Norderney, Anfang des 20. Jahrhunderts: Für die Fischerstochter Frieda geht ein Traum in Erfüllung – sie bekommt eine Stelle im Friseursalon Fisser und damit Zugang zu einer neuen, aufregenden Welt. Ihr Glück ist perfekt, als sie den charmanten Joseph Graf Ritz zu Gartenstein kennenlernt. Doch der Standesunterschied macht eine Ehe unmöglich, und bald muss Frieda eine folgenschwere Entscheidung treffen. Auch Friedas Freundin Grete, Tochter einer wohlhabenden Berliner Familie, hat große Pläne. Sie will sich den Vorstellungen ihrer Eltern widersetzen und auf der Insel eine Ausbildung beginnen. Dass sie dabei einem fortschrittlichen jungen Arzt nahe sein kann, macht sie nur noch entschlossener. Doch alles kommt anders, als gedacht: Der 1. Weltkrieg bricht aus, und die Männer versprechen: Weihnachten sind wir zurück!
Frieda und Greta lernen sich als 14-Jährige kennen, als Greta zur Kur auf Norderney ist. Trotz ihres unterschiedlichen Umfeldes werden die beiden zu besten Freundinnen. Frieda kann sich ihren Traum erfüllen und arbeitet im Friseursalon Fisser, während Greta lange mit ihrer vermeintlichen Bestimmung, reich zu heiraten, hadert.
Wir begleiten die beiden über 10 Jahre hinweg durch ihre Jugendzeit, ihre erste Liebe bis hin zur Heirat. Das Buch endet im August 1914 als der erste Weltkrieg ausbricht und die beiden ihre Ehemänner verabschieden müssen. Die Frauen vom Inselsalon ist der erste Band einer vierbändigen Reihe über den Friseursalon Fisser, Frieda, Greta und ihre Familien.
Mich hat das Buch in einen Leseflow versetzt. Die Geschichte ist ruhig erzählt, aus wechselnden Perspektiven. Man begleitet abwechselnd Frieda, Greta und die Geschehnisse aus dem Friseursalon. Dabei spielen das Alltagsleben auf der Insel eine große Rolle, aber auch die Weltpolitik kommt nicht zu kurz. Reichskanzler von Bülow verbringt seinen Sommerurlaub immer auf Norderney und spielt auch im Leben der Fissers und in Gretas Familie eine große Rolle. Mir hat diese Mischung aus provinziellem Leben und Weltpolitik gut gefallen. Auf Norderney kommen sich die Gesellschaftlichen Schichten ganz nahe und man erkennt, dass jedes Leben seine Vor- und seine Nachteile hat. Gerade Greta hat sehr unter ihren Erkrankungen zu leiden, die es ihr im Alltag unmöglich machen ein ganz normales Leben zu führen. Nur auf der Insel klingt ihr Asthma ab und die Hautirritationen verschwinden. Doch ein Leben auf der Insel scheint für sie nicht möglich, da sie ja in die gehobene Gesellschaft einheiraten soll.
Die Charaktere sind durchgehend liebevoll beschrieben. Jeder hat so seine Eigenarten, durch die die Figuren an Tiefe gewinnen. Jeder ist eigen, aber jeder auf seine eigene, unverwechselbare Art. Damit rundet sich das Bild der Norderneyer Gesellschaft und ihrer Gäste ganz hervorragend.
Ich kann das Buch nur empfehlen. Es hat mir vergnügliche Lesestunden bereitet und ich freue mich schon sehr auf den nächsten Band der Reihe, der demnächst erscheint.
Ein sehr gelungener historischer Roman über die Freundschaft zweier junger Frauen vor den Ereignissen des frühen 20. Jahrhunderts
Vorweg: Ich habe dieses Buch als Rezensionsexemplar im Rahmen einer Leserunde zur Verfügung gestellt bekommen, dafür möchte ich mich an dieser Stelle noch einmal ganz herzlich bedanken, dies beeinflusst jedoch meine Meinung nicht.
In „Die Frauen vom Inselsalon“ geht es um Grete Lehmann, die mit ihrer Familie als Kurgäste den Sommer auf Norderney verbringt und sich dort mit der Einheimischen Frieda anfreundet. Wir begleiten die beiden über ihre Jugend hinweg bis ins junge Erwachsenenalter. Dabei wird abwechselnd aus den Perspektiven von Frieda, Grete und dem Inselsalon berichtet, der in der Geschichte eine wichtige Rolle spielt.
Der Inhalt hat mir sehr gut gefallen und auch der Schreibstil war sehr angenehm, weshalb ich trotz der Dicke des Buches immer recht schnell vorankam und nach Beenden eines Abschnitts immer direkt weiterlesen wollte. Die Protagonisten waren mir eigentlich alle sympathisch, besonders Grete und Frieda, gerade bei Letzterer habe ich immer sehr mitgefühlt. Auch das Setting war interessant, da ich so auch etwas mehr über die deutschen Kolonien und das Kaiserreich lernen konnte.
