Es gibt nichts Besseres als Freundinnen und Freunde, mit denen man gemeinsam durchs Leben geht. Doch was passiert, wenn diese Freunde schon längst ganz eigene Zukunftspläne schmieden? Sollte man einander trotz aller Unterschiede festhalten – oder ist es irgendwann an der Zeit, loszulassen? Drei Freunde Ende zwanzig: Insa, Hannes und Nico sind gemeinsam in einem friesischen Kaff aufgewachsen und auch nach ihrer Flucht aus der Provinz beste Freunde geblieben. Sie sind unzertrennlich und erzählen sich alles – eigentlich. Doch plötzlich häufen sich die Geheimnisse voreinander. Ihre Zukunftspläne scheinen nicht mehr zusammenzupassen: Hannes will zurück ins Dorf und die Werkstatt seines Opas übernehmen, Nico hat sich in eine Frau verliebt, die ein Kind erwartet, und Insa treibt weiter orientierungslos vor sich hin. Ihre einst unzertrennliche Gemeinschaft droht, auseinanderzubrechen. So unternehmen sie eine letzte große gemeinsame Reise. Zum Soundtrack von Django Reinhardt über …But Alive bis Team Dresch fahren die drei Freunde unaufhaltsam auf die Weggabelung des Erwachsenwerdens zu, die ihre Leben in verschiedene Richtungen führen wird. Eine Geschichte über den aufwühlenden Wandel einer Jugendfreundschaft und das Ende einer gemeinsam verbrachten Lebensphase. Ela Meyer erzählt ebenso unterhaltsam wie berührend.
Ich habe es leider nur bis zur 30%-Marke geschafft, dann musste ich die Waffen streichen -- die Protagonistin und ihre zwei Freunde sollen Mitte/Ende 20 sein, kommen aber rüber wie halb so alt, und ihre "Probleme" ziehen mit. Egotistischer Bauchnabelbeschau und endlose Befindlichkeitsauslotung ist mir ein bisschen zu dünn für einen Roman; ich fand vor allem die Hauptfigur unfassbar unsympathisch, oberflächlich und doof, jemand, der trotz engem Horizont seine Meinung über alles andere stellt und für die einzig wahre hält (pubertär halt), dabei aber nicht viel mitbringt... weder Humor noch Empathie noch Witz noch einen eigenen Blickwinkel noch irgend etwas, das sie als Person abgehoben hätte von den irre Anders-als-die-anderen-Tollen (=sie selbst und ihre Freunde und noch ein paar andere krasse Leute mit bunten Haaren und so) und der total einfallslosen, mitlaufenden, langweilig verspießten Masse (="die Erwachsenen"; anders lässt sich das Buch leider nicht deuten). Sie ist vor allem: prätentiös. Gemotze wird hier gleichgestellt mit Rebellion, larmoyantes Selbstmitleid mit Tiefgang. Charakterisierung erfolgt via Musikgeschmack; ach Gott, ja. Wie mit 14 halt. Wem das reicht -- schön. Passieren tut allerdings auch nichts, Motz-Insa braucht das komplette erste Drittel des Buches, um den tollen Roadtrip (dessen Sinn und Zweck man nachvollziehbar finden kann oder auch nicht) angeschoben zu kriegen, bis dahin nölt sie sich durch Hamburg und Friesland-Dorf und ein bisschen Backstory, nichts davon in irgendeiner Form spannend oder witzig oder interessant: Dazu hinterfragt sie sich selbst einfach zu wenig. Es reicht ihr, alles einfach nur doof zu finden und sich angesichts der Entscheidungen und Lebenswege ihrer beiden Superkumpel leidzutun. Zwischendurch wird gesoffen und geraucht, weil, keine Ahnung, das halt voll authentisch ist; das ist dann aber auch das volle Ausmaß an Aktivität. Meine Geduld war in dem Moment restlos erschöpft, als die Mutter der Protagonistin ihr den neuen Freund vorstellen will und das crazy Mädel hinter ihrem Rücken schnell aus der Küche flitzt und über die Felder abhaut (Grund: Muttis Neuer trägt Schnauzer UND die frischverliebte stolze Mutti hatte kein richtiges Ohr für Insas Probleme. Von denen sie natürlich nichts wissen konnte, da Insa schön die Fresse gehalten hatte, aber egal: böse Mutti!). Eine Szene, die sich in einem Jugendbuch prima machen würde, nur leider ist Insa 27, nicht 13. Sprachlich ist das ganze solide, aber auch in keinster Weise besonders. Da fehlt einfach die Leichtigkeit, das (Selbst)Ironische, die etwa vergleichbar Gelagertes wie "Tschick" oder "Auerhaus" ausmachen (wobei man dazusagen muss, dass beide Bücher auch deutlich mehr Tiefe mitbringen). Zwei Sterne anstelle von einem, weil ich mir den Rest des Werkes nicht angetan habe -- vielleicht zieht der Roman ja noch richtig an und lässt das lahme erste Drittel im Staub zurück; ist mir ehrlich gesagt aber egal, denn mit diesen Leuten möchte ich keine Zeit verbringen. Dafür ist das Leben zu kurz und mein TBR-Stapel zu hoch.
