Daniel Wisser erzählt zweiundzwanzig lakonische Geschichten über das ganz alltägliche Fiasko von Liebe und Sexualität: Sie handeln vom Reiz des Imaginierten, desaströsen Wochenenden und dem Drama der Dating-Portale, von Fetischisten und Neurotikern, von der Liebe der Hundertjährigen, der Scham der Pubertät und verpassten Augenblicken. Sie erzählen vom Anfang der Liebe und von ihrem Ende – und dass manchmal nicht mehr bleibt als ein toter Hund in einer Louis-Vuitton-Tasche. Sie zeigen ihre Figuren beim immer wieder scheiternden Versuch, nicht zu scheitern, gönnen ihnen keine Erlösung und sind gerade deshalb von großer Menschlichkeit.
Inhalt: - Roswitha - Silvia - Frau Ilse - Linda - Tatjana - Etta - Claudia - Mathilde - Kira - Antonia - Paula - Jelena - Danirca - Aviva - Christine - Asuman - Victoire - Milli - Lisa 7 - Benno - Ingrid - Christiane
WISSER, Daniel: „Die erfundene Frau“, München 2022 In diesem Buch erzählt Wisser in 22 Geschichten von Frauen. Es ist kein sexistischer Abklatsch und es sind auch keine Liebesgeschichten, sondern einerseits sehr ernste Erzählungen, denen es aber nicht an Ironie mangelt. Das Inhaltsverzeichnis liest sich wie die Liste von verflossenen Frauen, die nochmals in Geschichten festgehalten werden sollen. Beim Lesen kommt es aber anders. Nur einige Beispiele: • Roswitha ist zwei Mal mit einem Arbeitskollegen ausgegangen, der immer schon komisch gewirkt hat und der ein Hobby hatte, das sie nicht kannte: er schaute bei Automaten im ausgabefach, ob Restgeld liegengeblieben ist. • Silvia ist, nachdem sie ihren Job verloren hat, gegenüber ihrem Mann komisch geworden. Sie verdächtigt ihn wegen Liebschaften, die es aber nicht gibt, bis er eine Frau erfindet. • Manche sind fast skurril, wie etwa die Witwe Ilse, deren Hund bei einem Einkauf stirbt. Der tote Hund wurde in eine Papptasche gesteckt. Beim Kaffeehausbesuch wird diese Tasche gestohlen … In einer sehr abwechslungsreichen Themenschaft geht es weiter. Jede Geschichte ist nett und unterhaltsam. Zwischen den einzelnen Kapiteln empfehle ich aber eine Pause einzulegen: dadurch, dass die Geschichten so unterschiedlich sind, muss man sich als Leser immer wieder neu einfügen und da muss die alte Geschichte zurückbleiben und darf nicht überlappen. Also ein ideales Buch zum Lesen in kurzen Etappen.
Zweiundzwanzig kurze Geschichten über die Liebe und deren Stadien. Zwischen den Menschen oder zwischen Mensch und Tier. Sie sind teilweise unterhaltsam, teilweise irritierend und oft sehr real.
Daniel Wisser hat einen schnörkellosen Schreibstil. Er ist speziell und nicht so richtig fließend, wie erhofft. Dadurch wirken die Geschichten, die Charaktere etwas hölzern und nicht so richtig zugänglich. Was er sieht, wird beschrieben ohne Romantik, ohne Füllwörter oder Ausschmückungen. Manchmal fehlten gerade diese Bilder im Kopf, die die eine oder andere Geschichte für mich zugänglicher und verständlicher gemacht hätten. Nicht bei jeder Geschichte konnte ich die Kernaussage erkennen. So saß ich dann manchmal da und fragte mich, was will mir der Autor jetzt mitteilen?
Die Grundidee ist gut und bei ein paar Geschichten musste ich schon schmunzeln oder erschrocken die Seiten weiterblättern. Der (schwarze) Humor blitzt immer wieder durch und unterhält dann auch gut, aber insgesamt konnte mich die Sammlung der Kurzgeschichten nicht so richtig packen und mitziehen.