Herausgegeben von Jürgen Ritte Erstmals und nach dem Manuskript in der Bibliotheca Proustiana Reiner Speck herausgegeben, transkribiert, übersetzt, kommentiert und mit einem Essay von Jürgen Ritte versehen. Frühjahr 1919: Der Krieg ist seit einem halben Jahr beendet, aber Jean Giraudoux trägt noch Uniform und nimmt an den Friedensverhandlungen in Versailles teil. Das hindert ihn nicht daran, seine vor dem Krieg begonnene literarische Karriere energisch voranzutreiben. Mit seinen gerade erschienenen Erzählungen gilt er als einer der aufgehenden Sterne der französischen Literatur seiner Zeit. Er ist ein gefragter Autor, aber er findet die Zeit, für eine kleine aufwändige Kunstzeitschrift einen kurzen Text abzuliefern. Dabei hat er freie Hand und schreibt über einen illustren Unbekannten: Marcel Proust, ein Autor, der gerade erst mit einer Neuauflage von Du côté de chez Swann, seines 1913 erschienenen ersten Bandes seiner À la Recherche du temps perdu, einen zweiten Versuch unternimmt, diesmal bei Gallimard, Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen, was ihm bereits Ende 1919 gelingen soll: Für den zweiten Band, À l’ombre des jeunes filles en fleurs, erhält er den begehrten Prix Goncourt. Prousts Bewunderung für Giraudoux ist grenzenlos. Er glaubt in ihm den Schriftsteller einer neuen Zeit erkannt zu haben. Giraudoux’ Bewunderung für Proust ist nicht geringer, und doch sind die beiden sich vermutlich nie begegnet. »In hundert Jahren erst wird man erkennen, wie großartig Prousts Werk ist!«, schreibt Giraudoux nach erneuter Proustlektüre im September 1921 an seinen Freund Paul Morand. Genau hundert Jahre später, zu Prousts hundertfünfzigstem Geburtstag am 18. Juli 2021, erscheint Giraudoux’ außergewöhnliche, nur noch schwer zugängliche Hymne auf Marcel Proust aus den Feuillets d’art zum ersten Mal auf Deutsch in einer luxuriösen zweisprachigen Ausgabe mit dem Faksimile der Handschrift aus der Sammlung Reiner Speck.
Greek mythology or Biblical stories base dramas, such as Electra (1937), of French writer Hippolyte Jean Giraudoux, who also wrote several novels. He fathered Jean-Pierre Giraudoux.
People consider this French novelist, essayist, diplomat. and playwright among the most important French dramatists of the period between World War I and World War II. They note his work for its stylistic elegance and poetic fantasy. The relationship between man and woman or some unattainable ideal in some cases dominates themes of Giraudoux .
Léger Giraudoux, father of Jean Giraudoux, worked for the ministry of transport. Giraudoux studied at the Lycée Lakanal in Sceaux and upon graduation traveled extensively in Europe. After his return to France in 1910, he accepted a position with the ministry of foreign affairs. With the outbreak of World War I, he served with distinction and in 1915 became the first writer ever to be awarded the wartime Legion of Honour.
He married in 1918 and in the subsequent inter-war period produced the majority of his writing. He first achieved literary success through his novels, notably Siegfried et le Limousin (1922) and Eglantine (1927). An ongoing collaboration with actor and theater director Louis Jouvet, beginning in 1928 with Jouvet's radical streamlining of Siegfried for the stage, stimulated his writing. But it is through his plays that gained him international renown. He became well known in the English-speaking world largely because of the award-winning adaptations of his plays by Christopher Fry (The Trojan War Will Not Take Place) and Maurice Valency (The Madwoman of Chaillot, Ondine, The Enchanted, The Apollo of Bellac).
Giraudoux served as a juror with Florence Meyer Blumenthal in awarding the Prix Blumenthal, a grant given between 1919 and 1954 to painters, sculptors, decorators, engravers, writers, and musicians.