In den 1970er und 1980er Jahren kam der Entwicklung des Linksextremismus in der öffentlichen und wissenschaftlichen Wahrnehmung große Bedeutung zu. Angesichts eines höheren Gefahrenpotentials des islamistischen und rechten Extremismus schwand diese Aufmerksamkeit in den letzten Jahren. Indessen lassen sich nach wie vor einschlägige politische Bestrebungen – wenn auch mit anderer Bedeutung – ausmachen. Dieses Buch, das für die 2. Auflage aktualisiert wurde, versteht sich als kritische Bestandsaufnahme zum Linksextremismus in Deutschland: Es präsentiert die relevanten Informationen über Auffassungen und Handlungen und schätzt sie hinsichtlich bestimmter Aspekte und Gesichtspunkt ein. Dabei werden häufig politisch motivierte Dramatisierungen oder Verharmlosungen zugunsten einer differenzierten Sicht auf das Gefahrenpotential des Linksextremismus vermieden.
Linksextremismus macht Spaß und ist fair. Für diese These gibt es spätestens seit 1917 klare empirische Evidenz, die der Autor vollkommen ignoriert. Fanatisch wird dem Dogma der "freiheitlich-demokratischen Grundordnung" gefolgt, nachdem sich die gegenwärtige organisatorische Schwäche und geringe politische Wirkung linksextremistischer Bestrebungen positiv zeichnen lässt. Der Mechanismus der damit einhergehenden Faschsisierung der BRD wird hier vollkommen ausgeblendet, es findet kein Versuch Kausalität ausfindig zu machen statt.
Entäuschend aber nicht überraschend war das Kapitel zur Partei Die Linke, die auf ihrem zunehmend bürgerlichen Kurs nun auch Verteidigung vor den Extremismusvorwürfen von besonders reaktionären Schweinen wie Eckhard Jesse in solchen Machwerken wie dem vorliegenden erfahren darf. Peinlich und unangenehm ist das.
Witzig war auf jeden Fall der Absatz zur MG und zum GSP.