Von einer jungen Pastorin am Niederrhein, die ihre Gemeinde aufmischt, vom Aufwachsen zweier ungleicher Schwestern in Adelskreisen und vom Mut, den es braucht, ein Leben selbst zu gestalten, wenn alles vorherbestimmt scheint. Die Bürger der Gemeinde Alpen sind skeptisch, als Anna von Betteray die Vertretung des erkrankten Pastors übernimmt. Schließlich ist sie geschieden, blaublütig, mit Mitte dreißig viel zu jung für den Posten und eine Frau. Der einzige Mann an ihrer Seite: ihr Hund Freddy. Während Anna versucht, ein dunkles Kapitel ihrer Vergangenheit zu bewältigen und die Gemeinde behutsam zu modernisieren, gerät das Leben ihrer Schwester Maria komplett aus den Fugen. Ihr Mann wird verhaftet, kurz darauf verschwindet auch noch ihr Sohn. Ausgerechnet sie, die in den Augen der standesbewussten Mutter die Vorzeigetochter war, die auf Schützenfesten zur Königin gekrönt wurde und einen Grafen heiratete, während Anna mit schmutzigen Hosen im Stall spielte und sich in die falschen Männer verliebte. Erst in der Not überwinden die Schwestern ihre Gegensätze – und erhalten Unterstützung von überraschender Seite. Denn wenn es darum geht, einen kleinen Jungen zu finden, halten die Alpener fest zusammen. Und allen voran: Ottilie Oymann aus dem Seniorenstift Burg Winnenthal!
Anna von Betteray übernimmt vertretungsweise die Pastorenstelle der evangelischen Gemeine in Alpen am Niederrhein. Doch nicht nur die Alpener machen ihr das Leben schwer, auch ihre Familie hat ihr ganz eigenes Päckchen zu tragen.
Ein Roman aus meiner Heimat mit wunderbar viel Lokalkolorit. Ich kenne die Gegend, ich kann Anna auf ihren Wegen folgen und natürlich kenne und liebe ich die diversen Spezialitäten der Region, die im Buch immer wieder angesprochen werden. Damit hat das Buch mich schon gewonnen. Aber ich mag auch die Geschichte, ein kleiner Krimi, viel Drama und wunderbar liebenswerte Personen. Besonders Anna mag ich sehr. Mir war das Ende etwas zu schnell abgehandelt, da hätte ich gerne noch die ein oder andere Seite mehr gehabt. Und vielleicht war die ein oder andere Entwicklung vorhersehbar, das hat mich aber nicht gestört, denn die Autorin verpackt geschickt eine spannende Handlung in einem Roman, in dem durchaus auch gesellschaftskritische Töne durchkommen. Insgesamt eine turbulente Familiengeschichte, gewohnt locker geschrieben und dadurch wunderbar lesbar. Darauf ein Fisternölleken ;-)
Anna von Betteray ist die Rebellin in der Familie. Unter anderem aus Protest gegen die katholischen Dogmen, die bei den Betterays gelebt werden, hat sie Theologie studiert. Nun hat sie eine Vertretungsstelle als evangelische Pastorin in der kleinen Gemeinde Alpen ungefähr eine halbe Stunde von ihrem Elternhaus entfernt. Die Gemeindemitglieder sind überrascht als sie ankommt. Sie ist eine Frau, geschieden und eigentlich zu jung. Anna merkt, sie wird es nicht leicht haben. Und auch mit der Familie gibt es Schwierigkeiten. Die behütete Welt ihrer Schwester Maria bricht zusammen als ihr Mann wegen eines Bankskandals verhaftet wird. Allerdings bringt dieses Ereignis auch Probleme zutage, die sowieso schon schwelten.
Mechthild von Betteray wollte immer nur das Beste für ihre adeligen Kinder, besonders für ihre beiden Töchter, die einige Zeit nach den Jungen geboren wurden. Ob ihre Vorstellungen davon noch der heutigen Zeit entsprechen, zumindest Anna ist anderer Meinung. Maria hat ihren Grafen bekommen und muss mit ihm leben. Seine Verhaftung ist eine Katastrophe, die besonders ihrem Sohn Sascha das Leben schwer macht. Maria bricht unter der Last zusammen und Anna muss sowohl als Seelsorgerin und natürlich auch als Schwester einspringen. So ist sie mit Goldendoodle Freddy häufiger daheim als gedacht.
Es ist schon eine besondere Familie, die die Autorin hier zu Wort kommen lässt. Was relativ harmlos mit der Vertretung des erkrankten Pastors beginnt, entwickelt sich zu einem vielschichtigen Drama. Auch wenn man manchmal denkt, das ist zu viel, so bleibt die Handlung doch immer nah bei den handelnden Personen, die auch mit ihren Eigenheiten und Problemen sympathisch bleiben. Das dörfliche Leben am Niederrhein wird mit kleinen Spitzen und einer gehörigen Portion Humor geschildert, so dass die dramatischen Ereignisse um Maria und ihre Familie den Roman gerade im richtigen Maß bestimmen. Diese schöne turbulente Familiengeschichte, in der kleine und große Dramen durchzustehen sind, liest sich ausgesprochen gut und macht neugierig auf die anderen Romane der Autorin.
Eine etwas aus der Zeit gefallene Familiengeschichte mit Schwächen
„Dein Mitleid kannst du dir sparen. Ich habe einen reichen Mann, ein Kind, alles, wovon eine Frau nur träumen kann. Und du? Deine engste Beziehung ist die zu einem Hund. Und weil du dein eigenes Elend nicht ertragen kannst, kümmerst du dich um die Dramen anderer Leute.“
Anna und Maria sind Schwestern, stammen aus einer niederrheinischen Landadelsfamilie und könnten unterschiedlicher nicht sein. Während Anna eine Stelle als Vertretungspastorin übernimmt und vor allem den konservativen Teil der Gemeinde Alpen überzeugen möchte, erlebt Maria ihren persönlichen Supergau. Ihr Mann Gottfried wird verhaftet, kurz darauf verschwindet ihr Sohn Sascha. Anna versucht ihrer Schwester zu helfen. Doch das ist gar nicht so einfach, Maria zeigt sich widerwillig, außerdem fuhrwerkt ihre standesbewusste Mutter Mechtild öfter dazwischen und die hat ihre ganz eigenen Vorstellungen, wie sich ihre Töchter zu verhalten haben.
Autorin Anne Gesthuysen schreibt gut verständlich, formuliert klar und recht schlicht. Sie erzählt, was aktuell passiert, von Annas Neuanfang, Marias Krise, Saschas Verschwinden. In Rückblenden schildert sie zudem zentrale Momente aus der Vergangenheit der Familie.