Meinen Dank an Netgalley und den Verlag für ein Rezensionsexemplar.
Insa, Hannes und Nico sind seit ihrer Kindheit beste Freunde. Gemeinsam haben sie das dörfliche Friesland verlassen, um in Hamburg zu leben. Als Hannes bekannt gibt, wieder nach Friesland zurückzugehen, um eine Werkstatt zu eröffnen und auch Nico von Zukunftsplänen berichtet, ändert sich das Freundschaftsgeflecht – denn Insa fühlt sich überrumpelt, da sie nicht so recht weiß, was sie mit ihrem Leben anfangen soll. Die drei machen sich auf einen letzten gemeinsamen Roadtrip – und entdecken so ganz neue Seiten ihrer Freundschaft.
Ich mochte die Geschichte um dieses sympathische Dreiergeflecht, bei dem die Autorin die besondere Atmosphäre von Roadtrip, Aufbruch, Vertrauen, aber auch Trennung, Wehmut und Nostalgie wunderbar eingefangen hat. Erzählt wird alles aus Sicht Insas, und so bekommt der Leser viele Einblicke in ihre Gedanken und Gefühle. Insa ist eine verletzliche junge Frau, die sich im Leben sehr zurückgezogen hat und die das jetzt schmerzlich erfährt. Obwohl ich ihre unkonkreten Vorstellungen vom Leben kaum nachvollziehen konnte, ist sie eine sympathische Figur, die ich gerne begleitet habe. Durch alles, was auf dem Roadtrip passiert, sowohl die schönen als auch die weniger schönen Dinge, findet sie aber langsam in ihre Mitte und macht eigene Pläne für ihre Zukunft.. Das hat mir sehr gut gefallen. Hannes wirkt deutlich zielstrebiger als Insa, aber auch er ist mit seiner verträumten und zurückhaltenden Art manchmal sehr naiv, was ihm aber viele Sympathiepunkte meinerseits verschafft hat. Nico wirkt in dem Dreiergespann wie der Vernünftige – er ist treu und verlässlich. Alle drei sind sehr authentisch geraten mit all ihren positiven, aber auch weniger guten Seiten – und man kann sich vorstellen, dass es auf der Reise – so verschieden, wie sie sind – auch mal geknallt hat und die Fetzen geflogen sind.
Letztlich aber siegt die Freundschaft, auch wenn lange unklar bleibt, wie die drei am Ende weiter zueinander stehen werden – mich hat der Schluss sehr versöhnlich gestimmt, da er schlüssig und glaubhaft ist.
Der Schreibstil ist locker, umgangssprachlich und authentisch – vor allem hat er die unterschiedlichen Stimmungen sehr gut eingefangen: Das Thema Freundschaft mit all seinen Seiten steht dabei immer im Mittelpunkt, auch wenn die Autorin den Leser mit ihren wunderbaren Beschreibungen von Flora und Fauna einnimmt und manches Mal zum Träumen bringt.
Ich mochte diese etwas andere Coming-of-age-Geschichte sehr gerne und gebe 4 von 5 Sternen.