Zwei kleinere Kritikpunkte habe ich, deswegen gibt es auch „nur“ vier Sterne: Einmal fand ich die Zeitsprünge öfter irritierend und hätte mir deswegen an der ein oder anderen einfach Jahreszahlen und eventuell auch Jahreszeiten gewünscht, um die Geschehnisse und die vergangene Zeit besser einschätzen zu können. Außerdem hat mir dann ab einem bestimmten Punkt die Entwicklung von Frieda nicht gefallen, auch wenn es reingepasst hat.
Fazit: Ein unterhaltsamer und herzerwärmender Roman, der alles bietet, was ich mir von einem historischen Werk erwarte und sich gerade für Einsteiger:innen in das Genre lohnt. Ich freue mich nun sehr auf die Fortsetzung, die im Sommer erscheinen wird.
„Die Frauen vom Inselsalon“ spielt zur Kaiserzeit auf Norderney. Wann genau muss man sich anhand der genannten geschichtlichen Ereignisse ein wenig selbst zusammenreimen. Leider hat es die Autorin versäumt, die Kapitel mit Jahreszahlen zu beschriften, so dass es sich nur aus der Handlung erschlossen hat, wenn seit dem vorherigen Kapitel zum Beispiel ein Jahr verstrichen ist. Insgesamt umfasst das Buch einen Abschnitt von ca. 10 Jahren. Frieda ist ein typisches Inselkind. Sie ist auf Norderney geboren und liebt das Meer, den Strand und die Freiheit. Mit 14 Jahren lernt sie die gleichaltrige Grete kennen, die zur Kur auf die Insel gekommen ist. Grete ist aus wohlhabenden Verhältnissen und obwohl die beiden Mädchen aus komplett verschiedenen Schichten stammen, freunden sie sich an. Bis in ihr Erwachsenenleben bleibt die Freundschaft eng und wichtig. Die Autorin beschreibt anschaulich das Inselleben Anfang des 19. Jahrhunderts. Die Abläufe des damaligen Badeprozesses klingen aus heutiger Sicht kurios und witzig. Ich fand es wirklich interessant, mehr darüber zu erfahren. Was ich leider weniger spannend fand, waren die ausschweifenden Klatsch- und Tratschgeschichten über Politiker, Kaiser und Skandale der damaligen Zeit. Die Kapitel aus Sicht von Grete und Frieda haben mir gut gefallen, aber durch die Kapitel, die im Inselsalon spielten, musste ich mich teilweise ziemlich durchkämpfen. Ich verstehe es auch nicht so ganz, warum das Buch „Die Frauen vom Inselsalon“ heißt, denn eigentlich steht nur Frieda im Zentrum der Handlung. Jakomina, die Ehefrau des Besitzers und Tochter Frauke sind nur Randfiguren. Ich bin unentschieden, wie ich den Roman bewerten soll, denn es war ein Auf und Ab für mich. Wäre es einzig um Grete und Frieda gegangen, hätte ich auf jeden Fall mehr Sterne vergeben.
Das war großartig! Hab direkt Lust bekommen, Urlaub auf Norderney zu machen. Das Seehospiz erinnerte mich ein bisschen an "Nesthäkchen im Kinderheim", war entsprechend mit einer guten Portion Nostalgie verbunden. Freue mich schon darauf, den nächsten Band zu lesen!
Zwei junge Frauen, ein Friseursalon und die wunderschöne Insel Norderney. Frieda träumt davon im Inselsalon Fisser zu arbeiten. Dank der Hilfe ihrer Freundin Grete geht ihr Traum in Erfüllung. Im Friseursalon lernt Frieda eine ganz neue und aufregende Welt kennen. Sie hat Geschick und ein Händchen welche Frisur zu welchem Typ passt. Das bringt ihr allerdings auch die Missgunst der Tochter des Hauses ein. Als Frieda Joseph Graf Ritz zu Gartenstein kennenlernt und sich in ihn verlieb gerät ihr Leben ins Wanken. An eine Verbindung ist nicht zu denken. Der Standesunterschied ist zu groß und der Graf ist verlobt. Frieda wird vor eine schwierige Entscheidung gestellt. Grete ist die Tochter einer wohlhabenden Berliner Familie. Ihre Asthma und ihre Hautkrankheit lässt sie jedes Jahr nach Norderney in die Sommerfrische kommen. Hier wird ihr Leiden gelindert. In Frieda hat sie eine wahre Freundin gefunden, auch wenn die Eltern dem Inselmädchen erst skeptisch gegenüber stehen. Die Eltern möchten Grete so bald wie möglich mit einem reichen Mann verheiraten. Doch Grete möchte gerne eine Ausbildung im Seehospiz machen und mit den Kindern zusammenarbeiten. Auf Norderney lernt Grete den jungen angehenden Arzt Max kennen. Die zwei verlieben sich ineinander, verlieren sich dann aber aus den Augen. Als sie sich wieder treffen bricht der erste Weltkrieg aus.
„Die Frauen vom Inselsalon“ ist der erste Band der Norderney-Saga von Sylvia Lott. Die Autorin entführt die LeserInnen nach Norderney Anfang des 20. Jahrhunderts.