Obwohl Schwestern, sind Anna und Maria das komplette Gegenteil voneinander. Maria wirkt mit ihren traditionellen Vorstellungen von einer repräsentativen, adligen Familien wie aus der Zeit gefallen. Sie versucht den Erwartungen der Mutter zu entsprechen, die es so ausdrückt: „Wir sind uns so ähnlich, Maria. Unser Platz ist an der Seite eines Mannes aus der gehobenen Gesellschaft. Das verlangt Disziplin.“ Doch Maria ist nicht glücklich mit ihrer Rolle, schon längst hat sie die Kontrolle über ihr Leben verloren. Anstatt ihre Probleme anzugehen, verharrt sie im Nichtstun, sucht Trost im Alkohol. Schwester Anna hingegen ist aktiv, sie packt die Dinge und Probleme an, ist offen und ehrlich. Auch wenn sie mit ihren „fortschrittlichen“ Ansichten mitunter aneckt, schafft sie es, Leute zu bewegen und zu mobilisieren. Anna hat wie Maria Schlimmes durchgemacht, Traumatisches erlebt, aber sie lässt sich nicht unterkriegen. Während Mutter Mechthild an ihren konservativen Werten festhält und keinen wirklichen Zugang zu ihren Töchtern hat, können die sich auf Großtante Ottilie verlassen. Ottilie hat viel Lebenserfahrung, viel Verständnis und ist erfrischend direkt, ganz ohne Standesdünkel. Einige Dorfbewohner scheinen auf den ersten Blick spröde, misstrauisch und ablehnend, zeigen aber dann, was wirklich in ihnen steckt. Diese Entwicklung gefiel mir.
Zwangsläufig werden die Schwestern durch ihre Probleme zusammengeschweißt, verbindet sie doch das gleiche Ziel, Sascha wiederzufinden. Dass man sich bei allen Differenzen auf die Familie und letztendlich auch auf die Dorfgemeinschaft verlassen kann, ist eine schöne Botschaft, die im Roman sehr deutlich durchkommt. Dennoch lässt mich der Roman etwas überfragt zurück. Nicht nur, dass ich Schwierigkeiten hatte, das Buch in ein Genre einzuordnen, mich haben einige Aspekte des Plots überhaupt nicht überzeugt. Gerade der Kriminalfall um Saschas Verschwinden und seine Auflösung war mir zu plump, erinnerte eher an einen Schüleraufsatz oder einen seichten Fernsehfilm als an einen seriösen Roman für Erwachsene. Die Rückblenden haben mir gefallen, allerdings halte ich die Darstellung von Marias und Mechthilds Einstellung für nicht sehr realistisch, ihren Standesdünkel hätte ich eher ins vorletzte Jahrhundert verortet. Anne Gesthuysen hat durchaus Humor, aber für mich kommt dieser leider zu selten und zu wenig feinsinnig und subtil durch. Die Vorgängerbücher haben mich in der Hinsicht mehr überzeugt. „Wir sind wer“ wirkt auf mich etwas lieblos zusammengeschustert und nicht immer ganz ernst zu nehmen, als wüsste die Autorin bis zum Schluss selbst nicht, wohin ihre Reise wirklich gehen soll. Das Buch ist stellenweise nett zu lesen, stellt menschliche Eigenarten zwar überspitzt, aber oft amüsant und unterhaltsam dar, hat aber einige Schwächen. Uneingeschränkt empfehlen -wie die Vorgänger- kann ich es daher leider nicht.
Klappentext Von einer jungen Pastorin am Niederrhein, die ihre Gemeinde aufmischt, vom Aufwachsen zweier ungleicher Schwestern in Adelskreisen und vom Mut, den es braucht, ein Leben selbst zu gestalten, wenn alles vorherbestimmt scheint. Die Bürger der Gemeinde Alpen sind skeptisch, als Anna von Betteray die Vertretung des erkrankten Pastors übernimmt. Schließlich ist sie geschieden, blaublütig, mit Mitte dreißig viel zu jung für den Posten und eine Frau. Der einzige Mann an ihrer Seite: ihr Hund Freddy. Während Anna versucht, ein dunkles Kapitel ihrer Vergangenheit zu bewältigen und die Gemeinde behutsam zu modernisieren, gerät das Leben ihrer Schwester Maria komplett aus den Fugen. Ihr Mann wird verhaftet, kurz darauf verschwindet auch noch ihr Sohn. Ausgerechnet sie, die in den Augen der standesbewussten Mutter die Vorzeigetochter war, die auf Schützenfesten zur Königin gekrönt wurde und einen Grafen heiratete, während Anna mit schmutzigen Hosen im Stall spielte und sich in die falschen Männer verliebte. Erst in der Not überwinden die Schwestern ihre Gegensätze – und erhalten Unterstützung von überraschender Seite. Denn wenn es darum geht, einen kleinen Jungen zu finden, halten die Alpener fest zusammen. Und allen voran: Ottilie Oymann aus dem Seniorenstift Burg Winnenthal!
Cover und Schreibstil Ein schlichtes aber mehr als passendes Cover, die farbliche Gestaltung ist auch sehr gedeckt gehalten und macht für mich das Cover rund. Der Schreibstil ist sehr angehem und auch echt spannend zu Lesen. Jedes Kapiel ist mit einer Überschrift versehen, welches einen Ausblick auf das Kapitel gibt.
Fazit und Inhalt Was für ein schöne Geschichte, die mich echt begeistert hat. Es war lustig, spannend, dramatisch und nette, auch wenn es mir zu viele Adelstitel war. Es war mir am Ende ein wenig zu viel, das Drama ist zu sehr gewesen. In der Geschichte gab es auch immer passende Einblicke in die Vergangenheit welche mir gut gefallen haben. Anna war eine echt gute Protagonistin über die ich gerne mehr erfahren hätte aber auch ihre restliche Familie ist sehr interessant. Ich fand es echt spannend mal einen Einblick in den Alltag obwohl es schnell dramatisch wurde. Meine heimliche Favoritin ist Tante Ottilie und natürlich der kleine Freddy. Ich danke Netgallery für das Rezi Exemplar welches meine Meinung nicht beeinflusst hat.
