Falk Jäger reist auf die als Schiffsfriedhof bekannte Insel Sable Island. Dort trifft er auf Junia, die von einem dunklen geheimnis umgeben ist. Falk soll ihr helfen, dieses Geheimnis zu lüften und mehr über ihre Vergangenheit herausfinden. Die Spuren führen ins England des 19. Jahrhunderts zu einer Adelsfamilie, einer unkonventionellen jungen Lady und einem geheimnisvollen Schatz.
Auf dieses Buch wurde ich zuerst durch das tolle Cover aufmerksam. Auch kannte ich bereits Bücher dieser Autorin, so dass schnell klar war, dass ich diesen Roman lesen möchte. Der Schreibstil ließ sich gut lesen und war leicht verständlich. Ich konnte sofort in die Story eintauchen und war regelrecht fasziniert. Die Beschreibungen waren lebendig und bildhaft, so dass ich mir alles sehr gut vorstellen konnte. Die Charaktere wurden sehr anschaulich und detailliert beschrieben. Sie besaßen eine tolle Tiefe, so dass sie richtig lebendig wirkten. Mir fiel es dadurch sehr leicht, Sympathien aufzubauen, um mit ihnen alles miterleben und auch mitfiebern zu können. Der Aufbau des Buches war sehr interessant und spannend. Zu Beginn bzw. in der ersten Hälfte des Buches taucht man in die Vergangenheit ein und erlebt die Geschichte von Olivia, die ich sehr sympathisch fand. In der zweiten Hälfte ging es dann in die Gegenwart zu Falk, seinen Freunden und Junia. Hier konnte ich hervorragend mitfiebern, denn die Spurensuche war nicht nur spannend sondern auch gefährlich. Sehr gelungen waren die verschiedenen Erzählweisen und die Sprachen beider Hälften, denn sie waren perfekt an die jeweilige Zeit angepasst. Dadurch wirkte alles sehr authentisch. Die Spannung war das ganze Buch über bei mir vorhanden, denn ich war sehr neugierig, wie alles genau zusammen gehört. Deshalb mochte ich das Buch auch nicht beiseite legen, sondern musste einfach immer weiterlesen. Es entstand ein richtiger Sog, dem ich nur allzu gerne nachgegeben habe.
Ein großartiger Roman, den ich verschlungen habe. Ich vergebe 5 von 5 Sternen.
Nachdem ich lange auf die Geschichte von Falk gewartet habe, war er doch (eine seeeeeeeehr häufig verwendete Satz konstruktion in den letzten E. B. Büchern...) schon immer mein Lieblingscharakter der losen Buchreihe, komme ich nicht umhin, ein klitzekleines bisschen enttäuscht zu sein. Der erste Teil des Buches fängt nett an und auch wenn es nicht unbedingt langweilig wird, ist es irgendwann doch etwas zäh. Die Protagonisten sind in ihrem Charakter zwar nich oberflächlich, werden aber recht eindimensional beschrieben. Ich habe keinen wirklichen Zugang zu ihnen gefunden, auch wenn sie mir sympathisch waren. Warum gerade ihre Geschichte den ersten Teil stellt, erschließt sich mir nicht. In der vorigen Büchern war das nachvollziehbarer. Nichtsdestotrotz war es eine ganz nette Geschichte.
Im "Falk" - teil (auf den sich wahrscheinlich so ungefähr alle freuen, wenn sie die anderen Bücher kennen) geht es gleich richtig los, ein Spannungsbogen wird aufgebaut, es liest sich (bis auf die oben genannten satzkonstruktionen) flüssig und man erwartet großes. Immerhin gibt's da einen Ninja! Ja... Dann komme ich zu einer Seite auf der plötzlich, wie aus dem Nichts das komplette Rätsel gelöst wird, ganz ohne Spannung, die Autorin selbstironisch schreibt, dass es das ja jetzt wohl nicht gewesen sein kann, anteast, dass da noch etwas kommen muss, ein paar Seiten als Lückenfüller(?)/ fehlgeschlagene Wiedergutmachung(?) herhalten lässt und plötzlich das Buch beendet...
Da sitz ich nun, genervt von dem unspektakulären Ende (und von der unnötig aufgebauschten, "humorvollen" Rivalität zwischen Duke und Falk) mit der Frage, ob die Ideen oder die Buchseiten ausgegangen sind oder die Autorin dieses Buch einfach nur gerne provokant zu ende bringen wollte. Chapeau für den Mut-falls ja-, hilft nur leider nicht gegen die Enttäuschung. Auch im zweiten Teil habe ich nur zu Junia einen einigermaßen schönen Zugang bekommen. Sie war für mich am authentischsten.
Trotz allem war das Buch, dank des meist sehr eloquenten Schreibstils und der Originalität ein netter Schmöker :)