Eine aufrüttelnde Reise ins Herz der deutschen Finsternis Amalia, Josef, Gero und Bodo, Freunde seit Kindheitstagen, haben sich zu einer sommerlichen Kanutour verabredet. Kaum sind sie an ihrem Ausflugsziel angekommen, verdichten sich die Anzeichen, dass sie hier nicht willkommen sind. Vor allem Josef, der Schwarz ist, bekommt die Ablehnung von Menschen zu spüren, die aus Prinzip gegen alles Fremd-Aussehende sind. Doch soll man sich von ein paar ewiggestrigen Provinzlern einschüchtern lassen? Einfach klein beigeben? – Amalia, Josef, Gero und Bodo entscheiden sich dafür, zu bleiben, und ab da gibt es kein Zurück mehr. Jeder Schritt weiter ist einer auf den Abgrund zu. Alle ahnen, dass dieser Ausflug kein gutes Ende nehmen wird. Doch keiner will es wahrhaben. Schon bald geht es nicht mehr um ein sommerliches Abenteuer, sondern nur noch darum, mit heiler Haut davonzukommen.
Dirk Kurbjuweit is deputy editor-in-chief at Der Spiegel, where he has worked since 1999, and divides his time between Berlin and Hamburg. He has received numerous awards for his writing, including the Egon Erwin Kisch Prize for journalism, and is the author of seven critically acclaimed novels, many of which, including Fear, have been adapted for film, television and radio in Germany. Fear is the first of his works to be translated into English.
Einfach mal eine kühne These vorweg, wohl wissend, daß sich deren Prämisse gerade in den vergangenen Jahren durchaus geändert hat: Abgesehen von Krimis können Deutsche keine Genre-Literatur. Rumms, einfach mal so hingeknallt. Stimmt nicht!, ruft da einer. Lies doch den neuen Roman von Dirk Kurbjuweit – das ist feinste Thriller-Literatur mit Anteilen von Horror und Psycho!
DER AUSFLUG (2022) heißt also dieser neue Roman des Journalisten, Publizisten und Leiter des SPIEGEL-Hauptstadtbüros Dirk Kurbjuweit. Eine Gruppe von vier Freunden, alle Anfangs ihrer Dreißiger, macht einen gemeinsamen, jährlich stattfindenden Ausflug. Sie kennen sich seit Schultagen, sind einander eng verbunden, obwohl es in der Vergangenheit Tändeleien und Trennungen zwischen ihnen gab. Amelia und ihr Bruder Bodo, Gero, den eine Freundin seiner Frau angefragt hat, ob er bereit sei, ihr Samen zu spenden, da ihr Gatte nicht zeugungsfähig ist, und Josef, einst mit Amelia liiert, die dann schwanger von ihm wurde und das Kind ohne sein Wissen abtreiben ließ. Josef ist schwarz. Das führt seinerseits dazu, daß er – zu viel, wie Amelia findet – Bemerkungen, Blicke und Andeutungen gern auf seine Hautfarbe bezieht.
Nun also fahren sie in eine Gegend, die im Roman nie näher benannt wird, die aber anhand ihrer Spezifika recht gut als jenes Gebiet gekennzeichnet ist, das gern unter „Spreewald“ subsumiert wird. Eine wilde Gegend, dichter Wald, die Flüsse und Fließe, das Moorige, ein Dschungel. Herrlich, um sich ein paar Tage von der Zivilisation und den nervigen Alltagsproblemen loszusagen. Wenn da nicht die Einheimischen wären. Die nämlich, das machen sie in ihrer ganzen Haltung deutlich, mögen offenbar keine Fremden und schwarz Fremde schon mal gar nicht. Wie das so ist im wilden, rassistischen Osten Deutschlands. Kennt man ja, weiß man alles. Und so kommt es nach einem abendlichen Schlagabtausch in einer Kneipe dazu, daß die vier Freunde plötzlich Freiwild sind und von einem unsichtbaren Gegner durch die Kanäle und die Wasserwege verfolgt, im Grunde gejagt und gehetzt werden. Bis es plötzlich einen Ausweg gibt: Es wird ihnen eine Pistole zugespielt, mit einer einzigen Patrone. Sie müssten einfach innerhalb von 24 Stunden Josef erschießen, dann könnten sie gehen. Folgten sie der Anweisung nicht, würden sie alle sterben.
