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Das Universum ist verdammt groß und supermystisch

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Gustav spricht nicht mehr. So lange, bis seine Mutter "den Mann" aufgibt, der eh bald wieder weg sein wird. Charles kratzt Gustavs Stummheit nicht, sie will mit ihm losziehen, um seinen Vater zu finden. Und Gustavs Opa kommt mit auf die Reise, die sie quer durch Europa führt, von Berlin bis nach Istanbul. Und während Gustav immer wieder zweifelt, ist Charles überzeugt von der supermystischen Kraft des Universums und dass am Ende alles gut werden kann.

Felicitas Horstschäfer und Johannes Vogt leben zusammen in Berlin. Sie studierten Design in Münster und machen als Duo Kinderbücher. Außerdem arbeitet Felicitas als Illustratorin für Verlage und Johannes als Ausstellungsgestalter für Museen.

Hardcover

Published July 21, 2021

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28 people want to read

About the author

Lisa Krusche

18 books6 followers
Lisa Krusche, geboren 1990 in Hildesheim, lebt in Braunschweig. Studium der Kunstwissenschaften an der Hochschule für Bildende Künste in Braunschweig (HBK). Veröffentlichte in Zeitschriften und Anthologien, u.a. in »Mindstate Malibu. Kritik ist auch nur eine Form des Eskapismus«. 2019 erhielt sie den Edit Radio Essaypreis. 2020 den Hans-im-Glück-Preis und den Deutschlandfunk-Preis bei den 44. Tagen der deutschsprachigen Literatur in Klagenfurt. »Unsere anarchistischen Herzen« ist Lisa Krusches erster Roman.

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Displaying 1 - 17 of 17 reviews
Profile Image for Mira123.
671 reviews9 followers
December 15, 2021
Lang ist es her, seit ich mein letztes Kinderbuch gelesen habe. Was jetzt für die meisten hier nicht wirklich überraschend sein wird: Immerhin bin ich 22 und habe bisher noch keine Kinder. Aber dieses Buch habe ich bei einem Gewinnspiel von Lovelybooks gewonnen und da es sich eigentlich ziemlich genau nach der Art von Buch anhört, die Klein-Mira mochte, habe ich es dann doch gelesen. Und was soll ich sagen? Ich hab's nicht bereut!

Allein schon die Figuren sind so liebevoll gestaltet und haben mehr Tiefe als viele Figuren in Büchern für Erwachsene oder Jugendliche. Da ist zum Beispiel der Protagonist Gustav, der beschlossen hat, nicht mehr zu sprechen, bis sich seine Mutter von ihrem neuen Freund trennt, den er nur "den Mann" nennt. Oder Charles, die mich stark an Pippi Langstrumpf erinnert hat und eigentlich nie zu reden aufhört. Deswegen freundet sie sich ja auch so schnell mit Charles an: Sein Schweigen stört sie nicht, weil dann sie mehr reden kann. Oder Gustavs Opa, der früher im Zirkus gearbeitet hat, jetzt aber im Altersheim wohnt und sich später bereit erklärt, mit den zwei Kindern einen verrückten Roadtrip zu machen, um Gustavs Vater ausfindig zu machen.

Und auch der Roadtrip ist einfach nur toll beschrieben. Die Autorin hat so viele wunderbare Details eingebaut, durch die in meinem Kopf sofort Bilder von den jeweiligen Orten entstanden. Natürlich ist nur wenig an der Handlung realistisch oder vernünftig, aber das ist mir hier sogar erst im Nachhinein aufgefallen. Und ich bezweifle, dass das Klein-Mira vor zehn oder fünfzehn Jahren interessiert hätte.

Mein Fazit? Durch dieses Buch fühlte ich mich in meine Kindheit zurückversetzt. Und obwohl seitdem so einige Zeit vergangen ist, konnte mich dieses Buch begeistern. Wenn ihr also noch ein Geschenk für ein Kind ab so circa zehn Jahren sucht, dann schaut euch doch mal diesen Roman etwas genauer an.
Profile Image for DieRaberin.
51 reviews1 follower
February 11, 2023
Wundervolles Kinderbuch über eine ganz besondere Reise!
2 reviews1 follower
July 20, 2021
Ich habe das Buch durch vorablesen erhalten.