Eine kleine Gemeinde am Niederrhein: Beschauliche Landschaft, ein Dorffunk, der besser nicht funktionieren könnte und vor allem Sittsamkeit zu jeder Stunde. Als Anne die Pastorenstelle vertretungsweise übernimmt, wird ihr schnell klar, dass sie als Fremde einen besonders schweren Stand haben wird. Doch auch von anderer Seite ziehen dunkle Wolken auf. Ihr adliger Schwager ist in einen Finanzskandal verwickelt und bringt die bürgerliche Fassade beängstigend ins Wanken. Es klicken Handschellen und plötzlich ist Annes Neffe Sascha wie vom Erdboden verschluckt. Entführt, jetzt müssen alle zusammenhalten. Es geht rasant zu in diesem Roman von Anne Gesthuysen, der für mich der erste der Autorin war. Die Figuren sind mit einem Augenzwinkern gezeichnet und bedienen Klischees, die der Geschichte den Pfiff geben. Neben der umtriebigen und hochbetagten Tante Ottilie hatte es mir besonders die Haushälterin des Pastors angetan, deren Gehör nichts entgeht. Aber eine muss ja ein Auge auf Anstand und Moral haben. Aber selbstverständlich darf an dieser Stelle auch ein Blick auf Annes Familie nicht fehlen. Mutter Mechthild legt nicht nur Wert auf ihren Adelstitel, sondern ist auch überzeugte Katholikin. Es sei denn, es steht der Stand der Familie auf dem Spiel, dann werden beide Augen fest zugedrückt. „Die Stammbäume sind im vorigen Jahrhundert noch im Kreis gewachsen.“ erklärt Tante Ottilie. An dieser Stelle bekommt dann der Roman auch eine ernste Seite, der den Druck, der von bürgerlicher Etikette ausgehen kann, ahnen lässt. Aber eines wird in dieser Geschichte deutlich: Zusammenhalt in einer Gemeinschaft gibt Kraft und Zuversicht und lässt manches Hindernis überwinden. Und so ist es auch nicht verwunderlich, dass es der Autorin zu guter Letzt gelingt, alle Fäden zu einem guten und glücklichen Ende zusammen zu führen. Für mich war es in erster Linie ein unterhaltsamer Roman, den ich durchaus auch empfehlen kann.
Anna von Betteray ist jung, geschieden und adelig. Und sie ist Pastorin. Als sie die Nachfolge vom erkrankten Pastor van Bebber in der kleinen Gemeinde Alpen am Niederrhein antritt ist ihr das Misstrauen der Dorfbewohner sicher.
Doch während Anna versucht die Gemeinde behutsam zu modernisieren, steht das Leben Ihrer Schwester Maria plötzlich Kopf. Ihr Ehemann wird verhaftet und plötzlich verschwindet auch noch ihr Sohn. In dieser Notsituation rückt die Familie zusammen und Anna versucht Ihrer Schwester mit allen Mitteln zu helfen.
Der Schreibstil und die Protagonisten des Buches mochte ich total. Auch die skurilen Dorfbewohner sind mir richtig ans Herz gewachsen. Es gibt im Buch immer wieder Rückblicke in die Zeit, als die beiden Schwestern noch Kinder waren. Hier wird aber leider hauptsächlich von Maria und ihrem zukünftigen Ehemann berichtet und weniger von Anna. Das fand ich dann doch etwas schade. Gerne hätte ich auch noch mehr darüber erfahren, warum genau Annas Ehe in die Brüche gegangen ist. Dies wird zwar mehrfach angedeutet, aber die komplette Aufklärung fehlte mir dann leider doch.
Anfang und Mittelteil des Buches fand ich wirklich sehr gelungen. Es war interessant, unterhaltsam und witzig zugleich mehr über das Leben der adeligen Familie und die Dorfbewohner zu erfahren.
Leider hat meiner Meinung nach , das Ende die Story ein bisschen kaputt gemacht, zu konstruiert und in meinen Augen etwas zu 'klamaukig'.
Wen das aber nicht stört, der bekommt hier einen tollen und durchaus unterhaltsamen Roman über eine Familie, in der Werte immer noch mehr zählen als persönliches Empfinden.
Ich dachte erst, es wäre eine nette Idee, aber ab der Hälfte hab ich mich durchgequält. Die Geschichte wirkt zu konstruiert und lieblos und am Ende einfach nur noch zäh
Ich habe das Buch "Wir sind schließlich wer" von Anne Gesthuysen gelesen, nachdem ich die Autorin bei einer Lesung erlebt hatte. Ihre sympathische Art hat mich neugierig gemacht, und so wanderte das Buch in mein Regal. Gesthuysens Schreibstil ist eher schlicht und dialoglastig, was das Buch zu einer schnell lesbaren, leichten Lektüre macht. Für Leser*innen, die aus der Region Niederrhein stammen, wird die atmosphärische Beschreibung der Umgebung sicherlich ein besonderes Highlight sein. Leider kenne ich mich in der Gegend gar nicht aus, sodass ich dazu keine emotionale Verbindung aufbauen konnte – auch wenn die Szenerie liebevoll gezeichnet ist. Inhaltlich dreht sich alles um Familie, Schwesternschaft und die Herausforderungen des Lebens, ergänzt durch eine Prise Drama und sogar einen Kriminalfall. Mit diesem Krimi-Element hatte ich so gar nicht gerechnet, muss aber ehrlich sagen, dass er mich nicht überzeugen konnte. Die Auflösung wirkte auf mich leider zu plump, fast wie ein seichter Fernsehfilm. Hier hätte ich mir mehr Raffinesse und Tiefe gewünscht. Was mir jedoch gut gefallen hat, waren die Rückblenden in die Vergangenheit. Diese Abschnitte haben das Familienbild nach und nach komplexer und vielschichtiger gemacht. Sie gaben den Figuren mehr Tiefe, auch wenn nicht alle Charaktere authentisch wirkten. Manche Figuren waren eher klischeehaft und überzeichnet, wenn auch teils charmant und witzig – besonders die Seniorenfigur Ottilie bringt Schwung in die Geschichte. Das Buch hat mich trotz allem gut unterhalten. Es ist eine turbulente Familiengeschichte, die sich wunderbar als leichte Lektüre für zwischendurch eignet, ohne dabei tiefgreifende Themen anzureißen. Wer also nach anspruchsvoller Literatur sucht, wird hier nicht fündig. Alles in allem gebe ich dem Buch 3 von 5 Sternen. Es war eine nette Leseerfahrung, die mich für ein paar Stunden gut unterhalten hat, aber kein echtes Highlight.