Wie verhält man sich nun in einer solchen Situation? Steht man für denn Freund ein, notfalls mit dem eigenen Leben? Oder ergibt man sich den Regeln eines perfiden Spiels und folgt der Anweisung? Wie viel von dem von Josef so oder so vermuteten Rassismus steckt auch in den Freunden? Hat Amelia ihr und Josefs Kind wirklich nur abtreiben lassen, weil sie sich zu jung fühlte, der Verantwortung nicht gewachsen? Oder wollte sie eben kein „schwarzes“ Kind, wie Josef es ihr seit jeher unterstellt? Und Geros schweigende Ablehnung von Josefs halb spaßig gemeinten Angebot, der ihm unbekannten Freundin von Geros Frau seinen höchst eigenen Samen zu spenden? Wirklich nur ein freundschaftlich ignorierendes Schweigen oder dich tiefer sitzende Vorurteile?
Diese Fragen drängen sich im Laufe der Stunden, die den Freunden bleiben, vor allem Amalia auf, aus deren Perspektive der Großteil der Handlung erzählt wird. Es ist vor allem ihre Geschichte, die sich nach und nach entblättert, wenn sie sich in ihre Erinnerungen einerseits, ihren Studienobjekten – sie ist Historikerin und schreibt eine Dissertation über Aaron Burr, jenen US-Vizepräsidenten, der in einem Duell Alexander Hamilton tötete und dafür durch die Geschichtsschreibung abgestraft wurde – andererseits verliert, um der harschen Realität zu entkommen. Da entsteht das Bild einer vollkommen normalen, durchschnittlichen bundesrepublikanischen Frau, aufgewachsen irgendwo in der Provinz, Klassenbeste und Klassensprecherin, Aufenthalt in den USA, Abi, Studium, Rallye-Fahrten mit ihrem Freund, der schließlich bei einem Unfall ums Leben kam, an dem sie, als Beifahrerin, wahrscheinlich nicht ganz unschuldig gewesen ist. Und immer wieder zweifelnde Reflektionen darüber, wer und wie sie wirklich ist, wirklich war: Offenbar durchaus eine machtbewußte junge Frau, die bereit war, hier und da auch Terror auszuüben, um ihre Bedürfnisse und Belange durchzusetzen. Bei einem Treffen mit einem ehemaligen Klassenkameraden musste sie sich einst anhören, wie sehr der unter ihr und ihren Freunden gelitten hatte, weil er, ein Geck, nicht in deren Bild passte.
Kurbjuweit reißt da Vieles an, öffnet Räume für Reflektionen und das Hinterfragen eigener Positionen, lässt innere und äußere Wirklichkeit aufeinandertreffen und einander bedingen. Und irgendwann kommt da ein etwas fatalistischer Schlag in das Ganze. Ja, man war selbst auch nicht immer ein Engelchen, hat durchaus seine dunklen Seiten, hat eine Geschichte, in der auch nicht immer alles so glatt gelaufen ist, wie man sich das vorgestellt hatte, irgendwann mal. Und dann müssen wir irgendwann für unsere Handlungen, unsere Taten und unser Unterlassen bezahlen. Dann wird der Preis aufgerufen und er wird – Hallo, Genreliteratur! – tödlich sein.