Es ist eine skurrile Geschichte, das lässt sich nicht bestreiten. Gustav, der nicht redet bis der neue Freund seiner Mutter weg ist, fährt mit seinem Opa, der eigentlich im Altersheim lebt, und seiner neuen besten Freundin Charles durch Europa um seinen Vater zu finden.
Diese skurrile Kombi findet man auch auf dem Cover: Neben den drei Hauptfiguren sind noch Gustavs Wasserpflanze Agatha, Opas Kaninchen Miffler und Charles Plüschoktopus Vida abgebildet. Nicht nur das Cover und der Klappentext, sondern auch die ersten Seiten des Buchs weckten mein Interesse.

Die Geschichte ist skurril, abgefahren und selbstverständlich fiktiv. Doch für mich war sie leider auch unrealistisch. Nicht die Reise, nein. Mir ist klar, dass die (mit dieser Besetzung) unrealistisch ist. Es war vielmehr alles, das zu dieser Reise führte, denn das war ziemlich konstruiert. Gustav sagt ja zu einer Reise mit Charles und deren Eltern an dem Tag, an dem er Charles kennenlernt. Und die Freundin seiner Mutter, die auf ihn aufpasst, erlaubt es ihm. Charles kann auch einfach so mit fremden Leuten wegfahren, denn sie kennt Opa und Gustav ja auch erst seit kurzem. Und der Opa fährt einfach so mit den beiden Kindern weg.
Doch der Roadtrip ist nett beschrieben und die Geschichte ist okay.
Manchmal kamen mir die Charaktere unrealistisch vor, Charles war manchmal zu abgedreht, Gustav redet gefühlt Wochenlang nicht (?!? Erstaunlich, dass er so lange durchhält — und unrealistisch) und sammelt Dinge, die er auf der Straße findet, in seinen Hosentaschen (wie alt ist er?).

Die Sprache in diesem Buch ist gut verständlich und eigentlich auch für jüngere Kinder (Grundschulalter) geeignet: Es gibt keine langen Satzkonstruktionen, keine verschachtelten Sätze etc. Gleichzeitig benötigt man für die Lektüre ein großes Vokabular (nicht fürs Grundschulalter geeignet), da Wörter wie „Contenance“ verwendet werden. Auch gibt es einige Jugend-/Slang-Wörter. Zudem ist die Sprache stellenweise vulgär, es kommen Wörter wie „Scheiße“ und „verschissen“ vor (muss das in einem Kinderbuch sein?).


Alles in allem ist die Geschichte okay. Es gab manches, dass mir nicht gefallen hat, aber die Idee ist witzig und skurril, und besonders Agatha fand ich toll.


Eine Anmerkung: Mir sind in diesem Buch einige (Rechtschreib-)Fehler aufgefallen. Das ist bei einen solch renommierten Verlag wie Beltz & Gelberg schlecht. (Nadiah wurde auf S. 39 einmal ohne „h“ am Ende geschrieben — vorher mit, nachher mit und zwei Zeilen weiter unten mit! Auf S. 49 finden wir die „Nachtischlampe“ — auf der vorherigen Seite wurde die Nachttischlampe richtig geschrieben. Orange wird nicht gebeugt — es heut organgefarben nicht orangen. Dies wurde auf S. 57 geflissentlich ignoriert, dort wird der Oktopus als „grau mit orangen Punkten“ beschrieben. Auf S. 85 gibt es den Stein aus Kreisen — was???) Ich (17 Jahre alt) bin kein Lektor, und mir sind diese Fehler aufgefallen.
Profile Image for Petra Sch..
392 reviews3 followers
August 22, 2021
Gustav, sein Opa und Charles erleben das größte Abenteuer ihres Lebens...

