Hamburg, 1962: Marie Hansen lebt in der Kleingartensiedlung Zur alten Landesgrenze in Wilhelmsburg. Als Zimmermädchen im Hotel Atlantic wird sie schlecht bezahlt und von den Gästen herablassend behandelt. Aber hier, unter ihren verschrobenen Nachbarn, hat sie eine Heimat gefunden. Bis Marie in einer Februarnacht von einem Tosen erwacht, Schreie sind zu hören – die Siedlung steht unter Wasser. Marie wird gerettet, doch das wenige, was sie besaß, hat sie verloren. Für die nächsten Wochen wird sie bei Effie von Tieck in St. Pauli einquartiert. Die ältere Dame besitzt ein Tanzlokal in der Speicherstadt, das durch die Sturmflut ebenfalls schwer beschädigt wurde. Marie ahnt, dass sich hinter Effies ruppiger Fassade eine tragische Geschichte verbirgt, und beschließt, der verzweifelten Frau unter die Arme zu greifen. Das Danzhus soll wieder ein Ort der Lebensfreude werden! Mit vereinten Kräften bauen die ungleichen Frauen das Lokal wieder auf – und schöpfen durch ihre ungewöhnliche Freundschaft neuen Lebensmut …
Marie lebt in Wilhelmsburg in einer Kleingartensiedlung und arbeitet im Atlantic Hotel als Zimmermädchen. Ein einfaches Leben, aber sie ist glücklich damit. Doch dann kommt die Flut im Februar 1962 und Marie verliert ihr kleines Häuschen. Glücklicherweise bietet sich Effie an, Marie bei sich aufzunehmen. Anfangs ist es für die beiden schwierig miteinander klarzukommen, aber nach und nach lernen die beiden sich kennen und gemeinsam schaffen sie es Effies Lebenswerk, das Danzhus wieder zum Leben zu erwecken.
Das Buch spielt auf zwei Zeitebenen. Einmal begleiten wir Marie im Hamburg des Jahres 1962. Nach der Flut ist es für sie schwer wieder auf die Füße zu kommen, auch weil sie nicht weiß, was mit ihren Nachbarn passiert ist. Die zweite Zeitebene begleitet Effie vom Tag der Geburt ihrer Tochter Helly an bis nach dem Krieg. Hier erfahren wir, wie Effie zu ihrem Danzhus kam und wie sie wurde, wie sie ist.
Beide Teile haben schön ineinander gegriffen. Da gab es keinen Bruch, wenn die Perspektive wechselte. Die Autorin schafft es beide Zeitebenen lebendig werden zu lassen und den Leser in die jeweilige Zeit zu entführen. Ich mochte beide Ebenen gleich, auch wenn mir Marie mit ihrer fröhlichen Art etwas sympathischer war als Effie. Zusammen geben die beiden ein gutes Team ab und ich habe mich am Ende für beide gefreut.
Ich habe dieses Buch sehr gerne gelesen und am Ende zufrieden zugeklappt. Wer ein wenig Hamburger Luft schnappen möchte ist hier genau richtig.
Ich hatte von der Autorin noch nicht gehört, nachdem mir dieser Roman aber sehr gut gefallen hat, werde ich sie sicher weiter im Auge behalten!
Die Geschichte spielt auf zwei Zeitebenen. Im Jahr 1962 verliert das Zimmermädchen Marie bei der Sturmflut ihr ganzes Hab und Gut und kommt bei einer älteren Dame, Effie von Tieck, unter. Effie ist sehr eigen und dickköpfig und macht es Marie nicht leicht. In einem zweiten Erzählstrang aus dem Jahr 1910 erfährt man dann, warum Effie geworden ist, wie sie ist – sie erzählt von ihrer Ehe und ihrer geliebten Tochter Holly, ihren unkonvewntionellen Freunden und ihrem Tanzlokal in Hamburg.
Die Autorin hat einen sehr lebendigen Schreibstil und hat mich damit direkt gefangen - nicht nur, dass die Charaktere voller Leben stecken, auch das Geschehen erzählt sie sehr plastisch, so dass ich viele Bilder vor Augen hatte. Marie ist eine sympathische Frau, die einen ungeheuren Lebensmut versprüht, obwohl es das Leben nicht immer gut mit ihr meint. Ich mochte ihre Offenheit den Menschen gegenüber sehr, vor allem aber auch ihre Art, sich nicht aus der Ruhe bringen zu lassen, die Dinge anzunehmen und das Beste aus einer Situation zu machen. Effie wirkt anfangs ihr gegenüber wie eine verstockte, sture alte Dame – sie lernt man dann aber näher kennen und kann aus ihrer Vergangenheit heraus zumindest verstehen, warum sie so geworden ist. Trotz ihrer sehr brüsken und oft auch verletzenden Art hat sie aber auch doch auch ein großes Herz, das man aber erst entdecken muss und das sie gut zu verstecken weiß.
Gerade die erste Hälfte des Buches hat mich sehr begeistert – die Autorin hat die Atmosphäre sehr gut eingefangen, egal ob diese Not und Verzweiflung nach der Sturmflut, oder auch den Alltag einer jungen Frau, die sich selber durchs Leben schlagen muss – sowohl im Jahr 1910 als auch im Jahr 1962. In der zweiten Hälfte steht dann das Danzhus im Mittelpunkt – und irgendwie hat mich das nicht ganz so fesseln können. Natürlich gibt es auch eine kleine Romanze in diesem Buch, die wirklich ganz anrührig war, wenngleich am Ende dann doch etwas unglaubwürdig und zu dick aufgetragen. Überhaupt kommt am Ende dann alles Schlag auf Schlag, und so authentisch die Geschichte in der ersten Hälfte war, so unglaubwürdig war es dann leider am Schluss.
Trotzdem habe ich die Lektüre sehr genossen – ich wurde gut unterhalten, habe mit den Hauptfiguren mitfühlen können und war so eingesogen in die Geschichte, dass ich unbedingt immer weiterlesen wollte. Ich gebe dem Buch daher 4 von 5 Sternen.
Mein Fazit Gerade die erste Hälfte hat mir sehr gut gefallen, weil die Atmosphäre so lebendig war, dass ich mich als Teil der Geschichte gefühlt habe und auch die Charaktere so sympathisch waren, dass ich mit ihnen gefühlt und gelitten habe. Die zweite Hälfte war dann nicht mehr so intensiv, das Ende sehr plötzlich – trotzdem habe ich das Buch sehr gerne gelesen und hatte schöne Lesestunden. Ich gebe daher 4 von 5 Sternen.
Dieser Roman spannt einen weiten Bogen von 1910 bis 1962, also von der Kaiserzeit über die beiden Weltkriege bis zur Sturmflut. Vor allem die Flutkatastrophe von 1962 fand ich sehr interessant, weil ich davon zwar schon gehört hatte, aber keine Details kannte. Die Darstellung der Flut und der Zeit danach hat mich sehr beeindruckt. Der Rest des Romans hat leider viele Längen mit zähen Dialogen, während gleichzeitig viele Figuren sehr flach bleiben, über die ich gern mehr erfahren hätte. Genauso bleibt die Geschichte immer dann merkwürdig distanziert, wenn es sehr persönlich wurde oder wenn die wirklich interessanten Dinge passierten. Dafür wurde aber immer wieder sehr ausführlich beschrieben, wie ein Mann seine Frau misshandelt. Das hätte ich nicht gebraucht.