Genau an diesem Punkt kommt sich Kurbjuweits Roman selbst ins Gehege. Denn wie es Genreliteratur so zu eigen ist, bedient sie häufig Klischees und zementiert damit Feindbilder und Ressentiments. Es droht ihr häufig der Schwenk ins Reaktionäre. Kurbjuweit mag eine Allegorie vorgeschwebt haben, eine Parabel auf das Unverständnis zwischen Ost und West. Vielleicht hat er aber auch einfach nur schlechte Erfahrungen bei seinem letzten Urlaub gemacht und wollte es denen mal richtig zeigen. Denen? Ja, denen. Denen da drüben, die hohe Hotelrechnungen einfordern, aber nicht bereit sind, die dafür nötige (oder erwartete) Leistung zu erbringen. Denen, die zwar auf Tourismus setzen, aber ihre eigene Unfreundlichkeit nicht überwinden können. Denen, die unser Geld gern nehmen, uns dafür aber ununterbrochen beschimpfen und beleidigen. Alles Erfahrungen, die man schon mal machen kann, wenn man sich in die ostdeutsche Provinz aufmacht. Ach so, das kann einem auch in Baden-Württemberg, im Niederbayrischen oder in Ostwestfalen passieren? Okay…
Kurbjuweit enthält dem Leser also nicht nur vor, wo genau sich seine Story – und genau das ist es: eine Story, eine Räuberpistole, letztlich Kolportage, also reiner Genrestoff – zuträgt, sondern er verweigert dem Leser auch jedweden Hinweis auf die Verfolger, ihre Motivation, die Begründung und Bedingung ihres Hasses. Das macht die Sache umso unheimlicher. Und umso klischeehafter. Wollte der Autor eine Versuchsanordnung herbeiführen, bei der eine Gruppe sich unter Maximalstress bewähren muß, bzw. ihr „wahres“ Gesicht entblößt? Da hätte es möglicherwiese andere Szenarien gegeben, die der bundesdeutschen Realität dann doch etwas näherkommen. Aber so ist spannender und auch mit mehr Action, ne.
Und so wird diese Freundesgruppe in ein Setting geführt, daß an Filme und Erzählungen erinnert, die schon dutzendfach abgenudelt wurden. John Boormans DELIVERANCE (BEIM STERBEN IST JEDER DER ERSTE/1972) stand da ebenso Pate, wie Richard Connells Story THE MOST DANGEROUS GAME (DAS GEFÄHRLICHSTE SPIEL/1924), vielfach zitiert, paraphrasiert und mehrfach für die Leinwand adaptiert, die berühmteste (und beste) Verfilmung dürfte jene von 1932 unter der Regie von Ernest B. Schoedsack sein. Und mit dem Element der Pistole und der sadistischen Aufforderung, die Weißen der Gruppe könnten überleben, wenn sie den Schwarzen töteten, kommt sogar ein wenig jenes Gefühl der Ausweglosigkeit und hemmungslosen Gewaltbereitschaft, ja, des Atavismus auf, den James Wan in seinem Gewalt-Porno SAW (2004) verbreitete und damit eine bisher auf neun Filme angewachsene Reihe von Folgefilmen auslöste. Und diese Vorbilder drängen sich geradezu auf in diesem Roman, andere, verstecktere Hinweise mögen da noch gar nicht bemerkt worden sein.
Nun ist es ja so, daß man seinerzeit gerade in einem Film wie DELIVERANCE viel Aussage zum modernen Leben vermutete, der Entfremdung und der damit einhergehenden Umwelt- und Naturzerstörung. Da trafen Großstädter, für die es ein Survival-Wochenende zwecks Rückbesinnung auf männliche Tugenden geben sollte, auf Rednecks in den Appalachen, die der Film sehr bewußt als rückständig, teils sogar als offen zurückgeblieben inszeniert und damit mit dem Klischee vom inzestuösen Verhalten der Bergbewohner spielte. Doch nichts davon in Kurbjuweits Roman. In den wenigen Momenten, in denen Einheimische überhaupt auftauchen – in einer Kneipe, wo Josef der Toilettengang verwehrt wird; die Kanuverleiher; ein seltsamer Prediger, der mit einem Harem irgendwo in den Wäldern lebt und einer selbstgeschaffenen Naturreligion frönt; ein (wahrscheinlich) sorbisches Wildererpärchen; der Besitzer einer Straußenfarm – sind sie eindimensional gezeichnet, wird ihre Motivation bestenfalls angedeutet und sie verbreiten grundlegend eine unangenehme bis feindliche Atmosphäre. Es wirkt, als seien diese Gegenden ausnahmslos mit Aussteigern fragwürdigen Hintergrunds, Spinnern oder Minderbemittelten bevölkert.