Gustavs Mutter hat einen neuen Mann in ihrem Leben, mit dem sie auf Urlaub fahren will.
Gustav will "den Mann" jedoch nicht, denn er wird seine Mutter genauso verlassen und traurig machen, wie die vorigen Männer - deshalb spricht er nicht mehr, bis "der Mann" weg ist.
Eines Tages lernt er Charles kennen, die selbstbewusst, extrovertiert und redefreudig ist - und sie beschließt, dass Gustav seinen Vater, über den er nichts weiß, suchen soll. Denn das Universum ist verdammt groß und supermystisch und hilft einem, wenn man selbst daran glaubt.


Meine Meinung:
Der Schreibstil ist gefällig und aufgrund der einfachen, kurzen Sätze leicht zu lesen. Durch die Schreibweise aus Sicht von Gustav in ich-Form kann man sich noch besser in ihn hineinversetzen und man leidet mit ihm mit. Denn seine Mutter ist ständig traurig, auch weil sie immer wieder von Männern verlassen wurde, dadurch wird Gustav, der kaum Freunde hat, auch traurig. Er sammelt lauter kleine Dinge und schreibt Listen, wer alles sein Vater sein könnte. Seinen Großvater - den Vater seiner Mutter - muss er immer alleine im Altenheim besuchen und eigentlich schweigen sich die beiden dann auch nur an. Und vor allem sagt ihm keiner, wer sein Vater ist, den er doch so gerne kennenlernen will.
Bis er eben eines Tages Charles kennenlernt, die ihn trotz seines Schweigens toll findet. Und seine Wasserpflanze namens Agatha.
Charles ist ein aufgewecktes, schlaues und wissbegieriges Mädchen, das an die Hilfe des Universums glaubt. Und weise, denn sie sagt zu Gustav: "Wenn einem etwas auf der Seele lastet, sollte man es sagen. Wenn einem etwas wichtig ist, sollte man dafür einstehen. Wenn man etwas nicht will, sollte man laut und deutlich 'Nein' sagen. Und wenn man brennende Fragen hat, sollte man sie stellen, und wenn man keine Antwort bekommt, muss man danach suchen."
Das war auch einer meiner Kritikpunkte - dass seine Mutter und sein Großvater ihm nicht verraten wollten, wer sein Vater ist. Dabei gab es dafür gar keinen Grund! Das machte mich wirklich wütend. Und traurig.
Ebenso, dass seine Mutter ihm erlaubt hat, mit der Familie seiner neuen Freundin, die er erst seit kurzem kennt, und seine Mutter gar nicht, auf Urlaub zu fahren. Nur, damit sie ihren eigenen Urlaub mit dem aktuellen Freund genießen kann. Zu dem sie Gustav übrigens nicht mitgenommen haben.
Gustav spricht in Gedanken mit seiner Wasserpflanze Agatha, was witzig zu lesen ist, obwohl es traurig ist.
Und Charles will unbedingt den Stofftier-Kraken, nennt ihn Vida und schleppt ihn überallhin mit, so wie Gustav seine Agatha.

Gustav hat Glück, Charles kennengelernt zu haben, denn sie stellt die Fragen, die sich Gustav nicht zu stellen wagt. So erfährt er, dass sein Opa weiß, wer sein Vater ist.
Und so fragen sie sich immer weiter und erfahren Schnipsel für Schnipsel immer mehr Infos für den Weg zu seinem Vater.
Übrigens ist es auch Charles, die Gustavs Opa mobilisiert, sich mit auf die Suche zu machen (sie brauchen ja immerhin einen Fahrer) und außerdem will Gustavs Opa sowieso noch einmal etwas erleben, bevor er in dem Altersheim versauert.
Und so wird es eine abenteuerliche Reise durch Polen in die Slowakei, danach nach Ungarn, und schlussendlich durch Rumänien nach Istanbul. Sie lernen jede Menge Leute auf ihrer Reise kennen - viele gute, aber auch einen schlechten.
Dass Kinderbücher Happy-Ends haben, ist üblich. Hier ist das Happy-End aber melancholisch und anders als erwartet.

Für mich beinhaltet dieses Kinderbuch viele wichtige Themen: Familie, Alleinerziehende, neue Partner eines Elternteils; Freundschaft; Hilfsbereitschaft; Mut und Lebensfreude. Für mich ist dies für ein Kinderbuch aber etwas zu bedrückend und traurig rübergebracht.