Anna von Betteray vertritt den erkrankten Dorfpfarrer in einer kleinen Gemeinde am Niederrhein. Mitte dreißig, geschieden und mit Hund - das kommt den eingesessenen Gemeindebewohnern suspekt vor. Und so wird die neue Pfarrerin zunächst kritisch in Augenschein genommen, während Anna darum bemüht ist in der Gemeinde Fuß zu fassen und auch ein wenig frischen Wind unter die Leute zu bringen. Gleichzeitig steht vor der großen Herausforderung ihrer Schwester Maria unter die Arme greifen zu müssen. Denn das Leben ihrer Schwester zerbricht von einem Moment auf den anderen. Und damit kommt auch das nach außen dargestellte Leben der Familie von Betteray ins Wanken. Anna steht also zwischen allen Stühlen, erfährt schreckliches und erstaunliches und versucht zu helfen wo nur möglich.
Anne Gesthuysens Bücher haben mir bisher wunderbar gefallen und ich habe sie sehr gerne gelesen. Über ein neues Buch habe ich mich daher unheimlich gefreut. Ich bin nicht direkt enttäuscht, aber es ist auch nicht ganz das, was ich mir erwartet habe. Ich mag einfach den Schreibstil der Autorin und ihre Art, die Grundrisse einer Geschichte zu gestalten. Der Ort und die Menschen, ihre Sprache, die Umgebung und die kleinen Eigenheiten die zwischenmenschlich dazugehören. Eine gute Portion Humor darf natürlich auch nicht fehlen. Und ich persönlich fand es sehr amüsant, dass es nach zwei Seiten direkt schon mal ein Schnäpschen gab - mir hat's gefallen! Weniger gefallen haben mir dieses Mal einige Figuren. Ich bin von Anne Gesthuysen eine sehr feinfühlige Art der Gestaltung ihrer Figuren gewohnt. Bei Anna von Betteray und auch Tante Ottilie ist ihr das auch durchaus gelungen. Die Dorfbewohner und auch Annas Familie empfinde ich als extrem garstig und überzogen. Auch der Tratsch aus der Gemeinde ist schon fast bösartig. Mir kommt es vor, als reihe sich ein Klischee an das andere.
Mir persönlich liegt der Fokus auch zu sehr auf Marias Leben und die Suche nach ihrem Sohn. Auch wenn Anhand von Rückblicken gut erklärt wird, wie das heutige Verhältnis der Schwestern zustande gekommen ist, kommt mir Anna hier einfach zu kurz. Ich hätte z.B. gerne mehr über Annas Arbeit in der Gemeinde erfahren. Auch wenn Anna "ihre" Gemeinde am Ende doch noch von einer anderen Seite kennenlernt und von ihr überrascht wird - das Ende ist mir persönlich zu sehr Friede, Freude, Eierkuchen und es bleibt zu viel Ungesagtes im Raum. Insgesamt war es ein angenehm zu lesendes Buch, an die vorigen Bücher der Autorin kommt es für mich aber leider nicht heran.
Vorhersehbar und betulich: Landadelschmonzette vom Niederrhein
Ja, ja: Es ist nicht alles Gold, was glänzt. Harte Schale, weicher Kern, Unter jedem Dach ein Ach. Und so weiter und so fort.... Der Roman handelt von Anna, der Tochter aus gutem, katholischen (Land-) Adelshaus, die so völlig aus der Art geschlagen scheint und nach geschiedener Ehe und erlittenem Trauma als evangelische Pfarrerin wieder in ihre Heimat zurück kehrt. Dort stellt sich nicht nur heraus, dass bei Ihrer Schwester Maria die ach so perfekte Familienfassade kräftig bröckelt, sondern Annas Neffe Sascha scheint auch noch entführt worden zu sein. Die Autorin erzählt, wie Anna es schafft, sich bei den zunächst eher feindlich gesinnten Dorfbewohnern als Person und Pfarrerin zu behaupten, den Entführungsfall aufzuklären und auch überhaupt letztendlich für Ordnung zu sorgen und alle Hindernisse und Probleme zu überwinden. Natürlich hat jede/r Dorfbewohner*in unter der harten Schale einen weichen Kern und am Ende sind alle Freund*innen und alles wird gut.
Zugegeben, das Ganze ist ganz witzig geschrieben und entwickelt an einigen wenigen Stellen auch eine gewisse Spannung. Aber insgesamt liegt es für mich irgendwo zwischen Fünf Freunde für Erwachsene und Schulaufsatz. Vorhersehbar, klischeehaft, platt. Genau wie die oben zitierten Redewendungen. Bestenfalls als Lektüre für Krankenhausflure, Wartezimmer, Bahnabteile und Altenheime geeignet. Und selbst für diese Orte gibt's Besseres.
Geburtstage wollen gebührend gefeiert werden. Mit dem 80. von Herrn Mahlberg war es gleich mal nichts, denn Anna kommt auf anraten der Pfarrhaushälterin einen Tag später – was bei dem alten Herrn gar nicht gut ankam. Ein Versehen? Gar Absicht?
Anna von Betteray ist zu jung, um als Pastorin ernst genommen zu werden, zumindest meinen das die Alpener. Zudem ist sie geschieden, ihr Lebensstil passt so gar nicht in die kleine Welt der so konservativen Mitbürger. Und zum 75. ihrer Mutter sollte Anna wieder mal verkuppelt werden, ein Graf ist im Angebot. Standesgemäß wäre der allemal, wie ihre Familie findet. Und Anna? Denkt gar nicht daran, sie hat besseres zu tun. Das große Vorbild derer von Betteray ist sowieso Maria, Annas Schwester. Hat sie doch alles – einen erfolgreichen Mann, einen Vorzeige-Sohn, ein Leben im Luxus. Bis alles aus den Fugen gerät.
Anne Gesthuysen schaut genau hin, gibt all den Kleingeistern, den ewigen Nörglern und Möchtegerns ein Gesicht. Jeden ihrer Akteure konnte ich mir beim Lesen gut vorstellen und neben diesen stereotypischen Charakteren kommt die 90jährige Tante Ottilie mit ihrer sehr fortschrittlichen Weltanschauung gewitzt und ganz schön clever daher. Auch der gutmütige Freddy - Annas Hund - hat seine Auftritte.
So nach und nach lernen wir Anna besser kennen, ihre nicht ganz einfache Vergangenheit, ihre gescheiterte Ehe. Und gehen dann weiter zurück ihre Kindheit, begleiten die Wege der so gegensätzlichen Schwestern, den Wildfang Anna und die eher ängstliche Maria. Letztere erfüllt die Standesdünkel der Mutter, man will schließlich dazugehören - zu den Besseren, den Adeligen. Da wird nicht so genau hingeschaut, Hauptsache wir sind wer, die Außenwirkung muss passen.