Und so hat dies weitaus weniger von einer Parabel, sondern eben von einem astreinen Genre-Roman, der sich keine weiteren Beweggründe seiner Antagonisten überlegen muß, es reicht, ein überzeugendes Bedrohungsszenario zu entwerfen, dann fluppt das schon. Fast hat man den Eindruck, daß der Autor sich geradezu freut, daß es nun auch in Deutschland Gegenden gibt, in die man solche Gefahren und Bedrohungen zumindest hineininterpretieren kann. Unheimlich, gewalttätig, rätselhaft. Wie ein Motel am Wegesrand, mitten in der Nacht, im strömenden Regen, irgendwo in der Mojave-Wüste. Nur stellt sich die Realität in Deutschland eben immer noch derart dar, daß es eine Menge unfreundlicher Menschen gibt, auch im Dienstleistungsgewerbe, daß es immer noch große Unterschiede zwischen Ost und West gibt (und die wahrscheinlich in den kommenden 50 Jahren auch nicht glattzubügeln oder auszumerzen sind), daß es auch immer wieder (und, wie viele fürchten, immer mehr) Gewalt gibt.
Doch in Deutschland denkt sich kaum mal Einer perverse Spielchen aus – in Deutschland hat man die Schnauze voll, geht spät abends an die Tankstelle und ballert einen jungen Menschen weg, weil der sich für die Durchsetzung gewisser, gerade geltender Regeln stark macht. Impulsiv, rachedurstig und vor allem wehleidig. Schließlich fühlt man sich ja unterdrückt, gar in einer Diktatur, da die Regierung vorschreibt, eine Maske zum Schutz der anderen zu tragen. Und diese Haltung ist weitaus grusliger, als es ein düsterer Wald voller dunkler Bedrohungen letztlich je sein kann. Der Horror, zumindest in Deutschland, der schleicht sich durch die Hintertür in den Alltag ein. Oder kommt direkt durch den Vordereingang. Vielleicht lieben die Deutschen nicht zuletzt deshalb die Genre-Romane eines Stephen King? Dirk Kurbjuweit, der sehr kluge und weitschauende Leitartikel schreiben kann, sollte sich vielleicht einmal dieses Horrors annehmen.
Tja. Sprach- und Fassungslos sitzt der Rezensent vor seiner Tastatur und dem Bildschirm und kann schwer glauben, was er in den letzten drei Tagen gelesen hat. Hatte Dirk Kurbjuweit 2020 mit „Haarmann“ dem Rezensenten ein echtes Highlight beschert, bei dem die dunkle und bedrohliche Atmosphäre über die gesamte Romandistanz erhalten blieb, ist diese in „Der Ausflug“ nach den ersten gut 60 Seiten sang- und klanglos verpufft.
Die vier Freunde Amalia, ihr Bruder Bodo, Gero und Josef wollen wie jedes Jahr ein paar unbeschwerte Tage genießen und haben sich Paddelboote gemietet, um durch die nicht näher benannte, aber laut der Beschreibungen durchaus als Handlungsort erkennbare, ostdeutsche Provinz zu paddeln. Von vornherein steht der titelgebende Ausflug unter keinem guten Stern.