"Kann es sein, dass das Universum meistens ganz anders antwortet, als man es gedacht hätte?" - "Klar, du kannst nur deine Fragen stellen und offen sein. Dann kommen Antworten, aber was für welche, kannst du nicht entscheiden. Das ist das Universum, es ist verdammt groß und supermystisch."


Fazit:
Ein erlebnisreicher Roadtrip mit vielen Abenteuern, einer humorvollen Charles, aber leider auch sehr melancholisch und traurig.
Profile Image for Daniela Anders.
674 reviews2 followers
July 9, 2021
Schräger Roadtrip mit genialen Charakteren – berührend, klug und witzig. Ein Geheimtipp!

Gustav sammelt kleine Dinge, die er auf seinem Weg findet und die in seinen Hosentaschen Platz finden. Die Fundstücke werden ordentlich beschriftet und katalogisiert. Außerdem spricht er mit seiner Wasserpflanze namens Agatha – dafür aber nicht mit dem Rest der Welt (Schweigegelübde, bis der neue Mann an der Seite seiner Mutter wieder weg ist). Er macht sich Gedanken, wer sein Vater sein könnte und während er also so sein Leben lebt, läuft ihm die unbefangene Charles über den Weg. Die zwei freunden sich an und Charles hat die Idee, gemeinsam mit Gustav dessen Vater zu suchen. Gustavs Opa muss auch mit, einer muss ja schließlich das Auto fahren – und Opa weiß auch, wer Gustavs Vater ist. Nur nicht, wo er ist. Nun beginnt ein Roadtrip der besonderen Art: von Berlin über die Slowakei und Ungarn bis nach Instanbul folgen Gustav, Charles, Opa und Agathe die Wasserpflanze der Spur von Emilio Galetti (so heißt er nämlich) und erleben dabei so einiges. Im Lauf der Zeit stoßen dann noch Opas uraltes Zirkuskaninchen Miffler dazu sowie Vida, eine orangener Plüschkrake, der zu Charles gehört.

Also dieses Buch hat es in sich. Es ist total crazy, cool, krass und einfach nur genial! Die Charaktere sind der Hammer und wunderbar gezeichnet. Gustav, der für mich autistische Züge hat, lebt in seiner Blase und ist sehr in sich gekehrt. Er lässt sich aber von der wunderbar unkonventionellen Charles, Tochter eines Künstlerehepaars, ins pralle Leben entführen. Sie zeigt ihm, dass es auf der Welt so viel mehr gibt, als man glaubt. Sie ist überzeugt, dass man nur gute Vibes ins Universum zu senden braucht und schon fügt sich alles. Gnadenlos optimistisch und unfassbar lebendig sieht sie immer eine Lösung, nie ein Problem – ich liebe sie! Opa, der ehemalige Zirkusclown, will einfach nochmal leben – raus aus dem Altersheim und rein ins Abenteuer. Das Leben ist zu kurz, um nur davon zu träumen.

Die Geschichte macht Spaß und bietet doch so viel mehr! Nicht einfach eine Kindergeschichte, sondern ein absolut lesenswertes, kluges Buch mit so viel Weisheit und Botschaft darin. Es gibt sehr viele bemerkenswerte Sätze und ich fühlte mich einfach immer berührt. Hier ist alles drin: es ist lustig, traurig, bewegend, amüsant, schräg, intelligent, völlig gaga, mystisch, spannend, fesselnd, verrückt, botschaftenvermittelnd, mutmachend, nachdenklich, genial! Ein Buch fürs Herz und für die Seele. Dass die Autorin es geschafft hat, das alles in knapp 190 Seiten zu packen ohne dass es überfordert oder einfach zu viel wird, zeugt von echter Schreibkunst. Ihr Stil ist super zu lesen, kommt direkt an und versteht es, zu fesseln. Man kann gar nicht anders, als gute Laune zu haben, wenn man diese Geschichte liest. Grandios!

