Ich veröffentliche eine Kritik zum "Ego" und mache mich sogleich diesem schuldig. Ich empfinde mich als etwas, abgeschnitten von anderen Organismen und meiner Umgebung. Es ist meine Umgebung und meine Kritik. Alan Watts, der den hier referenzierten Text verfasste, schreibt: Das alles ist bloß eine große, gesellschaftlich antrainierte Illusion und hier sind einige Beispiele, die diese Behauptung untermauern. Zuallererst muss betont werden wie kurz das kleine Büchlein eigentlich wirklich ist. Gerade einmal 63 Seiten, von denen die Hälfte mit Bildern gefüllt und die Übrigen nur maximal zu 50 Prozent bedruckt sind. Dies ist keine kritische Feststellung, sondern ein Darlegen um welch Einführungslektüre es sich hierbei handelt. Das Ego wird so grundlegend wie möglich, (sehr) leicht zugänglich erklärt und bietet somit einen Denkanstoß, der, wenn es stimmt was Watts in seinem Philosophiekessel zusammenbrodelte, dafür sorgt, dass der Leser sich letztlich davon löst. Dieser finale Schritt ist bedauerlicherweise etwas zu selbstverständlich formuliert, doch das könnte auch intentionell gewesen sein, um die inne wohnende Simplizität aufzuzeigen. Ich bin überzeugt, "Ego" allein reicht nicht, um das Ego vollständig zu verstehen und abzuschütteln. Nutzlos ist es jedoch keinesfalls. Die wenigsten wissen, was genau mit dem Begriff eigentlich gemeint ist und sich sanft zu belesen macht Watts Heftchen definitiv möglich. Es handelt sich hierbei um Lektüre, die ich als verpflichtend für jedermann/-frau betrachte, denn wir sind schlussendlich alle gegenseitig ausgetrickste Ego Opfer- auch wenn die Alternative den Leser*innen nicht intensiv genug verkauft wird, gibt es diese. Alan Watts Beitrag stellt für diesen Findungsprozess einen großartigen (wenn auch nur) Impuls dar.