Engel, vor allem die Erzengel, werden in der Literatur – wie auch im Film – gerne auf eine bestimmte Art und Weise dargestellt. Groß, mächtig, von Gott gesandt und ihm ohne Frage dienend, manchmal zweifelnd, nicht immer als die Guten, manchmal auch als die … nicht wirklich Bösen, eher … die Grauen, manchmal … nein, eigentlich immer ambivalent. Die Erzengel in diesem Story Center sind anders. Hier sind die Erzengel Michael, Gabriel, Raphael und Uriel eine von Gott gesandte und göttlichen Gesetzen gehorchende Truppe, Superhelden nicht unähnlich, die in einem galaktischen Imperium der Menschen an den unterschiedlichsten Orten die verschiedensten Aufgaben im Kampf gegen das Böse übernehmen und lösen. Die Erzengel sind eine überragende, aber nicht allmächtige Macht. Und das Böse ist nicht unbezwingbar – und es kehrt immer wieder. Und dann sind da noch Fragen zu beantworten: Warum sind die Erzengel, wie sie sind? Und was ist das Erz der Engel?
Folgende Geschichten sind enthalten: Spirlin, Gard: Nur ein Schritt nach links Aden, Celin: Aizong 3 Edelbrock, Michael: Der größte Feind Dyrnberg, C. M.: Helden Geißlinger, Esther: Die Berufung Frischer, Christoph: Das Schrödinger-Protokoll Heidrich, Marina: Flügel und Flammen Bogdan, Alvar: der dritte Exodus
Detlef Klewer (geboren 1957) verfasst als Autor Fantasy-, Mystery- Horror-, Steampunk- und Science Fiction-Geschichten und ist seit 2015 auch als Herausgeber im Horrorgenre tätig. Zudem arbeitet er als selbstständiger Coverdesigner, Illustrator und Comiczeichner für verschiedene Verlage.
In dieser Anthologie werden aus der Religion bekannte Konzepte in Science Fiction Geschichten verwendet. Dabei sind zumindest einige Grundgedanken der geschilderten Welt für alle Geschichten gleich: Es kommen immer verschieden Erzengel vor (Michael, Gabriel, Uriel und Raphael), die anscheinend früher “normale” Menschen waren und jetzt für Gott (auch schon einmal G.O.T.T.) verschiedene Aufträge ausführen. Sie verwenden dabei eine überlegene Technik und hin und wieder kommen auch ihre Antagonisten aus der Hölle vor. Mir hat diese Vermischung allgemein nicht so gut gefallen, auch wenn sie sich an einige Fernsehserien der letzten Zeit anlehnt, wie z.B. “Good Omens” und “Lucifer”. Aber das ist Geschmackssache.
Gut gefallen haben mir:
Dyrnberg, C. M.: Helden Erzengel Uriel befindet sich in einer Sinnkrise und nimmt Drogen. Er diskutiert mit Erzengel Raphael über das, was die Engel so tun und ob sie damit die Welt verbessern. Es gibt gute Beispiele für ihr positives Handeln und ihr Versagen. Besser, als es hier vielleicht klingt, diese Geschichte hat mir eigentlich am besten gefallen.
Heidrich, Marina:Flügel und Flammen Vier Erzengel sollen eine Stadt vernichten, angelehnt an Sodom und Gomorrha im Alten Testament. Gut geschrieben aber zu vorhersehbar.
Bogdan, Alvar: Der dritte Exodus Bei der Eröffnung eines neuen Dimensionstore nach Andromeda kommt es zu einem Zwischenfall und einer heftigen Auseinandersetzung zwischen den Erzengeln und Mächten der Hölle. Im Mittelpunkt steht Mira, die die neue Gottesmutter werden soll. Das ist witzig und ironisch geschrieben, so gibt es z.B. die "Front zur Begradigung der Raumkrümmung" und Leute, die behaupten, "Andromeda sei keine Galaxie, sondern nur ein bunter Nebel". Allerdings gefällt mir auch hier die "SF-isierung" religiöser Ideen gar nicht.