Ein Mann erscheint mitten in der Nacht auf einem Polizeiposten und erzählt, wie sein bislang eintöniges Leben aus den Fugen geraten ist. Jahrzehntelang hat er für einen wohltätigen Verein gearbeitet, jetzt wird er plötzlich wegen Unregelmäßigkeiten bei der Geldvergabe verdächtigt. Und nicht nur das: Im Hinterzimmer seines Büros, in dem er zeitweise selbst hauste, lässt er neuerdings die illegal arbeitende Putzfrau Mira wohnen. In seinem wahnwitzigen Bericht, dessen Charme und Menschlichkeit aber selbst den Polizisten nicht kaltlassen, entsteht das Portrait eines modernen Antihelden, der einen überraschend fröhlichen Nihilismus zum Besten gibt. Thomas Duartes Debütroman ist ein skurriles Erzählfeuerwerk, eine melancholisch-humoristische Poetik des Scheiterns. Er wird bevölkert von kauzigen Figuren, die auf vielfältige Weise die Absurdität der Lebens- und Arbeitsbedingungen in unserer kapitalistischen Leistungsgesellschaft spiegeln.
ich weiss nicht recht wohin mit diesem buch. auf eine art ist es sowas von cool. noch nie zuvor habe ich etwas in der art gelesen; ein mann, der einen polizeiposten aufsucht und seine ganze geschichte von vorne bis hinten erzählt, während der polizist alles abtippt. das wars. und alles war so belanglos. was mich irgendwie gestört hat: man wusste schon von anfang an alles. dass er diese putzfrau verraten und gesuche für die firma gefälscht hat. es verhinderte halt irgendwie, dass die geschichte einen spannungsbogen aufbauen konnte, was ich schade fand, da es das lesen teils etwas erschwert hat (teilweise langweilig und sehr repetitiv). aber vielleicht (oder sogar ziemlich sicher, weil so doof ist ja sonst wohl keiner dass er am anfang die ganze pointe schon verrät) hat duarte das ja genau bezweckt. im sinne eines nihilistischen dahinlaberns. und dieses ach-es-ist-eh-alles-schon-egal ist auch echt rübergekommen. checke mal wieder die tiefere message des buches nicht ganz, da ich mir zu wenig zeit lasse, mich wirklich mit der buchthematik auseinanderzusetzen, obwohl es wirklich spannende aspekte beinhaltet, beispielsweise:
-wieso zum teufel möchte franz so viel geld loswerden? hat er denn überhaupt welches? ist es die "last des geldes", von der manchmal die rede ist? hat er das gefühl, so lange er geld besitze, habe er verantwortung?
-wieso gibt franz nicht einfach geld an die hauptperson, damit diese niemehr arbeit zu erledigen oder seinen vater wegen geld zu belästigen hat, wenn er doch so viel davon hat?
-wieso hat die hauptperson mira verraten? weil sie ihm tatsächlich zu nahe gekommen ist? weil er eigentlich genauso psychotisch wie sein vater ist?
-wieso wollte franz das geld nicht an wohltätigkeitsvereine senden?
es gab einige gute buchpassagen, leider musste ich es bereits wieder retournieren. vielleicht schreibe ich mir beim nächsten bibliotheksbesuch noch einige heraus.
und jetzt ist finito mit der ganzen Chemielern-Prokrastination. Ran an die Arbeit, Margreth.
der protagonist verstrickt sich nach einer schiefgelaufenen jahresversammlung seines büros, vom sprühregen durchnässt auf dem polizeiposten in ein gespräch. er sucht nach einem gesprächspartner, was nach und nach in einem geständnis endet. über mehrere erzählebene wird geschildert, dass er im büro betrogen und schliesslich seine geliebte, welche ohne aufenthaltsbewilligung im land war, aus versehen angezeigt hat. ein nihilistischer roman, welcher nach der bedeutung des lebens, der arbeit, der existenz der menschen fragt. ich fand es zwar leicht zu lesen, aber die distanzierte, naive und unbeholfene art des protagonisten fast unerträglich. die erzählstruktur ist etwas kompliziert, aber eigentlich schön, wie nuance um nuance aufgedeckt wird.