Bereits am Vorabend der Kanutour wird Josef, der Schwarz ist, der Zutritt zu einer Toilette im Gasthaus verweigert. Offensichtlich sind sie dort von Rassisten umgeben; warum in diesem Zusammenhang das N-Wort nicht ausgeschrieben wurde, hat sich mir als Leser nicht ganz erschlossen. Authentischer wäre es gewesen und die geneigte Leserschaft von Herrn Kurbjuweit hätte es ihm bestimmt auch nicht übelgenommen.
Schon hier legt sich beim Lesen ein leichter Schatten über den Roman, der sich im weiteren Verlauf (leider) zu einer undurchsichtigen Nebelwand aufbaut. Soll heißen: die Fragezeichen ob des Gelesenen werden immer größer und ich will nicht glauben, dass ein und derselbe Autor zwei so unterschiedlich in der Qualität schwankende Bücher schreiben kann.
Was dann folgt, ist eine Aneinanderreihung
- abstruser, hanebüchener Handlungen - ob der Situation, in die die vier immer tiefer sinken, sinnfreier Dialoge - von elend langen und die Handlung nicht voranbringenden Gedanken über (hauptsächlich) Amalia´s Vergangenheit - von Thriller-Elementen, die unlogisch und aufgesetzt wirken.
Durch die letzten 50 Seiten bin ich nur noch „geglitten“ ohne großartig Interesse an Handlung und der Auflösung zu haben; das offene Ende hat mich nicht überrascht, hat mich aber auch kalt gelassen.
Insgesamt war ich froh, dass das Buch nur 190 Seiten hat und ich es schnell wieder zur Seite legen konnte.
Tja, die (meine) Enttäuschung über „Der Ausflug“ sollte deutlich genug geworden sein. Ich kann dieses Mal leider nur magere 2* vergeben. Leser:innen, die gerne unrealistische Thriller lesen, packen noch Sterne drauf; ich bin sicher, dass das Buch seine Fans finden wird.
Aber die literarisch und inhaltlich anspruchsvolle(re) Leserschaft sollte hier die Finger von lassen.
Was war das denn? Starker Auftakt, dann nur noch verbohrte Klischees, eine abstruse "Hetzjagd", die eher eine verworren, wenig nachvollziehbare Irrfahrt ist und dann nur noch hanebüchenes Wirrwarr, um das Buch irgendwie zu Ende zu kriegen. So, so schade! Ich hatte mich nach Kurbjuweits "Angst" auf ein richtig tolles Buch gefreut.
"Weite Felder, gelb glänzend, von der tief stehenden Sonne mit Lack überzogen."
Vier Freunde auf einem Kanu Ausflug mitten in der nicht näher benannten deutschen Provinz. Erst wird Joseph nur angepöbelt, weil er dunkelhäutig ist, dieser Rassismus steigert sich im Laufe des Buches. Dirk Kurbjuweit ist ein Spannungsroman gelungen weit jenseits von Genre Grenzen. Kein Krimi, kein Thriller, eher ein Gesellschaftsroman. Was als Idylle beginnt, die 4 Freunde die sich einmal im Jahr zu einem Urlaub treffen, endet in einem Horror Trip. Denn nicht nur die Einheimischen werden zu Feinden, sondern auch in der Gruppe selbst bröckeln die Fassaden. Der Autor beschreibt eine faszinierenden Landschaft, ein Flussdelta mitten im Nirgendwo, kleine Flussläufe, einsam gelegen , die Landschaft geprägt von Verfall, die Menschen geprägt von Vorurteilen. Diese ständige unterschwellige Gefahr, die während des Lesens vor sich hin brodelt, das hat mir richtig gut gefallen. Das Böse ist allgegenwärtig aber nie da. Und wieviel von diesem Bösen steckt in uns selber? Die Ausbrüche von Gewalt erschrecken und scheinen so sinnlos und gleichzeitig fast folgerichtig , so verquer wird das Denken im Laufe des Buches. Manche Nebengeschichte innerhalb der Gruppe erschien mir zu ausgeschmückt, zu viel Raum einnehmend innerhalb des Romans. Mir hätte eine Fokussierung auf die eigentliche Story besser gefallen. Auch wenn auch in diesen Geschichten Dunkles lauert. Auch die Menschen die sie treffen sind so seltsam, ich wusste oft nicht ob ich lachen oder entsetzt sein soll. Ich fand niemanden so richtig sympathisch, bin niemandem nahe gekommen. Dennoch konnte das Ende mich emotional mitnehmen und hat mich sehr nachdenklich zurück gelassen. Ein Buch, auf das man sich einlassen muss, das sich manchmal etwas zieht , ein Buch das sicherlich bewusst übertreibt und dadurch das Thema Rassismus noch mehr ins Zentrum des Geschehens rückt.
