Die nordische bzw. germanische Göttersage neu erzählt
Der Autor verwendet leider eine veraltete Sprache, wohl um zu suggerieren, dass es eine alte Geschichte ist. Dies ist eigentlich nicht notwendig, wer das liest weiß in welche Zeit er es einreihen muss. Als weiteres Manko bemüht er sich nicht darum bloß eine Schreibart bei Namen zu verwenden, sondern verwirrt den Nicht-Eingeweihten dadurch, dass er der gleichen Person öfters mal einen anderen Namen gibt; das mag wohl der nordischen Sage auch so entsprechen, in einer leicht fassbaren Version hätte man hier besser agieren können. Der Autor bemüht sich aber in seinem liebevollen und freundlichen Erzählstil, die Geschichte der nordischen Götter dem Leser fast wie ein Märchen nahezubringen. Hört man genau hin, so kann man den lieben Märchenonkel deutlich vernehmen.
Die Geschichten sind logisch geordnet und daher verglichen mit anderen Büchern zum Thema leichter erfassbar.
Wirklich erschüttert war ich als ich den Begriff "Hölle" (wenn ich mich recht erinnere als Höllenqual) in dem Buch fand. Hölle ist eine christliche Vorstellung und hat in der germanischen Götterwelt nichts zu suchen.
Fazit: Für denjenigen der in die nordische Sage einsteigen will, ist dies ein schön zu lesender Zugang. Es sind die wichtigsten Episoden enthalten und auch gut geordnet. Sprachlich ist das Buch jedoch in mehrfacher Hinsicht (Terminologie, veraltet) zu kritisieren. Nichtsdestotrotz ist die Erzählstimme aber so nett, dass man das Buch nur ungern aus der Hand legt.
Gegenüberstellung mit vergleichbaren Büchern:
Innerhalb kurzer Zeit habe ich drei Bücher zu genau diesem Thema gelesen und will hier nun einen direkten Vergleich dieser Bücher geben. Alle drei sind im Unterschied zur Edda (die das ursprüngliche Werk darstellt und in Form von Stabreimen verfasst wurde) in Prosa - man darf sich die Gestaltung allerdings nicht wie einen Roman Vorstellen, sondern es ist viel mehr eine Kurzgeschichte um die andere. Die drei Bücher sind "BRINGSVAERD, Tor - Die wilden Götter" (B), "KELLER, Thor - Asen, Wanen und Riesen" (K) und "TETZNER, Reiner - Germanische Göttersagen" (T).
Warum nun ein Vergleich und keine klare Aussage, welches davon das beste Bücher zum Thema sei. Nun der Grund ist, dass jedes Buch seine Vorzüge aber auch seine Schwächen hat. Es ist sehr schwer jemanden zu einem der drei zu raten, besser ist ein Vergleich der wesentlichen Merkmale der Bücher. Die Bücher sind mit den Anfangsbuchstaben des Autors abgekürzt und gegenübergestellt. Die Bewertung erfolgt auf einer Skala mit 1 bis 5 wobei das hier übliche System der Sterne beibehalten wurde (5 ist also sehr gut).
Moderne Sprache: B - 4; K - 2; T - 5. Vollständigkeit: B - 3; K - 3; T - 5. Erzählung ausgeschmückt: B - 4; K - 5; T - 3 Lesefreude: B - 3; K - 5; T - 4. Einheitliche Namen der Personen: B - ja; K - nein; T - ja. Zeit: B - Gegenwart; K - Mitvergangenheit; T - Mitvergangenheit. Zusammenfassung: B - chronologisch; K - nach Themen; T - chronologisch.