Ich bin normalerweise ein absoluter Thrillerfan, lasse mich aber auch gerne mal auf Krimis ein und wurde schon das ein oder andere mal überrascht. "Ein kaltes Herz" von Fabio Lanz konnte mein Interesse wecken, mich aber leider letzten Endes doch nicht so mitreißen wie gedacht.
Direkt zu Beginn des Krimis lernen wir Protagonistin und Ermittlerin Sarah Conti kennen - eine Koryphäe auf ihrem Gebiet, dazu begnadete Pianistin, gutaussehend, beliebt - mir schon eine Spur zu unfehlbar. In ihrem Zuständigkeitsbereich Zürich hat sie schon einiges erlebt - das Auftauchen einer männlichen Leiche mit herausgerissenem Herzen, bringt jedoch auch Sarah Conti an ihre Grenzen.
Für mich persönlich gab es in diesem Buch einiges, das mich nicht ganz überzeugen konnte, welches im Endeffekt auch die Dinge sind, die mich meist am Genre Krimi generell stören.
1) Eine nüchterne Erzählweise:
Eine Mordserie mit verstümmelten Leichen als Fall zu behandeln, erfindet das Rad nicht gerade neu. Wenn alles emotional und spannend aufgeladen ist und mich die Besorgnis und Aufgewühltheit der Handelnden überzeugen kann, ist dies jedoch durchaus ein "Thema", welches mich fesseln kann. Leider war das in diesem Buch nicht der Fall. Der Leichenfund wird schnell abgehandelt und sowohl Ermittler wie auch alle anderen Beteiligten wirkten von Anfang an etwas zu abgeklärt.
2) Ermittlerin ohne Ecken und Kanten
Wie schon angedeutet, konnte mich auch Protagonistin Sarah nicht wirklich von sich überzeugen. Ohne es näher beschreiben zu können, hatte ich doch häufiger das Gefühl, dass sie genau so war, wie ein Mann sich eine gutaussehende Ermittlerin vorstellen würde. Immer best dressed, hört nach Feierabend gern klassische Musik und trinkt dazu ein Glas Wein. Ich fühlte mich ihr einfach nicht verbunden, sie war mir ein bisschen zu aalglatt.
Alles in allem war "Ein kaltes Herz" leider nicht mein Buch. Dennoch hoffe ich, dass es seine Liebhaber findet und Sarah in eventuellen Folgebänden noch zeigen darf, was in ihr steckt. ☺️