Fazit: ein wertvolles, Mut und gute Laune machendes Buch, das direkt in Herz und Seele trifft - nicht nur für Kinder, sondern für jedes Alter. Ein echter Geheimtipp und eine ganz klare Leseempfehlung!

Die ausführliche Rezension inkl. Leseprobe wie immer in meinem Blog LESEZAUBER_ZEILENREISE https://lesezauberzeilenreise.blogspo...
Profile Image for Bambi-Nini.
266 reviews1 follower
September 17, 2021
weder realistisch noch vernünftig, aber oft spaßig und in gewisser Weise lehrreich

„Und manchmal braucht man jemanden, der für einen träumt,
wenn einem selbst die Fantasie fehlt.“ (Kapitel 21)

Gustav würde gern seinen Vater finden. Als seine Mutter mit ihrem neuen Freund in den Urlaub fährt, bietet sich für ihn eine Chance: Zusammen mit seinem Opa und Freundin Charles begibt sich Gustav auf eine lange, ereignisreiche Suche, die Gustav schon bald für aussichtslos hält. Doch Charles vertraut auf die mystische Kraft des Universums…

Gustav und Charles sind zwei sehr gegensätzliche Figuren. Gustav, sehr schweigsam, hat seinen Wohnort bisher kaum verlassen. Er weiß nichts über seinen Vater, stellt sich aber allerlei Berufsmöglichkeiten vor. Als Ich-Erzähler der Geschichte teilt er zumindest den Leser/innen seine Gedanken und Gefühle mit – seiner Umwelt nur bedingt.
Charles hingegen ist offen, fast schon aufdringlich, voller Fantasie und Abenteuerlust. Während Gustav wenig redet, sprudeln die Worte und Weisheiten aus ihr nur so heraus. Aufgeben ist keine Option für sie. Und so ist sie maßgeblich für das kommende Abenteuer verantwortlich.

Die Handlung selbst ist schon sehr unrealistisch und in vielen Punkten auch einfach schräg. Nur mit einem Namen und völlig veralteten Infos durch halb Europa zu fahren, auf der Suche nach einem Menschen, von dem man weder weiß, was er heut tut, noch wie er inzwischen aussieht… klingt nicht gerade erfolgsversprechend.
Begleitet von einem Opa, der diese wahnsinnige Strecke vielleicht besser nicht allein fahren sollte. Einer eigentlich Fremden, die Gustav in dieses Abenteuer gedrängt hat. Einem mindestens 30 Jahre altes Kaninchen…. Und einer mehr oder weniger sprechenden Wasserpflanze.
An abenteuerlichen Geschehnissen mangelt es genauso wenig wie an einer skurrilen Reisegesellschaft.

Aber darum geht es letztlich gar nicht: Der Kernpunkt der Geschichte ist, dass man an etwas glauben soll. Dass man dranbleiben soll, egal wie unwahrscheinlich es auch ist. In den Worten von Charles – man soll auf das Universum vertrauen und darauf, dass vom Universum geschaffene Umwege ebenfalls ihre Berechtigung haben.

Der Weg ist das Ziel – und das Ziel ist nicht unbedingt immer, wie man sich es vorgestellt hat.

Und das gilt in gewisser Weise auch für das Buch.
Die Geschichte liest sich auf keinen Fall schlecht, der Schreibstil ist passend kindgerecht gehalten. Allerdings empfand ich die Story aufgrund der zahlreichen eigenwilligen Begebenheiten nicht immer als ganz rund. Berührende Passagen und kluge Weisheiten entschädigen aber dafür. Die andauernde Suche hält eine gewisse Spannung aufrecht.