„Wir sind schließlich wer“ – wer hat dies nicht schon gehört und sich seinen Teil dabei gedacht! Mit ganz viel Witz und Herzenswärme entlarvt die Autorin das Geltungsbedürfnis so mancher. Lebensklug, charmant und amüsant, mit Krimi-Elementen und augenzwinkernd erzählt Anne Gesthuysen diese Familiengeschichte.
Ein Cover hat Wiedererkennungswert – so sind sie alle aufgemacht, ihre Bücher. Schlicht, schön, aussagekräftig – hier die zwei Schwestern, um die sich diese Geschichte rankt. Sehr ansprechend.
Eine gut zu lesende, sehr unterhaltsame Familiengeschichte. Komödie und Krimi in einem, zudem eine gehörige Spur abgehoben, spannend und dramatisch, traurig und versöhnlich. “Wir sind schließlich wer“ bietet kurzweilige Unterhaltung, die ich gerne weiterempfehle.
Liebe Lesefreunde, ich habe gestern "Wir sind schließlich wer" von Anne Gesthuysen beendet. Das Buch ist im Kiepenheuer & Witsch Verlag erschienen, hat 409 Seiten und kostet als Hardcover 22,00 €. Wir lernen in diesem Buch Anna kennen. Eine junge Pastorin, die in Alpen am Niederrhein die Vertretung für den erkrankten Pastor übernimmt. Doch die Menschen im Dorf machen es ihr nicht so leicht. Und dann ist da ja noch ihre Schwester Maria, deren Mann verhaftet wird und deren Sohn kurz darauf spurlos verschwindet...Das Verhältnis der beiden Schwestern ist sehr belastet und auch Anna selbst hat so einige Päckchen zu tragen...
Der Anfang des Buches hat mich sehr begeistern können und ich wurde von dem leichten Schreibstil und der Handlung sofort in die Geschichte gezogen. Besonders gut gefallen hat mir der anfängliche Tiefgang und die gute Charakterzeichnung Annas. Wir erfahren die Geschichte der Familie auf zwei Zeitebenen - einmal in der Gegenwart und in Rückblenden in verschiedene Jahre der Kindheit und Jugend von Anna und Maria. Diese Rückschauen gefielen mir sehr gut, da sie viel in der Geschwisterdynamik verdeutlicht haben. Leider blieb die anfängliche Begeisterung nicht lange. Die Darstellung einer tratschenden Dorfgemeinschaft war zwar glaubhaft, aber ging mir nach der - gefühlt - 1000. Darstellung sehr auf die Nerven. Anna war sehr überfrachtet dargestellt - sie fühlt sich für alles verantwortlich und überall wo Anna ist, ist das große Drama nicht weit. Das war mir viel zu überzogen und das Buch hätte das meiner Meinung nach nicht gebraucht. Es wird versucht viele Themen mit einzubauen - Veganismus, Rassismus, Homosexualität usw. Aufgrund der Vielzahl werden sie leider nur angerissen und verlaufen sich sehr schnell wieder. Je weiter die Handlung fortschreitet, desto mehr fokussiert die Autorin auf den verschwundenen Neffen Annas. Bald dreht es sich fast nur noch darum. Auch hier ist vieles sehr überzogen und zu viel. Die Handlungen einiger Personen waren für mich sehr unrealistisch und wenig glaubhaft. Insgesamt verliert das Buch immer mehr seinen Tiefgang, die Charakterentwicklungen treten sehr in den Hintergrund und viele Fäden bleiben am Ende offen. Generell wirkte das Ende für mich fast so, als hätte die Autorin keine Lust mehr gehabt. So bleibt es zwar ein gut lesbares Buch, aber eben auch weit hinter den Erwartungen zurück. Ich bin enttäuscht.
Anna und Maria sind Schwestern aber ganz unterschiedlich in ihrer Art. Als adlige sind sie recht behütet aufgewachsen, haben sich aber sehr unterschiedlich entwickelt. Maria ist die Zurückhaltende und Ängstlicher der Beiden. Sie fühlt sich mehr zur ihrer Mutter hingezogen die sie auch total verhätschelt. Anna dagegen ist die Robuste von den Geschwistern. Sie ist stark und hat eine Kämpfernatur. So wird Anna auch eine der ersten weiblichen Pastorinnen. Anna ist adlig, geschieden und erst Mitte dreißig. Die Bürger der Gemeinde Alpen sind ihr gegenüber skeptisch. Als die Welt von Maria zusammenbricht sucht sie Hilfe bei ihrer Schwester. Die gut behütete Maria hat in die adligen Kreise geheiratet, einen Grafen. Doch als er verhaftet wird und ihr Sohn verschwindet merkt sie, dass sie sich getäuscht hat. So verschieden die Schwestern sind, in der Not halten sie zusammen.
„Wir sind schließlich wer“ ist der neue Roman von Anne Gesthuysen. Wie kann es anders sein, stehen auch hier wieder zwei Schwestern im Mittelpunkt. Maria und Anna haben mir vom ersten Augenblick an gefallen. Wobei ich sagen muss, ich hatte schneller einen Draht zu Anna. Sie hat mir von ihrer Art gefallen und mich sehr beeindruckt. Anna ist eine starke Frau, sie weiß was sie will und ist bereit dafür zu kämpfen. Maria ist von klein auf von der Mutter verhätschelt worden. Sie ist eine kleine Prinzessin und die ist sie auch geblieben. Bis das Schicksal es nicht mehr so gut mit ihr meinte.
Anne Gesthuysen beschreibt ihre Schwestern sehr gut. Man kann sich die unterschiedlichen Frauen gut vorstellen. Es macht Spaß ihre Entwicklung zu erleben und wie sie wieder zueinanderfinden. Wenn eine in Not ist, ist die andere da.
Die Autorin hat durch das Verschwinden des Jungen in ihre Geschichte auch einen Spannungsteil mit eingebaut. Das Buch hat mich sehr schnell in seinen Bann gezogen und ich habe es nur widerwillig zur Seite gelegt.
Der Schreibstil von Anne Gesthuysen ist flüssig und leicht verständlich. Sie schreibt sehr lebensnah und auch ihre Schauplätze und die Menschen die dort leben werden sehr treffend geschildert.
„Wir sind schließlich wer“ ist ein sehr unterhaltsamer Roman von Anne Gesthuysen die mich schon mit ihren vorgänger- Romanen begeistert hat.
Anna von Betteray hat die Vertretung des erkrankten Pastors der kleinen Gemeinde in Alpen am Niederrhein übernommen und tritt sofort ins Fettnäpfchen als sie einen Jubilar nicht am eigentlichen Festtag besucht. Damit beginnt die turbulente Geschichte von Anna, ihrer Schwester Maria, deren auf Standesbewusstsein pochende Mutter und der überaus patenten Großtante Ottilie, der Standesdünkel eher gleichgültig sind.
