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Die frühe Innovationsphase: Methoden und Strategien für die Vorentwicklung

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Zum richtigen Zeitpunkt auf die richtige Idee setzen - das ist es, was innovative Unternehmen von anderen unterscheidet. Dabei spielt vor allem die frühe Phase des Innovationsmanagements eine entscheidende Rolle, werden hier doch die Weichen für wettbewerbsfähige Neuerungen gestellt. Der Grundgedanke klingt dabei einfach: Zukunftsträchtige Ideen identifizieren und rigoros fördern. Aber wodurch lässt sich erkennen, welche Ideenstränge die größten Chancen besitzen? Wie kann man Kundenwünsche und künftige Marktentwicklungen verlässlich abschätzen? Und was sind die Voraussetzungen für eine innovationsfördernde Unternehmenskultur? Für diese Fragen gibt es keine Patentrezepte, aber einen Bestand systematischer Ansätze und erprobter Verfahren, die erfolgreiches Innovationsmanagement plan- und handhabbar machen. Die Autoren erläutern praxisnah, wie Unternehmen durch Ideenscouting, Früherkennung, Zukunftsforschung, intelligente Einbindung von Kunden und systematisches Innovationsmanagement ihre Position im Innovationswettbewerb verbessern und so die Märkte der Zukunft erschließen.

529 pages, Hardcover

Published February 8, 2010

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March 30, 2022
"Ideen und Vorschläge sind Geschenke von Mitarbeitern an das Unternehmen, und so sollten sie auch behandelt werden. Jemand, der unachtsam mit Geschenken umgeht, bekommt irgendwann keine Geschenke mehr." - S.208


Wo fange ich an? Ein dickes Buch, bestehend aus 22 Artikeln zu fünf verschiedenen Oberthemen. Laut dieser geht es um Innovationskultur, Ideenscouting, Open Innovation, Patentmanagement und Innovationsmanagement.

Inhaltlich verrät bereits das Vorwort und die Einführung einiges. Was ich insgesamt am interessantesten fand und mitgenommen habe:
-Innovation ist heutzutage notwendiger denn je - you don't say
-wichtig ist eine "innovationsfreundliche Unternehmenskultur" (S.18) (auch: "Fehlerkultur"), geprägt von Neugier, Mut und Offenheit; ach ja, und natürlich sind motivierte, kreative Mitarbeiter hilfreich
-in frühen Entwicklungsstadien die richtigen Weichen stellen - whatever that means exactly
-Zahlen wie: zwischen fünf und 15 Prozent am gesamten F&E-Budget sollte in die Vorentwicklung gehen, oder: 76% aller Ideen entstehen in der Freizeit der Mitarbeiter, oder: aus 2000 Ideen werden rund 50 Produkte von denen nur 10 am Markt überleben
-die Mitarbeiter häufig in Alphawellenzustände bringen und inspirative Büros integrieren
-Sammlung der Ideen in einer Datenbank über die Firma hinweg; ggfs. kompetitiv/spielerhaft und mit Be-/Entlohnungen. Natürlich bedarf es dann auch einer Art Bewertungssystem für diese Ideen; die im Buch beschriebenen empfinde ich aber als allerhand komplex (siehe sonst den Artikel Ideenbewertung mit dem Analytical Hierarchy Process)
-Open Innovation ist gegen das NIH-Syndrom, beschleunigt die Entwicklung und eröffnet ganz andere Marktzweige. Außerdem ist der Einbezug des Kunden ("lead user") sinnvoll zur Ideengenierung, -überprüfung und zum Verlassen des Elfenbeinturmes
-Patente enthalten Informationen über Entwicklungen und sollten daher systematisch und fortlaufend analysiert werden (auch weitere Meta-Informationen in ihnen können hilfreich sein...); außerdem können Unternehmen damit viel Geld verdienen (Lizenzvergabe/Verkauf), aber sie zu halten kostet natürlich auch fortlaufend Geld

Ob sich für diese Erkenntnisse die 500 Seiten lohnen, sollte jeder für sich selbst entscheiden. Vielleicht gibt es ja doch noch viel mehr zu lernen und entdecken, nur habe ich es aus Eintönigkeit und repetitiver Schreiberei einiger Artikel entweder überlesen oder schnell wieder vergessen. Da ich erst sehr frisch im Berufsleben bin, sehe ich viele der sonst noch beschriebenen Dinge vielleicht auch einfach (noch) auf der falschen "Ebene".

Was gibt es sonst noch?
Auf S.451 wird Mahatma Gandhi zugesprochen: "Eine neue Idee wird erst belächelt, dann bekämpft und später geliebt." Ein schönes Zitat, aber ob er dies wirklich so gesagt hat, konnten meine kurzen Recherchen nicht bestätigen. Ich glaube eigentlich wird es eher Arthur Schopenhauer zugeschrieben (siehe auch hier).

Die meiner Meinung nach besten Artikel:
-Die Gestaltung einer erfolgreichen Vorentwicklung von Axel Schröder; vor allem weil es hier mal wirklich um die Vorentwicklung geht
-Innovationsquellen erschließen von Jens Bode; amüsant geschrieben und irgendwie auch am konkretesten. Hier wird ein echter Ansatz (der Firma Henkel) ausführlich beschrieben und kommt ganz ohne wissenschaftliche Quellen aus (mit welcher manch anderer Artikel hier vollkommen übertreibt ("Wer hat den längsten (Literaturanhang)?"))

Schließen wir mit einem zusammenhangslosen, philosophischen Zitat aus dem Buch, um nochmal daran zu erinnern, dass die meisten Seiten dieses Buches mindestens genauso viel, aber auch gleichzeitig nichts sagend sind:
"You see: The deeper reality is made out of language. (...) It means there is no such things as >truth<. There's only language. There is no such thing as a >fact<. There is no truth or falsehood, just dominant process by which reality is socially constructed. In a world of language nothing else is even possible." - S.236
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