Der lockere und humorvolle Schreibstil der Kabarettistin Sybille Hein führt vom Prolog über sechs Runden zum Epilog. Ein winziges Spinnentier namens Jonas spinnt sich in das Leben von fünf äußerst unterschiedlichen Frauen. Jeweils aus Sicht der einzelnen Protagonistinnen erzählt, taucht die Leserin immer mehr in die Persönlichkeiten, Schicksale und Lebenssituationen der Damen ein. Das macht den Roman sehr abwechslungsreich und vielschichtig, aber anfangs auch etwas kompliziert bis man alle sortiert hat. Die überspitzten Beschreibungen insbesondere der unsympathischsten Hauptdarstellerin haben mir dabei sehr gut gefallen. Ich bin durch die Seiten geflogen und fühlte mich gut unterhalten. Mein Lieblingszitat: „Man kann nicht alles haben, und wenn man es versucht, läuft man Gefahr, genau das zu verlieren, was einem am meisten bedeutet." Normalerweise der erste Eindruck, aber hier aus gutem Grund zum Schluss gewürdigt – das Cover: Die Frauen auf dem Bild passen für mich auch im Nachhinein nicht zum Buchinhalt. Den Rest habe ich im Buch wiederfinden können. Auch nach der Lektüre werde ich aber mit dem Cover nicht warm. Es hätte mich beim Stöbern im Buchladen nicht eingeladen, mich näher mit dem Inhalt zu befassen. Schade, denn für mich hat das Buch insgesamt durchaus 4 Sterne verdient. Aber umso besser, dass es Leserunden und Buchverlosungen gibt!
In diesem Buch lernt man vier (die fünfte lernt man eher indirekt kennen) Frauen kennen, die sich alle grundlegend voneinander unterscheiden. Jede von ihnen ist auf ihre eigene Art und Weise interessant und hat ihren Teil zur Vergangenheit beigetragen. Nun müssen sie sich mit ihrem Weg in die Zukunft auseinandersetzen.
Um ehrlich zu sein, brauchte ich sehr lange, um in die Geschichte reinzukommen, weil ich einerseits Probleme hatte, mir die ganzen Namen zu merken und andererseits daraus resultierte, dass ich die Beziehungen untereinander nicht verstand. Nach ein paar Kapiteln hatte ich den Dreh aber raus und wurde endlich Teil dieser Gruppe.
In diesem Buch geht es um den Alltag. Wie kommt man ins Berufsleben zurück? Wie kümmert man sich um seinen kranken Vater? Was mache ich, wenn ich knapp bei Kasse bin? Ab wann muss ich zum Arzt? Es ist keine Geschichte, die von einer Heldin geführt wird, sondern eine, die sich um vier verschiedene Frauen dreht.
Die Autorin schafft es, mit ihrem Schreibstil diese Alltagsprobleme aufzulockern und mir ein Schmunzeln ins Gesicht zu zaubern. Banale Formulierungen, die jeder schon kennt, wurden hier neu erfunden. Aber leider bleibt es bei den «Formulierungen» oder auch Beschreibungen. Denn sobald die Sicht im nächsten Kapitel wechselt, wird die vergangene Zeit aufgeholt, indem ich erstmal einen mehrere Seiten langen Monolog lesen muss, indem beschrieben wird, was die Person in den letzten Tagen gemacht hat und wie sie zu diesen Tätigkeiten kam. Und manchmal wird die Person in diesen Gedankengängen auch noch von der Vergangenheit verschluckt und beginnt, ihr halbes Leben zu erklären.
Das heisst, das meiste wird mir einfach nur erklärt, anstatt es als Leser:in mitzuerleben, was ich sehr schade und auf Dauer auch langweilig fand.
Jede Frau erzählt ihre eigene Geschichte und hat mit ihren eigenen individuellen Problemen zu kämpfen. Aber auch hier muss ich zum Schluss sagen, dass ich nicht weiss, was ich aus diesem Buch genau mitnehmen sollte. Es ist eine humorvolle Lektüre für zwischendurch, aber mehr auch nicht.
Fazit Der Schreibstil der Autorin hat mir sehr gefallen, da er sehr auflockernd und humorvoll war! Trotzdem waren es mir zu viele Erklärungen zur Vergangenheit, statt die Personen in ihrem momentanen Leben zu begleiten. Auch die Botschaft, die dieses Buch zu vermitteln versucht, wurde mir nicht ganz klar. Mich konnte die Geschichte leider nicht überzeugen.