Zwischen den Zeilen stecken noch viel mehr angedeutete Themen und Sorgen. Wenn über die schwierige Familiensituation mit wechselnden Männern berichtet wird, über eingesperrte Zirkustiere, oder über Gustavs Mutter, die aus Angst, nach einem Urlaub nicht mehr in ihr Leben zu passen, ihr zuhause lieber gar nicht erst verlässt…

Fazit

Eine Reise voller Abenteuer und kleiner Hindernisse – weder realistisch noch vernünftig, aber oft spaßig und in gewisser Weise dennoch lehrreich (in einigen Punkten aber halt auch nicht).
422 reviews4 followers
August 14, 2021
Kinder-Roadtrip vom Feinsten!
Was für ein nettes Kinderbuch! Mir hat dieser feine kleine Roman für Kinder richtig gut gefallen. Eine Geschichte über die Suche nach den eigenen Wurzeln, über die Vergänglichkeit und wie gut Freundschaft tut!
Im Mittelpunkt steht Gustav, der mit seiner alleinerziehenden Mutter lebt. Die möchte gerne mit ihrem neuen Freund an die Ostsee fahren und Gustav will weder mit noch findet er es gut, dass seine Mama Lily sich mal wieder das Herz brechen lassen will. Also streicht er verbal und sagt nix mehr und fährt nicht mit. Zu seinem Glück trifft er das Mädchen Charly und das Abenteuer nimmt so langsam seine Form an, den Charly will Gustav helfen seinen Vater zu finden, den er nie kennengelernt hat und von dem Gustav nichts weiß, weil seine Mutter nicht über ihn spricht. Das ganze endet in einem witzigen und schönen Roadtrip bei dem nicht nur ein Vater gefunden wird sondern auch Freundschaft, Lebensfreude und Offenheit.
Witzig fand ich das Figurenkabinett, da merkt man schnell die Kreuzberger Bubble! Etwas unkonventionell und ganz im hier und jetzt, so wie es jedem beliebt. Herrlich und begrüßenswert. Gestört hat mich persönlich nur, dass ab der 2. Hälfte doch recht oft das Wort Scheiße fällt. Bei drastischen Situationen, ja ok, einmal -gerne, aber nicht ständig.
Davon mal abgesehen, ist das Buch sprachlich sehr sehr gut gelungen, denn ich habe selten ein Kinderbuch gelesen, dass so viele zitierfähige Sätze enthält! Mein liebster Satz des Romans: „Ein Ziel ohne Plan ist auch nur ein Wunsch.“ (S.11), dicht gefolgt von: „Das Leben ist ein großer Scherz“ (S. 6) und „So ist das mit der Liebe, sie hinterlässt Spuren, die sich nicht tilgen lassen.“ (S. 23)
Lisa Krusche schreibt locker leicht für Kinder sehr gut lesbar ohne lange Passagen, Schlag auf Schlag und doch mit Platz für eigenes Kopfsummen und Überlegen.
‚Das Universum ist verdammt gross und super mystisch‘ ist zum Selbstlesen geeignet ab ca 9 Jahren und zum Vorlesen ab der 2. Klassen aus meiner Sicht.
Von uns gibt es alle Daumen hoch die wir haben!!! :0)
Profile Image for Birgit.
54 reviews
August 27, 2021
Eine Wasserpflanze, ein Kaninchen und ein Stoffoktopus

„Und manchmal braucht man jemanden, der für einen träumt, wenn einem selbst die Fantasie fehlt.“ (S. 148) Dieser Jemand ist für Gustav seine neue Freundin Charles, die ihn und seinen Opa aus ihrem Alltagstrott herausholt und zu einer Reise animiert, die sie von Berlin nach Istanbul führt, um Gustavs Vater zu finden. Mit von der Partie sind Gustavs Wasserpflanze Agatha, Charles‘ Stoffoktopus Vida und Opas Kaninchen Miffler.

„Man muss das Universum wissen lassen, dass man bereit ist.“ (S. 36) Anscheinend habe ich das Universum wissen lassen, dass ich bereit war, ein ungewöhnliches Kinderbuch zu lesen. Ein Roadtrip der anderen Art, der mich durch Polen, die Slowakei, Ungarn und Bulgarien in die Türkei führte, wo ich einer Familienzusammenführung der anderen Art beiwohnen durfte. Ich habe die Reise an der Seite von dem anfangs stummen Gustav, seinem Opa Joseph und der pfiffigen Charles einfach nur genossen. Dabei sah ich die Ereignisse bildlich vor Augen. Ich hoffe sehr, dass diese Geschichte verfilmt wird.

