Jump to ratings and reviews
Rate this book

Sherlock Holmes im Labyrinth der Lügen

Rate this book
Sherlock Holmes gehört zu den unsterblichen Figuren der Literatur. Die versammelten Geschichten haben eine Gemeinsamkeit die der Herausgeber in der Einleitung herausstellt. Sie basieren entweder auf bewusstem Lügen, Täuschung oder absichtsvolles Verschweigen. Also Umstände, ohne die die Kriminalliteratur fade wäre.

356 pages, Hardcover

Published January 1, 2010

Loading...
Loading...

About the author

Roman Sander

10 books

Ratings & Reviews

What do you think?
Rate this book

Friends & Following

Create a free account to discover what your friends think of this book!

Community Reviews

5 stars
0 (0%)
4 stars
0 (0%)
3 stars
2 (100%)
2 stars
0 (0%)
1 star
0 (0%)
Displaying 1 of 1 review
Profile Image for EmBe.
1,237 reviews26 followers
July 7, 2021
Es sind natürlich auch Spiele mit den Figuren der Sherlock Holmes Erzählungen. Den Anfang macht "Mrs. Hudsons Theorie" von Friedrich Gerhard Klimmek. Die Geschichte ist eine größtenteils wörtliche Nacherzählung der bekannten Erzählung "Das gescheckte Band", in der eine Schlange als Mordinstrument eingesetzt wird. Allerdings trägt sie den neueren Kenntnissen über die Schlange Rechnung, nämlich dass sie im Grunde taub ist und sich nicht dressieren lässt. So kann die Geschichte auch einen ganz anderen Ausgang nehmen. Geschickt greift der Autor dabei auf, dass die erste Fassung auch schon als eine bewusste Verfälschung eines wahren Falls bezeichnet wird, was die wissenschaftliche Überholtheit recht schlüssig erklärt. Das wirkt zwar am Ende etwas erzwungen, aber es ist ein unterhaltsames Spiel mit dem Original.
Der bekannte Kriminalschriftsteller Gary Lovisi nimmt sich der fehlenden Jahre an, in denen Holmes nach seinem vermeintlichen Tod im Kampf gegen seinen Erzgegner Moriarty an den Reichenbach-Fällen verschwunden bleibt. In seiner Geschichte ist Sherlock Holmes nicht gestorben, doch gerät er in ein Paralleluniversum, in dem auch Moriarty nicht gestorben ist. Und der nun, da sein Gegner aus dem Weg geräumt ist, seine bösen Pläne entfalten kann, sprich im Hintergrund die Fäden zur heimlichen Machtübernahme zieht. Doch Holmes setzt alles daran, auch in dieser Welt Moriarty zu bekämpfen. Dabei hilft ihm neben Dr. Watson auch der damalige Dalai Lama. Hier greift Lovisi einen Topos aus der Science Fiction auf. Sehr lesenswert. Eine Geschichte, erzählt von Holmes und wiedergegeben von Dr. Watson, aber zu seltsam, um sie zu veröffentlichen.
„Auftrag in Kiew“ ist eines der Abenteuer, das der Chronist Watson nicht literarisiert hat. Das hat seine Gründe: Denn zum einen hat es Watson selbst nicht miterlebt, zum anderen war es nicht von Erfolg gekrönt. Holmes reist auch lediglich als Prozessbeobachter zu einen Gerichtsverhandlung um einen vermeintlichen Ritualmord in Kiew. Dort macht er die Bekanntschaft russischer Schriftsteller. Doch Holmes kann die Ermittlungen nicht vorantreiben und so auch nicht den fälschlich Angeklagten entlasten, stattdessen wird er Opfer von Angriffen von radikalen Nationalisten und Antisemiten. Klaus Peter Walter, der Autor, lässt die fiktive Figur Holmes mit der Geschichte kollidieren. Doch Sherlock Holmes hat auch im Zarenreich Leser und Freunde.
Auch diese Geschichte ist spannend erzählt und vor allem für historisch interessierte interessant, weil sie gut recherchiert ist, und die Figur Holmes bekommt eine neue Facette.
Es gibt einen ganzen Band mit Erzählungen, die Sherlock Holmes‘ Welt mit dem Cthulhu Mythos verbinden. Der Herausgeber präsentiert hier nun eine weitere: "Holmes und die alten Götter" Von Ralph E. Vaughan. Die Geschichte ist schnell erzählt. Der schon bejahrte Sherlock Holmes wird bei einem USA-Besuch von einem Gelehrten der Miskatonic Universum auf das Verschwinden seines Kollegen Randolph Carter aufmerksam gemacht, sprich, bittet ihn um Hilfe. Es gibt einen Ich-Erzähler, doch es ist dieses Mal nicht Dr. Watson, sondern ein Gelehrter von der Miskatonic-Universität von Arkham. Es ist ein typische Ctulhu-Beschwörungsgeschichte, die man als Lovecraft-Leser zur Genüge kennt, und die Figur Sherlock Holmes bringt keine neuen Facetten hinein. Der bejahrte Holmes ist im Grunde derselbe, er ist immer noch agil und weiß mehr als dass er in seinen bekannten Fällen zum Ausdruck kommt, nur dass er jetzt im Ruhestand lebt.
Am Ende gibt es noch einen literarischen Spaß von Ahmed Khan. „Dr. Watsons geheimes Tagebuch“ enthüllt Unglaubliches über die Identität von Holmes großem Gegenspieler Professor Moriarty. Zum Schmunzeln.
Ein schön aufgemachter Band, eine abwechslungsreiche Zusammenstellung unterhaltsamer Geschichten. Der gewissermaßen aus der Reihe „Sherlock Holmes Kriminalbibliothek“ des Verlages herausgewachsen ist.
Displaying 1 of 1 review