Anna kämpft gegen Gerüchte und Dorfklatsch und sieht sich gleichzeitig der Katastrophe in Marias Leben gegenüber,, als deren Mann einen Skandal heraufbeschwört. Als plötzlich ein Kind im Dorf verschwindet, beweisen die Dorfbewohner, dass sie auch anders können.
Anne Gesthuysen hat mit diesem Roman eine dörfliche Welt geschaffen, die absolut nachvollziehbar ist. Anne ist eine Frau, die eigentlich weiß, was sie will - allerdings kämpft sie mit den Erlebnissen ihrer Vergangenheit, der Beziehung zu ihrer Schwester und Mutter, die beide in Zwängen gefangen sind und sich in einer Adligen Welt bewegen, die Anne nicht behagt. Ihre Großtante Ottilie steht Anne großartig bei. Sowohl die Protagonistin als auch die anderen Charaktere sind von der Autorin wirklich lebendig beschrieben und haben ein echtes Profil. Es ist kaum vorstellbar, dass es auch heute noch so zugeknöpfte Menschen gibt, aber die Dorfgemeinde bietet einen Rahmen, der dies verständlich macht. Eine Haushälterin, die sich echauffiert über die Lebensumstände der neuen Pastorin, die zudem noch viel zu jung erscheint, ein Jubilar, der sich nicht wertgeschätzt fühlt und eine Lebensgeschichte der Protagonistin, die in interessanten Rückblicken gezeigt wird, lassen diese Geschichte für die Leser*innen sehr unterhaltsam werden, sie bietet aber auch einige zum Nachdenken anregende Momente.
Anne Gesthuysen erzählt emotional, würzt das Drama mit einigen Aspekten, die zum Schmunzeln anregen. Ihr Schreibstil ist angenehm, die Veränderung der Dorfbewohner und das am Ende erfreuliche Verhältnis zwischen den ungleichen Schwestern lässt die Leser*innen mit einem guten Gefühl und einem leichten Schmunzeln dieses Buch schließen.
Ich gebe gern 4 Sterne und empfehle diese Geschichte für Leser, die etwas Drama gewürzt mit Humor mögen.
Wer das vorangegangene Buch der Moderatorin Anne Gesthuysen „Wir sind doch Schwester“ (2014) mochte, wird auch hier wieder begeistert sein. Denn „Wir sind schließlich wer“ ist auch wieder ein Familienroman und beleuchtet interfamiläre Dynamiken wie mit Problemen umgegangen wird. Auch hier begegnen wir wieder zwei Schwestern, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Einerseits ist da Anna von Betteray und ihre Schwester Maria von Moitzfeld. Anna ist auf dem Weg Pastorin zu werden und tritt ihre erste Stelle am Niederrhein an, wo sonst bei Anna Gesthuysen, ist es doch auch ihre Heimat. Und dann ist da Maria, genau das Gegenteil ihrer Schwester, reich geheiratet und in einer Abhängigkeit zu ihrem Ehemann. Nicht zu vergessen die Mutter Mechthild der beiden, die eine klare Position einnimmt und Teil des Problems der Beiden ist. Der Titel spielt auf die Herkunft an, denn „Wir sind schließlich wer“ ist auf die adelige Vergangenheit der „von Betterays“ ausgerichtet. Nicht nur muss sich Anna nun mit der neuen Gemeinde und ihrem Hang zum Trasch auseinandersetzen, vor allem muss sie eine Stütze für ihre Schwester sein, die damit kämpft, dass ihr Mann wegen Steuerhinterziehung verhaftet wurde und Marias 11jähriger Sohn verschwindet, weil er das Mobbing in der Schule nicht mehr aushält. Im Fokus stehen die unterschiedlichen Schwestern, Maria immer wie gewünscht und dem Stand entsprechend und Anna wild und mit eigenem Kopf. Komplex wird hier auseinandergenommen was die Bürde einer Familiengeschichte mit sich bringt, aber auch zugleich das Familie eine Stütze sein kann. Es ist in keinster Weise trotz aller Tragik kein schwerer Roman, an mancher Stelle sogar zu viele komödiantische Elemente. Der Roman lebt definitiv von überzeichneten Charakteren um die Abgrenzungen zu vereinfachen. Spannend gemacht, denn es werden immer wieder Rückblenden in die Vergangenheit eingestreut, die uns heutige Verhaltensweisen und Motive der Beiden liefern. Fazit: Familie ist Familie und bleibt Familie. Deine Vergangenheit ist geprägt durch sie und nun ist es an uns eine stabile und positive Umwelt zu kreieren um ein positives Miteinander zu fördern mit Rücksicht auf die Vergangenheit.
Anna und Marie sind Schwestern aber so verschieden wie Tag und Nacht. Dies zieht sich durch Generationen, dieses Wissen ist aber nicht hilfreich. Während Marie, die Wunschprinzessin ihrer Mutter ist, hat Marie ein Wildfang es mehr mit dem Vater. Die beiden haben noch viel ältere Brüder die aber durch den großen Altersunterschied im Leben der beiden keine große Rolle spielen. Auch als Erwachsene gibt es kaum Gemeinsamkeiten. Während Marie standesbewusst einen Grafen geheiratet hat, ist Anna geschieden und evangelische Pastorin geworden und dass mit einem erzkatholischen, blaublütigen Elternhaus. Während Maries Leben sich zu einer Katastrophe entwickelt, gibt es für Anna nach einem schrecklichen Erlebnis einen neuen Anfang. Als Vertretung des Pastors in einer ländlichen Gemeinde muss sie sich mit den konservativen Mitgliedern auseinander setzen. Die beiden Frauen und ihre jeweiligen , Lager sind dermaßen gegensätzlich das man wie beim Tennis hin und her schaut. Eigentlich möchte man Partei ergreifen, aber dann geschieht etwas bei den anderen das man so das auch wieder dort zuhalten möchte. Sie sind nicht böse zueinander, sondern helfen im Rahmen ihrer Möglichkeiten. Da ist Anna klar im Vorteil, sie kann Leid aushalten, nicht nur ihr eigenes sondern auch das von anderen. Die ideale Voraussetzung für ihren Beruf. Die Frauen spielen in diesem Roman die Hauptrolle, die Männer sind schmückendes Beiwerk. Jede ist für sich ist ein Einzelwesen, mit vielerlei Facetten ausgestattet, dass es faszinierend ist das Geschehen zu verfolgen. Sie sind nicht nur Mutter, Tante, Schwester, Tochter oder Pastorin, sie sind Frauen mit anerzogenen Denkweisen, die eine akzeptiert diese Grenzen, die andere rebelliert. Die Darstellung wie die Schwestern einerseits versuchen die andere zu verstehen oder sogar beneiden, ist überzeugend dargestellt. Durch das Leid in diesem Buch ist es eine sehr traurige Geschichte, aber immer wieder gibt es einen Lichtblick der mich als Leserin zum lachen brachte. Freud und Leid liegen trotz allem dicht beieinander.
