In Hackettville, Louisiana, kennt man die erwachsene Frau, die vor wenigen Jahren hergezogen ist, nur als das Mädchen. Das Mädchen, das allein in einem einsamen Haus am Wald lebt und niemanden dort hinein lässt. Das Mädchen, das nie über seine Vergangenheit redet. Das Mädchen, das nach Rache dürstet. Als Tuck, der Sohn des Witwers Aiden Meyer, behauptet, durch ein Loch im Rollo in ihrem Haus eine bestialisch entstellte Leiche gesehen zu haben, glaubt sein Vater ihm nicht. Stattdessen fühlt er sich der vermeintlichen „Mörderin“, wie das Mädchen von den Schuljungs betitelt wird, verbunden. Verliebt sich sogar in Helen Brown, wie sie tatsächlich heißt. Doch die Hinweise darauf, dass Tuck recht hat, verhärten sich schnell und Aiden erfährt die Wahrheit über das grausame und abscheuliche Geheimnis des Mädchens, das noch immer keine Ruhe gibt: Denn alles, wofür sie lebt, ist Rache …
Nachdem "der Junge" schon wirklich genial war, war ich echt erfreut, das es mit "das Mädchen" tatsächlich eine Fortsetzung gibt.
Für mich ging es leider etwas verwirrend los. Zwar hatte ich noch alles von dem ersten Buch im Kopf, dennoch habe ich jetzt viele Seiten gebraucht, um die Handlung für mich zu entwirren. Mit Helen kam in diesem Buch das dritte "Kind" mit ins Spiel, nicht weniger aus ihrer Kindheit geschädigt wie ihre Geschwister. Hier dreht es sich hauptsächlich um Helen und um die Kindheit von Helen und ihrer Schwester Amanda, nach dem vermeintlichen Tod des Jungen. Da fand ich gut, dass hier vieles aufgeklärt wurde was im ersten Buch zu kurz kam. Allerdings wurde in dieser Geschichte auch auf das erschreckende Ausmaß der kompletten Kindheit und deren Auswirkungen eingegangen. Ich war so oft einfach nur erschüttert.
Auch Helens Geschichte war einfach nur unheimlich spannend, interessant und voll mit Wahn. Tatsächlich bin ich auch ein paarmal an meine ekelgrenze gekommen, das gab es schon eine ganze Weile icht mehr. Das Ende war dann für mich etwas anders als erwartet, aber mega spannend und eben überraschend. Eigentlich war ich sogar, obwohl ich es eigentlich nicht sein dürfte, extrem zufrieden mit dem Ausgang. Für mich eine ganz klare Empfehlung, allerdings sollte man unbedingt vorher das erste Buch, "der Junge" gelesen haben.
Wirr. Konfus. Ekelerregend. Unglaubwürdig. Sucht man jedoch nach Lektüre, die die negativen Auswirkungen von mangelnder Vergangenheitsbewältigung darstellt, kann man hier vielleicht anfangen. Würde ich jedoch nicht empfehlen.
Das Buch könnte unterhaltsamer sein, wenn es deutlich weniger Wiederholungen und weniger gestelzte Dialoge gegeben hätte, aber fairerweise muss ich sagen, dass man es trotzdem schnell lesen kann. Dies ist ein Werk, das völlig frei von Sympathieträgern ist, selbst kurze Momente, in denen man sich vielleicht mit der Protagonistin hätte anfreunden können, werden blitzschnell im Keim erstickt. Abgesehen von einem grundsätzlichen Mitgefühl, das man empfindet, wenn man über gequälte Kinder liest, gibt es hier nichts in das man emotional investieren könnte, deswegen interessiert einen auch relativ schnell nicht mehr wirklich, was passiert mit den Charakteren.
Was mich wirklich gestört hat, war mein Eindruck, dass für dieses Buch nicht recherchiert wurde. Ich denke es gibt genug Material über die Auswirkungen von physischem und mentalem Missbrauch, und ich denke es ist auch allgemein bekannt, dass die meisten Missbrauchsopfer nicht zu mörderischen Wahnsinnigen mutieren, deswegen fällt es mir extrem schwer dies hier in irgendeiner Weise ernst zu nehmen.
Dies ist der 2. Teil der "Kinder" - Reihe und ich muss sagen, dass mir der 1. Teil ein wenig besser gefallen hat. Trotzdem lief mir an einigen Stellen ein Schauer über den Rücken. Laut Autorin kann man beide Bücher auch getrennt lesen, doch ich finde, dass man es eigentlich besser versteht, wenn man den ersten Teil liest, dann den 2., da sich im 2. Vieles erschließt und man ein besseres Verständnis für die Situation hat und einen auch manchmal ein Licht aufgeht und man so im 1. Teil nicht gespoilert wird. An sich läuft die Geschichte parallel zum 1. Buch, aber aus der Sicht einer anderen Person.
Trotzdem wieder ein gelungenes Buch und wieder eine große Triggerwarnung!