Das Heilige Römische Reich deutscher Nation - lange negativ, als "Durcheinander verrotteter Reichsformen und unfertiger Territorien" (Treitschke) bewertet - wird heute auch in seinen positiven Aspekten wahrgenommen. Es besaß, gerade nach dem Westfälischen Frieden, die Mittel zum Ausgleich der Vielfalt und Konflikte - und bildet damit für Europa und seine Regionen ein interessantes Anschauungsobjekt. Peter Claus Hartmann stellt diese neue Sicht aufs alte Reich knapp und verständlich dar.
Eine sehr gute kurze Einführung in das Thema. Besonders erfreulich ist, dass es sich nicht um einen ereignisgeschichtlichen Schnelldurchlauf handelt, sondern in fast lexikalischer Form die wichtigsten Struktur- und Wesensmerkmale des Reiches behandelt werden. Es kann daher auch als Begleitlektüre zu tiefergehender Beschäftigung mit der Epoche dienen. Es ist somit für jeden, der sich mit der Geschichte des deutschen Reiches gesamt oder in Teilen z.B. Dreißigjähriger Krieg beschäftigen möchte eine empfehlenswerte Grundlage oder Ergänzung.