Die Charaktere sind gut gezeichnet und sehr sympathisch. Frieda und Grete waren mir die liebsten Charaktere. So unterschiedlich die zwei Mädchen aufgewachsen sind, so gut verstehen sich die Beiden. Zum ersten Mal treffen die zwei Mädchen am Strand aufeinander. Grete soll eine Badekur machen, hat aber Angst ins Wasser zu gehe. Mit Friedas Hilfe überwinde sie die Angst. Die Beschreibung der Badekarren und wie sie mit Hilfe der Badedienerinnen ins Wasser geschoben werden ist sehr anschaulich. Ab diesem Zeitpunkt treffen sich die Mädchen immer wenn es ihnen möglich ist. Schon bald arbeitet Frieda im Inselsalon. Hier lernt man die Inhaber Fritz und Jakomina Fisser kennen. Der Friseursalon ist ein Ort wo viele Menschen zusammenkommen und somit auch ein Ort für Klatsch und Tratsch. Auch Prominente wie Reichskanzler von Bülow lasse sich von Fritz Fisser bedienen. Somit wird gekonnt einiges aus der Weltpolitik mit in die Geschichte eingeflochten. Auch der Sohn der Fissers, Hilrich ist ein interessanter Charakter. Er soll eines Tages den Salon übernehmen und geht für einige Zeit nach Berlin um sich das nötige know how zu holen. Das ist aber nicht der einzige Grund. Er hat ein Geheimnis das nicht an die Öffentlichkeit geraten darf.
Sylvia Lott hat einen unterhaltsamen und schnörkellosen Schreibstil. Schon nach wenigen Seite war ich mitten in der Geschichte drin. Die Beschreibung der Insel ist sehr anschaulich. Es hat bei mir die Lust geweckt die Insel einmal zu besuchen. Es macht auch große Freude die Entwicklung der Charaktere mitzuerleben. Gerade Frieda und Grete durchleben in der Geschichte eine große Entwicklung
Nachdem man mit den Charakteren vertraut ist und die Geschichte ihren Lauf genommen hat gibt es immer mal wieder Zeitsprünge. Hier war ich manchmal etwas verunsichert in welchem Jahr man sich befindet. Ich hätte mir manchmal eine Jahresangabe am Anfang eines Kapitels gewünscht.
In ihrem Nachwort bekräftigt die Autorin noch einmal, dass es sich um eine fiktive Geschichte handelt. Doch die eingeflochtenen Namen von historischen Persönlichkeiten oder Titel und Texte von Liedern dieser Zeit lassen die Geschichte sehr authentisch wirken.
Am Ende gibt es noch eine Leseprobe zum zweite Band die mich jetzt schon sehr neugierig gemach hat.
Meine Meinung: "Die Frauen vom Inselsalon" ist der 1. Teil der Norderney-Saga von Sylvia Lott. Es geht um Frieda, Fischertochter aus Norderney, deren größter Wunsch es ist, im Friseursalon Fisser zu arbeiten, und um Grete, Tochter aus reichem Haus, die mit ihrer Familie Urlaub auf Norderney macht. Die beiden unterschiedlichen Mädchen freunden sich Anfang des 20. Jahrhunderts trotz der Standesunterschiede an und halten ihre Freundschaft über viele Jahre hinweg aufrecht. Friedas Traum geht in Erfüllung, sie darf im Friseursalon arbeiten und sie lernt den jungen Grafen Joseph kennen, der ihr Herz höher schlagen lässt. Grete versucht sich aus den Zwängen ihrer Familie und der Pflicht, standesgemäß zu heiraten, zu befreien. Sie darf schließlich eine Ausbildung auf der Insel beginnen. Zu Max, einem jungen Arzt, fühlt sie sich sehr hingezogen. Der erste Weltkrieg zerstört aber viele Hoffnungen...
Teil 1 endet damit, dass die jungen Männer der Insel in den Krieg ziehen. Werden wir sie wiedersehen?
Sylvia Lott hat einen mitreißenden Roman geschrieben, der sehr geschickt historisches mit fiktivem verbindet. Im Nachwort erklärt die Autorin sehr genau, was historisch belegt ist und was fiktiv ist. Das fehlt mir oft in anderen historischen Romanen. Das Leben auf der Insel und auch die Schwierigkeiten und vor allem die Standesunterschiede werden sehr gut beschrieben.
Frieda und Grete sind mir beide sehr sympathisch, abwechselnd wird aus ihrer Sicht die Geschichte erzählt. Sie sind zwei starke junge Frauen, die versuchen, ihr eigenes Leben zu führen, ohne auf Standesunterschiede zu achten. Auch die Nebenfiguren sind gut aufgezeichnet, mit Ecken und Kanten und Vorurteilen. Über einige Jahre begleiten wir die jungen Frauen auf ihrem Weg, wobei mir in den Kapiteln die Zeitangaben sehr gefehlt haben. Es gab teilweise sehr große Zeitsprünge, die man erst beim Weiterlesen zuordnen konnte. Das war doch etwas verwirrend.
Insgesamt hat mir der Auftakt der Norderney-Saga sehr gut gefallen und ich bin schon auf die Fortsetzung gespannt. Von mir gibt es sehr gute 4 von 5 Sternen