Im Sommer 2018 zieht die alle zehn Jahre stattfindende Wallfahrt zum Revolver Christi so viele Besucher an wie nie zuvor. Ausgestellt ist neben der Reliquie in der Kathedrale auch eine der drei erhaltenen Ikonen des Christus an der Waffe. 110 Jahre nach dem Tod eines Elektrikerlehrlings, den man mit einem Kopfschuss aus dem Revolver Christi getötet auf den Stufen des Chorraums auffand, fällt in der Kathedrale erneut ein Schuss … Anna Albinus nimmt in ihrem klassischen, eleganten Erzählton unmerklich Anlauf, als wäre nichts, und unversehens findet man sich in einer anderen Welt. Und wie selbstverständlich streift sie dabei allerlei ernsten Stoff: das Spektakel als Angebot der Kirchen; die Inszenierung des Musealen; das Existentielle im Glauben mancher, die glauben wollen; und last not least die Zerreißprobe zwischen Gewalt und Glauben. Oder vielleicht ist das alles nicht so gemeint …?
Vom Hocker gehauen, hat es mich jetzt nicht. Den Debütpreis des Österreichischen Buchpreises kann ich aber durchaus nachvollziehen. Revolver Christi ist ein Buch für das man sich einen Lektüreschlüssel wünscht oder jemanden, der einem die Genialität, die hinter dem Buch steckt, erklärt, denn alleine erkennt man die vielen (vor allem theologischen) Feinheiten nicht, ich zumindest nicht. Auch nach dem gemeinsamen Gespräch über das Buch in meiner Bücherrunde habe ich immer noch das Gefühl, dass mir etwas entgangen ist. Revolver Christi sollte man nicht alleine bzw. ohne anschließende Diskussion lesen, evtl. sollte man es auch mehrmals lesen (es geht sehr schnell, da es sehr dünn ist und zudem eine große Schriftart und Setzung gewählt wurde). Mir persönlich war das Ende zu unbefriedigend. Manche mögen das sicher, wenn es kein ganz klares Ende gibt, man selbst noch viel dazu denken kann, das Buch plötzlich aus ist und die Lesenden mit diesem leicht irritierten Gefühl zurücklässt. Ich mag das nicht.
Anna Albinus gewann den Newcomer-Preis des Österreichischen Buchpreises und genau wie der Gewinner (DAVE) ist es eine eher unwirkliche und abstruse Geschichte.
3/4 der Novelle finde ich persönlich grossartig. Es ist ein mutiger Text - aber auch frech und unzensiert. Jesus als Waffenträger? Dieses Bild ist uns eher fremd. Schon eher kennen wir bewaffnete Fanatiker. Aber handelt es sich bei den Figuren hier wirklich um religiöse Fanatiker? Oder verwirrte Seelen?
Diesen Text als Krimi zu bezeichnen mag zutreffen, aber man sollte nicht mit den typischen Erwartungen eines Kriminalromans an dieses Buch herangehen. Albinus, typisch Österreich, macht was sie will. Und das klappt grösstenteils hervorragend.
Nur das Ende sagt mir leider nicht zu. Es ist zu banal, zu offen. Als hätte die Autorin keine Zeit mehr gehabt, die Geschichte richtig abzuschliessen. Vielleicht habe ich ja auch etwas Grundlegendes verpasst - das kann bei einem Text dieser Gattung schnell passieren.
Dennoch bleibt zum Schluss bei mir ein eher maues Gefühl zurück. Schade um den schönen und gelungenen Rest.
Obwohl als Novelle konzipiert hat Revolver Christi einen komplexen Ansatz. In einer Kathedrale im Jahr 2018 fällt ein Schuss! Icherzähler ist ein Kommissar, damit wird es zum Teil zur Kriminalgeschichte. Jedoch seine Familie scheint in die mysteriösen Vorfälle um eine Tatwaffe, die als Reliquie ausgestellt wird, involviert zu sein.
Die Novelle lebt von ihren spektakulären Ideen, die brisant genug sind und Glaube und Gewalt behandelt. Die Schriftstellerin Anna Albius ist Theologin und behandelt das Thema auf Niveau. Hinzu kommt eine stilistische Brillanz, die auffällt. Der Text enthüllt auch bis zuletzt nicht seine Rätselhaftigkeit.
Erschienen ist das Buch in der Edition.fotoTAPETA.
écriture fluide et agréable à lire, un scénario plutôt sympa, mais une fin bien trop abrupte ??? on dirait que l'autrice avait juste la flemme ou pas d'idée pour clôturer le scénario et donner une résolution quelconque, c'est dommage pcq c'était prometteur
(en vrai maybe ça mérite 3 étoiles jsp, à méditer)
What could be a great book, based on the premise and the idea at its core, turns out to be sadly shallow and dissatisfying. And I'm not only talking about the open end, which feels like a cliff-hanger by design, knowing there won't be another season ...
weirdly entertaining and interesting, even though the plot meanders around without any clear direction. But I loved the style and some of the ideas, want to read more from this author