Wer sich an Husserl heranwagt, der sieht sich mit einem unübersichtlichen Bestiarium von Begriffen und Konzepten konfrontiert, die selbst zu Husserls Lebzeiten Rezipienten und Rezipientinnen (bzw. sogar ihn selber — sein Projekt schlug ja bekanntlich fehl) in die Knie zwangen. Sodass die Entscheidung eine Einführung zu schreiben schonmal als Wagnis verstanden werden kann.
Aus einer Einführung erhofft man sich jedoch, trotz dieser Umstände, schlauer zu werden — nach dieser Einführung wurde man schlauer, jedoch minimal. Würde ich mich durch den husserlschen sprachlichen Dickicht jagen wollen, so würde ich ihn im Original lesen, in dieser Hinsicht verstehe ich nicht, wieso Prechtl die sperrige Sprache nicht zumindest in einem solchen Maße angepasst hat, dass sie tatsächlich einer Einführung und dem dazugehörigen Niveau entspricht (wohlgemerkt, Levinas schafft es in seiner Arbeit zum Anschauungsbegriff Husserls durchaus sprachlich verdaulich zu bleiben; und sein Text ist nichtmal eine Einführung, sondern eine tatsächliche Abhandlung).
Zudem ist der Aufbau etwas unglücklich gewählt, es erschließt sich nicht ganz, wieso bspw. Horizontintentionalität, Husserls Zeitverständnis, die Kinästhese so spät eingeführt werden.
Gesamt betrachtet nicht schlecht, vor allem die ersten und das letzte Kapitel sind aufschlussreich. Aber als Erstkontakt mit Husserl etwas fragwürdig. Was soll’s, 3/5.