schriftstellerkollegen zu dieser Zeit abgeliefert haben. Wenn man den Namen Kaschnitz googelt, taucht oft die Beschreibung „nahezu vergessen“ auf. Es gilt, Marie Luise Kaschnitz wieder zu entdecken. Es lohnt sich.
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