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Was soll an meiner Nase bitte jüdisch sein?

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Antisemitismus hat viele Gesichter – und die meisten davon sind sehr freundlich. Doch auch die besten Manieren schützen nicht davor, Unsinn zu glauben. Wie zum Beispiel, dass alle Juden grosse Nasen hätten. Oder gut mit Geld umgehen könnten.

Der Schweizer Schriftsteller Thomas Meyer wurde nie verprügelt, weil er Jude ist. Aber viele Male verspottet, beleidigt und mit irrwitzigen Behauptungen konfrontiert. Wie zum Beispiel, dass seine Nase typisch jüdisch sei. Widersprach er, widersprach man ihm: Doch, doch, das sei eindeutig eine jüdische Nase. Genau so sähen die aus! Irgendwann hörte er auf zu diskutieren und begann, seine Erlebnisse mit dem alltäglichen Antisemitismus aufzuschreiben.
Entstanden ist ein kompakter Essay mit grosser Wirkung. Die Alltäglichkeit und die oft erschreckende Direktheit von Meyers antisemitischen Erlebnissen nimmt uns als Leserinnen und Leser voll in die Pflicht. Und Meyer schont auch sich selbst nicht, denn er geht seinen eigenen Ressentiments in diesem bewegenden Text ebenso auf den Grund.

Meyers Essay ist ein radikal subjektiver Beitrag zur Antisemitismus-Debatte – ein dichtes Buch mit grosser Sprengkraft.

Und seine Nase ist ganz normal, übrigens.

(Beschreibung des Verlags)

123 pages, Hardcover

First published March 22, 2021

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About the author

Thomas Meyer

12 books30 followers

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Community Reviews

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Displaying 1 - 10 of 10 reviews
Profile Image for Tutankhamun18.
1,428 reviews27 followers
July 5, 2023
War sehr interessiert, aber war sehr enttäuscht das sein Fazit einfach war spreche die Vorurteile die du hast nicht aus, sondern reflektiere darüber und verbessere dich (wahr aber ich habe gehofft er würde auch über instiutionellen Rassismus in der Schweiz reden).
Profile Image for Pascal.
22 reviews
June 30, 2021
Ein sicher wichtiges, richtiges und das eigene Selbstbild erweiterndes Buch. Leider strotzt der Text vor zig-fach wiederholten Bildern und Argumenten. Schade.
Trotzdem sollte man dieses Buch lesen und damit das eigene Denken in Klischees und Selbstgerechtigkeit hinterfragen lernen.
Profile Image for Raffael Hirt.
41 reviews6 followers
July 15, 2024
Ich hatte Angst, dieses Buch zu lesen.

Nicht, weil ich das Gefühl hatte, ich könnte ein verkappter Antisemit sein – dafür hatte ich in meiner Kindheit und Jugend viel zu wenig mit Vorurteilen über jüdische Menschen zu tun. Meine Angst entstand, weil spätestens seit dem Terroranschlag vom 7. Oktober Kritik am Staat Israel als Antisemitismus abgetan wird. Mehr noch: Der Schweizer Rapper Knackeboul unterstellt auf Instagram denjenigen Menschen, die sich sicher sind, nicht antisemitisch zu sein, den schlimmsten Antisemitismus. (Ich paraphrasiere dieses Argument aus dem Gedächtnis, weil mich Knackeboul mittlerweile blockiert hat.) Es mag stimmen, dass manche Diskriminierung so tief im Unterbewusstsein entsteht, dass sich die Menschen ihrer nicht bewusst sind. Der Umkehrschluss, dass alle «woken» Menschen besonders diskriminierend sind, stimmt jedoch nicht. Eigentlich kenne ich Thomas Meyer als Autor gut genug, als dass ich mich vor solchen hanebüchenen Argumenten hätte fürchten sollen. Weil ihn Antisemitismus natürlich im Persönlichsten trifft, fürchete ich trotzdem, dass ihm in diesem Buch die nötige Objektivität abhanden gekommen sein könnte.

Meine Angst war völlig unbegründet. Wie andere Reviewer:innen korrekt kritisiert haben, ist dieses Buch keine quantitative Studie und kein politisches Manifest, sondern eine persönliche Reflexion. Trotzdem sind Meyers Argumente vollkommen korrekt und stichhaltig. Er führt den Antisemitismus auf (früh-)kindliche Prägung durch die Eltern und das Umfeld zurück. Meyer nennt Antisemitismus ein «Gerücht» und «eine falsche Schreibweise, die der Duden erst als Variante duldet und schliesslich als korrekt in seine Wörterbücher aufnimmt». Treffender kann man es nicht sagen. Deshalb kann ich Thomas Meyers Buch über den Antisemitismus im (Schweizer) Alltag vollumfänglich empfehlen.

