Dante Alighieris Göttliche Komödie gehört zu den bedeutendsten Werken der Weltliteratur. Doch während in Italien jedes Schulkind die ersten Verse auswendig kennt, hat hierzulande nur eine kleine Schar Bildungsbürger die Commedia wirklich gelesen. Dabei ließe sich aus über fünfzig deutschen Übersetzungen wählen - mehr als in jeder anderen Sprache. Und welches »Glanzgewebe der Poesie« gibt es hier zu entdecken: Vom Straftheater der Hölle bis in die höchsten Himmelsregionen, von den gepeinigten Seelen der Sünder bis zur glanzvollen Schwirrnis der Engel wird ein »wunderbares Aufflugmanöver« in Verse gesetzt, das bis heute nichts von seiner Kraft verloren hat. Zum 700. Todestag des Dichters legt Sibylle Lewitscharoff, Danteanerin von der Fußspitze bis zum Scheitel, nun eine sachkundige, reich bebilderte Einführung zu diesem großen Werk vor.
Sibylle Lewitscharoff is a German author. Among her novels are Pong (1998), Apostoloff (2009) and Blumenberg (2011). She has received several German literary awards, including the Georg Büchner Prize in 2013.
„Warum Dante“ enthält viele interessante Gedanken zur Göttlichen Komödie. Doch leider haben mich vor allem zwei Dinge genervt: Der salbungsvolle, aufgesetzt christlich-fröhlich-anbiedernde Tonfall schulmäßiger Predigten und die inflationär verwendeten Wortneuschöpfungen, mit denen sich die Autorin, so kam es mir vor, auf Danteniveau heben möchte. Sehr schön hingegen die zahlreichen Abbildungen (auch der eigenen Werke der Autorin) und das wunderbar glatte, geradezu kühle Papier, auf das gedruckt wurde.
Ein interessanter Einblick in das große Werk Dantes. Die Autorin analysiert das Werk, setzt es mit der damaligen Zeit und Dantes Denkweise in Verbindung und versucht es in sein Weltbild und Bild des Christentums einzubetten. Zudem gibt sie Einblicke in verschiedene Übersetzungen ins Deutsche, hat einen klaren Standpunkt, welche sie wie gut findet, lässt der/dem Leser:in aber weiterhin die freie Wahl. Ich für meinen Teil habe nun einiges über Dante und sein Werk gelernt, aber auch beschlossen es nicht zu lesen, da mir schon die kurzen Passagen in Versform sehr schwer fielen.