Von mir gibt es eine Leseempfehlung für große und kleine Leser*innen, die sich gerne auf eine etwas andere Art von Reise- und Familiengeschichte einlassen. Schon alleine das Cover ist ein Hingucker, aber gerade die Erzählung berührt und macht Spaß. Verdiente 5 Sterne!
Profile Image for lesemama.
1,611 reviews1 follower
October 20, 2021
Zum Buch:
Alles fängt mit einer Wasserpflanzen an. Gustav wünscht sich einen Hund, der neue Freund seiner Mama schenkt ihm eine Wasserpflanze, die Gustav Agathe nennt. Mit Agathe am Kanal trifft er auf Charles, ein seltsames Mädchen, die, als sie mitbekommt das Gustav nicht weiß wer sein Vater ist, alles in Bewegung setzt um genau das rauszufinden. Und ehe sich Gustav versieht sitzt er mit Charles und seinem Opa in einem Bus und fährt quer durch Polen in Richtung Slowenien ...

Meine Meinung:
Eine total verrückte Story, sehr an den Haaren herbeigezogen und unglaubwürdig, aber auch sehr unterhaltsam und humorvoll erzählt.
Charles ist ja so ein Früchtchen, frech, vorlaut und mutig. Ohne sie wäre Gustav einfach nur ein Junge der nicht redet.
Die drei zusammen, also Charles, Gustav und Joseph, Gustavs Opa, haben eine spannende, abenteuerliche Reise vor sich, die unterhaltsam ist und Spaß beim Lesen macht.
Alles in allem ein humorvoller Roadtrip für jüngere LeserInnen, einfacher Schreibstil, kurze Kapitel. Freundschaft und Abenteuer werden groß geschrieben. Eigentlich alles was ein unterhaltsames Kinderbuch braucht.
Profile Image for _ich. lese_.
849 reviews2 followers
July 11, 2021
Was ist passiert? Gustav ist auf einmal mit seinem Opa und Charles, den er eben erst kennengelernt hat, unterwegs. Unterwegs zum schrägsten Roadtrip, den es jemals gab. Im Bulli einmal quer durch Europa immer auf der Suche nach Gustavs Papa, den er noch nie gesehen hat. Supermystisch und verdammt cool ist die Reise durch viele Länder.

Ein cooles Cover, ein vielversprechender Klappentext und fertig ist ein Abenteuer der besonderen Art. Knapp zweihundert Seiten voller Situationskomik, aber auch tiefgründig und bewegend. Gustav ist ein besonderer Junge, besonders liebenswert und sein Opa ist sowieso der Knaller. Da passt Charles doch perfekt in die Runde.
Eine abenteuerliche, humorvolle Geschichte. Sehr gut geschrieben, leicht zu lesen und ein voller Erfolg. Zumindest meinen Humor hat die Geschichte sehr gut getroffen. Ich habe mich ganz großartig unterhalten. Ein verdammt mystischer Toaster und ein verdammt gutes Buch. So jetzt durfte ich das Wort oft genug sagen ;)
2,277 reviews13 followers
July 7, 2021
Zum Inhalt:
Gustav ist nicht glücklich, er mag den neuen Freund der Mutter nicht und jetzt will sie auch noch mit ihm in Urlaub. Das geht ja mal gar nicht und er beschließt nicht mehr zu sprechen, bis der Mann weg ist. Dann lernt er Charles kennen und sie geht mit seinem Opa und ihm auf eine Reise um den Vater von Gustav zu suchen. Er wird eine spannende Reise.
Meine Meinung:
Das war eine schöne Reise mit Charles, Gustav und seinem Opa. Eine Art Roadtrip der aber mit sehr viel Herz geschrieben ist. Ich möchte die Protagonisten sehr und auch die Art, wie das Buch geschrieben ist. Der Schreibstil ist lesbar sowohl für de Zielgruppe als auch ältere Semester. Das Cover fand ich von Anfang an klasse und es passt auch sehr gut zur Geschichte. Mir hat das Buch sehr gut gefallen und kann es nur wärmstens empfehlen. Die Leseempfehlung ab 10 finde ich gelungen, jünger sollten die Kinder für dieses Buch nicht sein.
Fazit:
Interessanter Roadtrip
128 reviews
May 5, 2022
Schräg, voller Humor und Liebe, zudem macht es Lust auf Reisen und Entdecken- was will man mehr?
Gustav hat es nicht leicht: seine Mutter reist mit ihrem neuen Freund an die Ostsee, er selber gerät mit der unternehmungslustigen Charles und seinem Großvater, einem früheren Zirkusclown, in ein gewaltiges Abenteuer. Auf der Suche nach seinem unbekannten Vater reisen die drei durch Polen, Bulgarien und die Türkei. Und während dieser Reise passieren eine Menge Dinge bis die Abenteurer schließlich auf den vor Istanbul liegenden Prinzeninseln das Ziel ihrer Reise erreichen.
Endlich mal wieder ein (Kinder)Buch das nicht bemüht schräg daherkommt, sondern seine eigenwilligen Figuren mit Charme und voller Überzeugung direkt in die Herzen der Leserschaft schreibt. Sehr lesenswert!
Profile Image for Silvia Ramírez A..
85 reviews1 follower
June 14, 2022
Un niño que se niega a hablar, un abuelo que solía ser payaso de circo, una niña que cree en el poder del universo y una planta acuática.