Die Geschichte ist einigermaßen spannend und befasst sich mit interessanten Fragen. Aber die Figuren bleiben leblos, die Handlung ist völlig überfrachtet und das Ende total überzogen.
Leider äußerst enttäuschend, zumal der Umgang mit der Thematik sehr überzogen wirkt. Gerade mit dem Thema Rassismus, das natürlich (und gerade in der heutigen Zeit) immer noch relevant ist, sollte man meines Erachtens feinfühlig umgehen. Hinzu kommt, dass ich wirklich lange davon ausging, die Protagonisten seien eher jugendlich. Dass sie sich im Verlauf des Romans als durchaus schon länger erwachsen herausstellten, hat mich beim Lesen sehr irritiert und meine Erwartungshaltung (auch nach dem Eindruck des Klappentextes) zunichte gemacht.
"Jede einem Menschen zugefügte Beleidigung, gleichgültig, welcher Rasse er angehört, ist eine Herabwürdigung der ganzen Menschheit." (Albert Camus) Vier Freunde brechen zu ihrem jährlichen Ausflug aus. Josef, Gero und die Geschwister Amalia und Bodo kennen sich schon seit ihrer Kindheit. Jedes Jahr treffen sich die Freunde, um bei einem Ausflug ihre Freundschaft zu erhalten. Diesmal brechen sie zu einer sommerlichen Kanutour auf in die Einöde des Ostens. Doch schon bald merken sie, dass sie hier nicht erwünscht sind. Besonders Josef muss aufgrund seiner dunklen Hautfarbe mit Anfechtung kämpfen. Die vier lassen sich allerdings nicht von den Bewohnern einschüchtern und beginnen ihre Tour. Nach anfänglichen Schwierigkeiten wird die Kanutour immer bedrohlicher, bis sie um ihr Leben kämpfen müssen.
Meine Meinung: Anhand des Klappentextes habe ich eine abenteuerliche, spannende Kanufahrt erwartet, doch leider wurde ich enttäuscht. Themen wie Rassismus, Fremdenhass, Samenspende und Freundschaft tauchen inhaltlich auf. Statt Abenteuer wurde ich meist mit langweiligen Vergangenheiten der Charaktere abgespeist, mit denen ich wenig anfangen konnte. Vor allem weil sie meist langweilig und oberflächlich waren. Besonders Fremdenhass und Rassismus wird mir hier viel zu nachlässig angeschnitten. Was sicher an der Kürze des Buches liegt und daran das sie zu viele Themen beinhaltet. Ebenso konnte ich mich nicht mit den Charakteren anfreunden, die bis auf Amalia zu inhaltslos und blass blieben. Bedauerlicherweise werden die fremdenfeindlichen Bewohner ebenfalls vernachlässigt sowie das Setting, bei dem ich nur erahne, dass es aufgrund der Fließe im Osten des Spreewalds spielt. Dabei schneiden diese Menschen nicht gerade gut ab in dieser Geschichte, den sie sind Eigenbrötler, intolerant, fremdenfeindlich, rassistisch und abweisend. Was besonders Josef zu schaffen macht, der allerdings dann noch zusätzlich provoziert. Erwartet dagegen habe ich ein interessantes Abenteuer, bei dem ich mehr über die Gegend erfahre, anstatt von einer kauzigen Religionsgruppe à la Bhagwan. Die Freundschaft der Clique kommt im Laufe der Tour immer mehr ins Wanken und wirkt zusehends angespannt. Das Ende war dann fast vorhersehbar, doch für mich viel zu