Trotzdem habe ich dem Buch keine fünf Sterne gegeben. Meyer sieht die Lösung gegen Antisemitismus vor allem im Persönlichen. Wir Menschen müssen uns der Diskriminierung unseres inneren Monologs bewusst werden und diese dann ebenso bewusst beiseite legen, bevor sie unser Handeln beeinflusst. Auch dahinter kann ich voll und ganz stehen. Trotzdem klammert Meyer den zentralen Aspekt jeglicher Diskriminierung aus. Diesen kann man wahlweise «dialektischen Materialismus», «Erst kommt das Fressen, dann kommt die Moral» oder «It's the economy, stupid» nennen – je nach dem, ob einem Karl Marx, Bertold Brecht oder Bill Clinton am nächsten steht. Zwar beschreibt Thomas Meyer den vielbesagten Wütbürger, der «gegen Juden, Muslime, Geflüchtete und ‹die Regierung›» zettert. Ausserdem beschreibt der Autor seine eigenen diskriminierenden Gedanken über dunkelhäutige Menschen: «Wann immer ich einen Schwarzen Mann auf einem Fahrrad oder in einem Auto sehe, denke ich, dass er das Gefährt geklaut hat.» Leider verliert Meyer kein Wort über den sozioökonomischen Ursprung dieses Stereotyps: Dunkelhäutige Menschen sind statistisch betrachtet tatsächlich krimineller, weil sie (ebenfalls statistisch betrachtet) ökonomisch schlechter gestellt sind. So ist das Mittel gegen den modernen Antisemitismus denn nicht nur die persönliche Reflexion, sondern auch materielle Verbesserungen für die vielbesagten 99 Prozent.
Profile Image for Chantale Flesch.
1 review
March 26, 2023
Thomas Meyer hat mit diesem Buch nicht nur gezeigt, dass Antisemitismus und Diskriminierung nicht nur bewusst, aber auch unterbewusst und unbewusst geschieht.
Man die Definition nicht nur auf Gewalt und bewusste Orientierung schieben kann und darf, sondern auch "gewaltlosen Antisemitismus" als diesen Wahrnehmen muss - puren Antisemitismus und Diskriminierung.
Die Frage hinter gesellschaftlichen Strukturen tiefer ist, als meist einfach so zu sehen ist und man zu verstehen glaubt.

Auch zeigt sich Thomas Meyer selbst als fehlerhaft und spielt nicht den "Übermenschen".
Spricht aus eigenen Erfahrungen Gegenüber seinen Erfahrungen mit Diskriminierung und Antisemitismus, aber auch darüber, wie er sich selbst hin und wieder bei genau solchen Gedankengängen ertappt hat.

Er erklärte ausführlich, wo genau die Grenzen liegen, wie genau der emotionale Umgang ist und wo potenziell einige Fehler liegen, wenn auch nicht alle, was den Umgang mit Konfrontation in Bezug Antisemitismus und Diskriminierung betrifft.

Per se empfinde ich dieses Buch als eine wunderbare Lektüre über Strukturen der Gesellschaft, der Fehlerhaftigkeit des "Mensch-Seins" aber auch dem, wo man genau den Unterschied machen kann - man fängt an, seine Gedankengänge besser zu überwachen, die Fehler zu erkennen und den Mund zu halten.

Im selben Atemzug macht Thomas Meyer aber auch klar, dass es per se nicht möglich ist, Diskriminierung und Antisemitismus, Rassismus zu entkommen, denn wir alle tragen ihn in uns.
Er macht klar, dass diese Themen ein Teil unseres "Seins" ist, wir diesen Teil aber nach und nach klären müssen - auch wenn wir dies niemals vollkommen schaffen werden.

Ich bin absolut begeistert von Thomas Meyer und werde dieses Buch definitiv weiter empfehlen und mich in weitere Lektüren von Herr Meyer hineinlesen.
Profile Image for Chantal.
10 reviews
August 4, 2022
Thomas Meyer hat die Auseinandersetzung mit Diskriminierung und dem Antisemitismus klar auf den Punkt gebracht und aus autobiografischer Sicht dargelegt, dass antisemitistisches Verhalten sowohl bewusst aber eben auch unbewusst passiert. Sich einmal selber an der Nase nehmen und sich mit seinem eigenem Gedankengut auseinandersetzen in Bezug auf Hochmut (Bessereissen), Prägung (fehlendes Wissen) und Groll finde ich hierbei wunderbar erklärt. Erfrischend fand ich auch, dass Meyer sich mit seinen eigenen diskriminierenden Gedanken auseinander setzt und diese den Leser:innen ungeschönt darlegt.

Was bleibt ist auch der Satz "Sprache ist radikal ehrlich, und sie ist nicht nur Inhalt, sie ist auch Energie."

Die eigenen Gedanken und die damit verbundene Sprache und das Verhalten sind somit eine bewusste Entscheidung und sollen / müssen stetig reflektiert werden.

Eine kurzweilige Lektüre, die zum Nachdenken anregt.
This entire review has been hidden because of spoilers.
Profile Image for Mary.
20 reviews
January 12, 2025
Ein schöner "Mainstream"Essay, um sich als nicht-jüdische Person Gedanken über die Omnipräsenz und die Hartnäckigkeit von Antisemitismus zu machen. Das Ende war ein bisschen komisch. Und klar, es ist keine philosophische Abhandlung.
Profile Image for Marina.
212 reviews4 followers
June 15, 2022
So wie ich es von Thomas Meyer gewohnt bin: scharfzüngig und klug berichtet er über seine eigenen Erfahrungen mit dem Antisemitismus.
10 reviews1 follower
November 1, 2021
Ja, wichtig. Ich bin noch nicht sicher, was ich abschließend davon halte. Es hilft, die eigenen Vorurteile nochmal intensiver zu hinterfragen.
Displaying 1 - 10 of 10 reviews

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