Der Prolog Der Hebraischen Bibel: Der Literar- Und Theologiegeschichtliche Diskurs Der Urgeschichte (Gen 1-11) (Abhandlungen Zur Theologie Des Alten Und Neuen Testaments)
Die biblische Urgeschichte erzahlt nicht nur von Anfangen, sie ist ein Anfang - derjenige des Alten Testaments, der Hebraischen Bibel. Gemass der These dieser Studie erfolgte die literarische und theologische Arbeit an der Urgeschichte im Bewusstsein, dass es sich um den Prolog zu einem Textcorpus aus Tora, Propheten und Schriften handelt. Ein diskursiver Durchgang durch Gen 1-11 zeigt die Auseinandersetzung der verschiedenen Stimmen der Urgeschichte (Priesterschrift und nicht-priesterliche Texte) insbesondere mit den prophetischen und weisheitlichen Traditionen, die schliesslich im Rahmen des Tanak kanonisiert wurden. Auch in anderer Hinsicht erweist sich die Urgeschichte als Prolog: Es finden sich Einflusse mythologischer Traditionen mesopotamischer und griechischer Provenienz. Dies wird dahingehend interpretiert, dass die Autoren der Urgeschichte die literarischen Traditionen Israels und Judas gezielt in den Kontext antiker Literatur zu integrieren suchten. Andreas Schule, Dr. phil., Dr. theol. habil., Jahrgang 1968, ist Aubrey Lee Brooks Professor of Biblical Theology am Union Theological Seminary in Richmond (Virginia), USA.