unglaubwürdig dargestellt und mit dem offenen Ende hat mich der Autor noch mehr enttäuscht. Die Charaktere blieben bis auf Amalia alle recht blass. Familienvater Gero denkt darüber nach, ob er seinen Samen spenden soll. Josef, Amalias ehemaliger Freund, wurde schon als Kind gemobbt und muss nun erneut Anfeindungen erleben. Bodo Amalias Bruder ist ein Globetrotter, ansonsten blieb er für mich weitestgehend unbedeutend. Studentin Amalia, aufgeschlossen, kämpft mit ihrer Vergangenheit und führt die Gruppe an. Sei es ihre damalige Beziehung zu Josef oder Fabian, der bei einem Unfall, bei dem sie schwer verletzt wird, ums Leben kommt. Was der Autor mir mit dieser Geschichte wirklich sagen wollte, bleibt mir am Ende ein Rätsel und so habe ich die letzten Seiten bis auf wenige Ausnahmen nur noch überflogen. Diese Geschichte wird das Ost-Westverhältnis nicht gerade besser machen. Von mir gibt es leider keine Leseempfehlung und nur 2 von 5 Sterne dafür.
Der Ausflug ist das dritte Buch das ich von Dirk Kurbjuweit lese und leider das schlechteste bisher. Ich hatte mich wirklich drauf gefreut, denn ''Zweier Ohne'' und besonders ''Haarmann'' fand ich wirklich super. Mithalten kann dieser Roman da leider nicht.
Das Zentrale Thema dieses Buches ist Rassismus. Der Leser wird damit konfrontiert - mit allen Seiten und Facetten - und wird zum Nachdenken angeregt. Die vielen verschiedenen Aspekte rund um Rassismus haben mir wirklich gefallen, die Komplexität des Themas und auch all ihre Schwierigkeiten. Ich hab viele Situationen wirklich spannend gefunden weil man vor die Wahl gestellt wurde ob es sich nun um Rassismus handle oder nicht. Ich will nichts von der Geschichte Spoilern, aber dem Leser werden oft Szenen gezeigt die nicht eindeutig waren. Jeh nach Perspektive änderte sich die Sichtweise. Wirklich interessant.
Dies war dann aber auch schon das einzig positive an dem Buch. In der Handlung geht es um 4 Freunde die einen Ausflug unternehmen. Am Ausflugsziel erfahren die Freunde sehr viel Anfeindungen, denn nicht alle haben die gleiche Hautfarbe. Während ihrer Kanutour passieren merkwürdige Dinge und jeh länger die 4 unterwegs sind desto mehr schweben sie in Lebensgefahr. All die Geschehnisse empfand ich als extrem abstrakt und unglaubwürdig, es kam mir viel zu unwirklich vor. Gerade auch die Reaktionen der einzelnen Protagonisten waren merkwürdig. Nicht zuletzt weil eigentlich alle 4 sehr durchsichtig bleiben. Wirklich viel erfährt man nur über einen Charakter, aber dies treibt die Geschichte überhaupt nicht weiter. Hätte man mehr Persönlichkeit der anderen Charaktere gehabt hätte man vielleicht besser und intensiver in die Geschichte gefunden. So blieb bei mir eigentlich nur permanent ein großes Fragezeichen. Die Handlung selber bekommt keine tiefe, der Schreibstil ist plump. Zum Schluss bleibt der Leser mit einem offenen Ende zurück, ich zumindest hab mir nicht wirklich ausmalen können was passieren könnte. Ich war viel zu verwirrt.