„Wir sind schließlich wer“ ist ein Roman der in Köln lebenden Journalistin, Schriftstellerin und Fernsehmoderatorin Anne Gesthuysen.
Anna von Betteray und Maria von Moitzfeld sind zwei sehr unterschiedliche Schwestern. Maria führt ein biederes Leben mit ihrem Mann und dem gemeinsamen Sohn Sascha. Als Adelige arbeitet sie nicht und führt lediglich den Haushalt, während ihr Mann in einer Düsseldorfer Privatbank arbeitetet. Anna ist geschieden, übernimmt die Vertretung des erkrankten Pastors und versucht einiges in der Gemeinde zu verändern. Aber es ist das Leben von Maria, der vorbildlichen Lieblingstochter von Mechthild, in dem nichts mehr so ist, wie es sein sollte, das hier vollkommen außer Kontrolle gerät und es sind genau diese Ereignisse, die dazu führen, dass sich die Schwestern wieder näher kommen.
Der Schreibstil von Anne Gesthuysen lässt sich sehr angenehm lesen. Sie beschreibt ihre Charaktere sehr detailliert und man lernt nicht nur Anne und Maria kennen, sondern auch deren Mutter Mechthild, die - bereits fünf Mal verheiratete und nie geschiedene - 92-jährige Großtante Ottilie Oymann und viele andere. Besonders Anna, wie sie sich in ihrer Gemeinde für die Menschen einsetzt, hat mir gut gefallen. Durch das Buch ziehen sich Gerüchte, die eben schnell in einer Kleinstadt entstehen können und versnobte Angewohnheiten der Adeligen. Einiges mag ein wenig überspitzt dargestellt sein, wodurch es aber äußerst unterhaltsam ist.
Mir hat auch dieses Buch der Autorin, deren Schreibstil ebenso unverkennbar ist wie ihre Covergestaltung – gut gefallen.
Neues von Anne Gesthuysen vom NIederrhein, nachdem ich die Schwestern mit dem trotzigen Titel: Wir sind doch Schwestern gelesen habe, nur "Wir sind schliesslich wer. Wieder anknüpfen an irgendeinen Dünkel, den es in den vorherigen Generationen so gab - heute wohl nicht mehr so. Geschichten vom NIederrhein, von den Dörfern von den MEnschen dort. Die Protagonistin ist aus der FAmilie gefallen, evangelische Pfarrerin statt niederrheinisch katholisch, dazu auch noch Familie. Es gibt viele Hoch und Tiefs im Dorfleben und Familienleben aber alles im Wohlfühlbereich bzw. es löst sich alles irgendwie in Wohlgefallen aus. Ich war mir nie ganz sicher, ob es ein Regionalkrimi werden soll oder eine Familiengeschichte oder ein bisschen Niederrheinchronik. Es werden viele Themen angeschnitten Missbrauch, Landadeldünkel, Diabetes, Familiendünkel, sehr verschiedene Schwestern und ihr Leben, Fremdsein im Dorf, aber nichts geht wirklich an die Substanz. Gesthuysen erzählt flott und es macht eigentlich Spass das Buch zu lesen. Auch wenn die Charaktere etwas flach geraten sind, die steife Mutter, die garstige Haushälterin und die anderen Dorfcharaktere. Alles in allem ein Buch fürs Wochenende zum Vergnügen, eine kleine Auszeit am Niederrhein.
Schon beim ersten Kapitel habe ich mich köstlich amüsiert. Wir begleiten Anna, die gerade ihre erste Stelle als Pastorin angetreten hat, bei einem Geburtstagsbesuch in ihrer Gemeinde. Da sie aber einen Tag zu spät kommt, empfängt sie das Geburtstagskind – ein grummeliger 80jähriger – mit Vorwürfen und Anklagen. So hat sich Anna ihre erste Stelle, auch wenn es nur vertretungsweise für den erkrankten Pfarrer ist, weiß Gott nicht vorgestellt.
Überhaupt ist Anna eine recht untypische evangelische Pfarrerin. Als Spross einer adeligen Familie hat sich vor allem ihre Mutter eine ganz andere „Karriere“ für Anna vorgestellt. Und auch ihre ältere Schwester Marie kann mit dem Lebensweg von Anna so gar nichts anfangen. Doch auch Maries scheinbar sorgenfreies und standesgemäßes Leben ist nicht das, was es scheint.
Die Autorin erzählt eine amüsante Familiengeschichte – mit ein bisschen Drama, Liebe und Krimielementen. Mir haben tatsächlich die Rückblenden aus der Kindheit von Anna und Marie am Besten gefallen.
Ich hatte einen etwas ernsthafteren Roman erwartet, konnte mich aber dann gut auf den leichten und amüsanten Erzählstil der Autorin einlassen. Für mich war es ein hervorragendes 4,5 Sternebuch.
Anne Gesthuysens neuester Roman „Wir sind schließlich wer“ handelt von zwei sehr unterschiedlichen Schwestern aus einer adeligen Familie. Pastorin Anne kommt als Vertretung in ein kleines Dorf am Niederrhein. Sie wird dort nicht sehr herzlich empfangen, da sie weiblich, jung und geschieden ist. Ihre Schwester Maria kämpft unterdessen mit eigenen Problemen: Ihr Mann wird verhaftet, danach verschwindet auch noch ihr Sohn Sascha. Die Geschichte reißt einen von Anfang an mit und durch die bildhafte Erzählweise fühlt man sich wie vor Ort am schönen Niederrhein. Die Autorin hat einen sehr humorvollen, flüssigen Schreibstil und bringt viel Herzblut in ihre Erzählung ein. Die Charaktere sind sehr individuell und werden sehr empathisch und liebevoll eingeführt. Man bekommt einen tiefen Einblick in ihr Handeln und ihre Gefühlswelt. Es war sehr schön zu lesen, wie alle in der Not zusammengewachsen sind und sich unterstützt haben. Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen, nur das Ende fand ich nicht so authentisch. Eine klare Leseempfehlung von mir und 4 Sterne.