Lo traje de la biblioteca para leer con mi hija. Un viaje en busca del papá de Gustav, del que nunca supo nada y sueña con que sea la respuesta a sus problemas. Acompañado de Charles, la niña más intrépida que conoce y su abuelo, quien solía ser un payaso de circo.

Es una lectura ligera y bonita para leer con niños. Tiene capítulos cortos, lo cual permite hacer cortes casi que en cualquier momento. Tiene momentos emocionantes, momento chistosos y momentos emotivos. Habla del valor de la amistad, de los sueños y de simplemente ser uno mismo.


Profile Image for Silvia.
159 reviews3 followers
May 4, 2024
Confesso di aver avuto aspettative piuttosto alte, non pienamente rispettate. Ho faticato a sentirmi coinvolta, spesso mi sono distratta, soprattutto nella prima parte. Forse più adatto a una versione cinematografica.

Racconta di un viaggio, fisico e spirituale insieme, in cerca di un padre, di ricordi, di identità, tra collezioni, sogni e futuro.

Apprezzabile il tentativo di tradurre in narrazione un'apertura sana a una dimensione dell'umano non necessariamente razionale e razionalmente incasellabile, senza degenerare in un misticismo sfrenato o egoriferito.
Profile Image for Silke.
134 reviews2 followers
April 2, 2022
Ein Fundus an schlauen Sätzen und kunstvollen Formulierungen in immer kindgerechten Satzbauten lassen hier einen vollkommen eigenen hochwertigen Sprachstil erkennen, der eben auch Erwachsenen Raffinesse zu bieten hat. Einzig die häufig platzierten Kraftwörter werfen hier die Frage auf, ob dies in Kinderbüchern generell verzichtbar wäre oder aber einfach den Zeitgeist spiegeln soll. Dies ist ein Buch, dass keiner unanfechtbaren Logik folgt und trotzdem sehr realistisch wirkt. Man könnte so einiges anzweifeln, aber das Leben ist auch oft verrückt genug, dass alles am Ende genauso hätte passieren können. Ein Roadtrip mit Europa-Flair und skurrilen Charakteren, allesamt sehr symphatisch, kleine Ausnahmen würzen jedoch die Story. Am Anfang und am Ende steht die Vatersuche, aber gefühlt geht es um das Reisen, dass sich Aufmachen, etwas in Bewegung setzen und den Fluss des Lebens, die Fügung in Gang zu setzen, dessen Ziel letztendlich nur ein Auslöser für viel wundersamere Ereignisse ist. Auch einfach: Der Weg ist das Ziel. Das wir Miffler, Agatha und Vida auf dem Cover finden dürfen, macht das Buch am Ende des Lesens nochmal zu einem optischen Highlight… mit dem Gefühl eines Insiderwissens. Ein wertvolles Buch, das seinesgleichen sucht.
Displaying 1 - 17 of 17 reviews

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