Mein Fazit Drei ganz unterschiedliche Freunde stehen im Mittelpunkt dieser Geschichte – sie machen sich gemeinsam auf eine Reise und entdecken sich und ihr Freundschaftsgeflecht ganz neu. Ich habe die drei sympathischen Protagonisten gerne begleitet, insbesondere mochte ich die Entwicklung der Figuren und den versöhnlichen Schluss. Ich gebe 4 von 5 Sternen.
Vielleicht ist es einfach nicht mein Genre, aber das Buch war ziemlich langweilig. Man hätte mehr aus den Charakteren rausholen können. Außerdem hat es mich genervt, wie normalisiert der Konsum von Alkohol und Drogen dargestellt wurde, im Prinzip täglich. Es ging um Freundschaften und das Loslassen, die Hauptprotagonistin war aber auch ziemlich anstrengend.
Ein wirklich schönes Buch. Der spezielle Schreibstil der Autorin lädt ein, wirklich eindrucksvoll mitzufühlen und hat mich mitgerissen. Sie beschreibt u.a. detsilliert die Umgebungen, so dass manbes sich richtig gut vorstellen kann. Ich hatte das Gefühl zu den 3 Hauptfiguren eine richtige Beziehung aufgebaut zu haben und werde die 3 vermissen. Es ist mal humorvoll und auch mal etwas ernster geschrieben. Alles in allem ein tolles Buch, wo ich mich gut mit identifizieren konnte.
Ich habe dieses Buch geliebt! Man kann sich in viele Situationen und Erzählungen reinfühlen und fühlt sich dabei wie in den Arm genommen. Ein wahnsinnig tolles Buch!
Ich kann das Buch leider nicht weiterempfehlen. Die Charaktere haben kaum tiefe, die Sprache ist sehr einfach und wenig kreativ. Es lässt sich schnell runterlesen, das ist evtl der einzige Vorteil.
Ich bin absolut kein Fan von Gegenwartsliteratur, die sich hauptsächlich mit dem Innenleben junger Erwachsener beschäftigt. Deren Alltag interessiert mich nicht wirklich und auch wenn ich selbst dieser Altersgruppe angehöre, kann ich mich darin nicht wiedersehen. Aber mal sowas von überhaupt nicht, weswegen ich die letzten 50 Seiten auch nicht mehr beenden werde. Geschichten, die sich zum Thema setzen, den Übergang der Jugendzeit ins Erwachsenenleben darzustellen, finde ich, nach nun wirklich zu vielen Lektüren derartiger Romane, einfach nur schrecklich langweilig. Ja. Abschiede tun weh. Nein, man bleibt nicht für immer und ewig mit denselben Leute befreundet. Und auch das eigene Leben ist nicht immer rosig und toll. Aber das man darüber ein Buch schreiben muss? Ich sehe den Sinn dahinter nicht wirklich. Den Klappentext fand ich eigentlich ziemlich interessant. Es ging um drei Freund*innen, die sich schon immer kennen und die sich durch aufkommende Geheimnisse immer weiter verfremden. Diese Geheimnisse sind leider nicht so spannend wie gedacht, sondern ganz normale Entscheidungen selbstständiger Persönlichkeiten, die nicht länger aufeinander hocken. Auch die gemeinsame Reise ist nicht wirklich reizvoll gewesen. Das alle irgendwie was miteinander bzw. Interesse aneinander hatten, hat mir dann das Ganze umso mehr vermiest. Freundschaften müssen nicht immer sexuell sein. Ich fand es jetzt nicht so schlecht, dass ich es schon früher abgebrochen hätte… aber irgendwie ist mir meine Zeit für die letzten 50 Seiten dann doch zu schade. Ich vermute mal, dass einige Personen bestimmt Interesse an Gegenwartsliteratur mit dem thematischen Bezug der Loslösung der Jugend und dem Neuanfang eines eignen Leben haben. Aber wenn wir beachten, dass die Autorin 1973 geboren wurde (also mittlerweile 49 Jahre alt ist) und über drei Personen schreibt, die Mitte bis Ende Zwanzig sind (also eher so alt wie ich jetzt), verwundert es mich überhaupt nicht, dass ich mich nicht damit identifizieren kann. Vielleicht ist das eher für Personen geschrieben worden, die dieses Alter schon länger hinter sich haben. Wer weiß? Ich weiß, dass es für mich leider nichts war. [Rez.ex @goyaverlag]