Vielleicht ist das Buch ein literarisches Meisterwerk und ich habe einfach die meisten Sachen nicht richtig verstanden, hätte mehr analysieren müssen, aber für mich bleibt leider nur ein genervtes Gefühl zurück. Empfehlen kann ich das Buch leider nicht.
Jedes Jahr fahren sie ins Grüne. Vier Freunde, die sich seit der Schulzeit kennen. Nur Josef lebt noch in ihrem Heimatort und von ihm erfahren sie die Neuigkeiten. Nun sind Amalia, ihr Bruder Bodo, Gero und Josef auf dem Weg zu einem Paddelausflug. Die Gegend ist ansprechend, aber einsam. Die Menschen, die dort leben, scheinen nicht sehr froh über die Urlauber zu sein. Schon zu Beginn im Gasthof haben die Freunde eine bedenkliche Begegnung. Sie überlegen, ob sie den Ausflug lieber abbrechen sollten. Doch der Wunsch nach dem unbeschwerten Zusammensein und die Freude an der Gemeinschaft siegt.
Eine Clique von Freunden will einen unbeschwerten Ausflug erleben und sie gerät unversehens in ein traumatisierendes Ereignis. Was mit einer freudigen und erwartungsvollen Autofahrt beginnt, wird zu einer wahren Zerreißprobe für die vier jungen Menschen, die sich schon bald nach der Ankunft fragen, wo sie da gelandet sind. Was für Menschen sind es, die auf der einen Seite Touristen empfangen wollen, auf der anderen Seite aber unfähig sind, Gäste auch wie Gäste zu behandeln. Ungünstig ist es, wenn dann auch noch ein Funkloch nach dem nächsten kommt.
Mit lockeren und leichten Worten führt der Autor seine Leser auf eine Tour de Force, die in der heutigen Zeit wirklich schwer zu ertragen ist. Ebenso wenig wie man einverstanden ist, mit den Handlungen gewisser Despoten, ist man einverstanden mit den miesen Verhalten Einheimischer, mit denen man gewiss nicht in einem Heim sein möchte. Unglaublich, dass ein Funkloch so riesig sein soll, dass man über Stunden und Tage keinen Empfang hat, um die Polizei zu rufen. In was für eine Gegend sind die Freunde da geraten? Man mag es sich nicht vorstellen. Hätte alles auch ganz anders kommen können? Verständlich ist es schon, wenn keiner glaubt, es könne tatsächlich so schlimm sein. Doch gerade heute sieht man, es ist so schlimm oder schlimmer. Über diesen Roman möchte man wahrscheinlich in friedlicheren Zeiten mehr nachdenken.
Ich kenne mich in die Richtung Genre-Literatur null aus und bin erwartungslos a das Buch herangegangen, welches ich in einer Buchhandlung in Budapest auf deutscher Sprache entdeckte und deshalb mit nam. Leider hat mich die Story nicht wirklich begeistern können! Schreib Stil und generelle Idee sind meiner Meinung nach gut ! Nur zog sich die Handlung auf etwas plume Art und Weise über die nächsten 180 Seiten dahin. Das eigentliche Thema des Rassismus wurde an vielen Stellen okay und an vielen anderen etwas Klischee Haft aufgearbeitet. Die Frage nach dem waren Gesicht eines jeden Menschen, wenn man dem tot ins Auge blickt hat mir persönlich auch nicht gefallen . Abgesehen von dem Fakt, dass auch die Verfolger und gejagten in meinen Augen zu viele Ost-West Klischees bedienten . Da ich wie bereits erwähnt keine Bildung bezüglich dieses Themenbereichs besitze sind das alles subjektive Wahrnehmungen und kann natürlich auch alles Fehlinterpretation sein :)