Anna von Betteray ist mitte dreißig, geschieden und die neue Pastorin. Alleine schon das ist ein Skandal. Als der alte Pastor krank wird übernimmt Anna die Vertretung und versucht die Gemeinde etwas zu modernisieren. Ihre Schwester Maria hat hingegen ganz andere Sorgen. Ihr Mann wird verhaftet und ihr Sohn verschwindet spurlos. Aber die Schwestern überwinden sich und halten zusammen, gemeinsam mit Ottilie aus dem Seniorenstift machen sie sich auf die Suche ...
Für mich war dies der erste Roman der Autorin, auch wenn sie schon ein Buch über die Schwestern veröffentlicht hat. Dennoch hatte ich nicht das Gefühl es fehlte mir was, ich konnte die Geschichte gut nachvollziehen. Ein sehr flüssig zu lesender Schreibstil, eine amüsante, aber auch spannende Familiengeschichte, alles sehr unterhaltsam. Allerdings auch nicht mehr. Anhand des Covers hätte ich eher einen tiefgründigeren Roman erwartet, so bekam ich einen schönen Unterhaltungsroman, der sich gut weglegen lässt. Nette Charaktere, ein Dorf voller Widersprüche und eine geheimnisvolle Familie. Mehr braucht es nicht zur Unterhaltung.
Das dörfliche, traditionelle Leben am Niederrhein aus der Sicht der jungen Pastorin – humorvoll präsentiert. Am Niederrhein in der Gemeinde Alpen kommt die junge, geschiedene Pastorin Anna von Betteray als Vertretung des erkrankten, älteren Pfarrers. Aufgewachsen ist sie zusammen mit ihrer ungleichen, vier Jahre älteren Schwester Maria in Schravelen mit dem standesgemäßen Motto: Adel verpflichtet. Während Anna den Hund Freddy an ihrer Seite weiß, verkuppelt die standesbewusste Mutter ihre Tochter Maria mit einem Grafen. Dieser wird jedoch wegen Steuerhinterziehung verhaftet, der elfjährige Sohn verschwindet und das mit Alkohol durchtränkte Leben von Maria bricht scheinbar zusammen. Tante Ottilie aus dem Seniorenstift Burg Winnenthal spielt überall eine Vermittlerrolle in der Familie und im Dorf. Schließlich weicht die Skepsis der Bürger von Alpen gegenüber der neuen Pastorin, hilft sogar bei der Suche des vermissten Jungen und auch die Familie findet sich wieder stimmungsvoll vereint. Aus der Heimat der Autorin mit Witz und Lokalkolorit schwungvoll erzählt.
Zum Inhalt: Die Alpener Bürger sind ganz schön skeptisch als Anna von Betteray die Vertretung des erkrankten Pastor übernimmt. Sie ist geschieden, aus altem Adel, viel zu jung und auch noch eine Frau. Während Anna versucht die Gemeinde zu modernisieren gerät das Leben ihrer Schwester völlig aus den Fugen. Ihr Mann wird verhaftet und ihr Sohn verschwindet. Wird es den Schwestern in dieser Notsitiation gelingen ihre Gegensätze zu überwinden? Meine Meinung: Ich muss ja gestehen, dass ich das Buch im Wesentlichen lesen wollte, weil ich aus der Ecke komme und das ist dann immer ein Stückchen interessanter als wenn man die Gegend nicht kennt. Aber das war auch für mich eigentlich das interessanteste, denn so richtig spannend fand ich das Buch nicht. Es war ganz nett aber eben nicht mehr. Der Schreibstil hat mir gefallen und ich würde durchaus auch weitere Bücher der Autorin lesen. Fazit: Ganz okay
Das Buch "Wir sind schließlich wer" von Anne Gesthuysen, ist eine gut zu lesende Familiengeschichte mit ein paar eingebauten Nebenstorys. Besonders gut haben mir die verschiedenen Charaktere im Buch gefallen, die unterschiedlichen Schwestern, die auf ihr Ansehen bedachte Mutter, die Dorfgemeinschaft, Oma Ottilie und allen voran die Haushälterin Frau Erbs, die mich öfter mal zum schmunzeln brachte. Die Schwestern Anna und Maria könnten unterschiedlicher nicht sein und durch einige Rückblicke erfährt man auch wie das kam und wieso die Fronten so verhärtet sind. Nachdem in Marias kleiner Familie mehrere Katastrophen geschehen und es sich raus kristallisiert das Annas Hilfe benötigt wird, nimmt diese trotz ihres schwierigen Standes in Ihrem neuen Job die Herausforderung an und steht Ihrer Schwester zur Seite. Das Buch zeigt einmal mehr wie wichtig Familie und Freunde sind. Eine nette, unterhaltsame Lektüre!
Dieses Buch habe ich schnell lesen können. Die Sprache ist einfach und liest sich gut. Die Geschichte ist eine schöne Mischung zwischen einer Art Krimi und einer Familiengeschichte.
Die Charaktere des Buches waren für mich authentisch und harmonierten darum gut miteinander. Anna ist eine sympathische Protagonistin und hat eigentlich alle Hände voll damit zu tun, ihre Rolle als Pastorin in Vertretung zu erfüllen. Doch dann bricht plötzlich in ihrer Familie das Chaos aus, als der Mann ihrer Schwester verhaftet wird.
Ich mochte dieses Buch gerne, denn es hat einen wirklich netten Humor. Und eine taffe alte Tante!
Die anderen Bücher von Frau Gesthuysen sind deutlich besser. Dieses hier ist angenehm zu lesen, aber das Ende ist schon ab der Mitte offensichtlich zu erahnen und daher wirkt es irgendwie zu schnell zusammen geschustert. Trotzdem mag ich die beschriebenen Charaktere und finde mich selbst als Kind und Enkelkind des Niederrheins wieder. Reicht für gute drei Sterne - mehr aber diesmal leider nicht.
PS: Ich hab’s super schnell weggelesen, da war nicht sooo viel Substanz..
Wilde Mischung aus überzeugendem Lokalkolorit, einfühlsamer Milieuschilderung und völlig hanebüchener Kriminalstory (ernsthaft, Diamanten in der Lüftung? Und kein Gedanke daran, dass man Entführern die Bargeld fordern nicht einfach kommentarlos Diamanten geben kann?). Ein kleines bisschen Zuviel des Guten, aber gut geschrieben und als Hörbuch angenehm zu konsumieren.
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Ich mochte die niederrheinischen Sitten (rauher Umgangston, viel Alkohol), den Dorftratsch und die Sprüche von Tante Ottilie. Die Geschichte ist unterhaltsam, manchmal etwas wuselig und ist sicher bald als TV-Film zu sehen.