"Kurz gesagteswas länger gedachtals ausgesprochenPapier bedrücktund Gedanken teiltbis sie ein Vielfachesin den Händen andererHalt finden."Eine Sammlung an Texten. Eine Sammlung an Eindrücken. Eine Sammlung von Gestern für das Heute.Nicht allzu selten sind es unsere Gedanken, die uns fest im Griff halten. Statt loszulassen ist es an der Zeit danach zu greifen.
„Wenn ein Buch eine Reise tut, dann kann es was erzählen.“ Sehr frei nach Matthias Claudius *g*. Wer mehr über dieses großartige Projekt erfahren will, schaut sich bitte auf www.buchreise-projekt.de um!
Die junge Lyrikerin Lu Apre, deren 2020 im WReaders Verlag erschienenes Buch „Heute haben wir gestern“ ich im Rahmen dieses Projekts lesen und kommentieren durfte, verarbeitet auf knapp 140 Seiten eine traumatische Beziehung/ Trennung. Entsprechend „negativ“ oder sagen wir lieber traurig und abgründig sind viele der mal kurzen (2-3 Zeilen), mal längeren Texte. Und doch (oder genau deswegen) treffen die Gedichte genau dorthin, wo sie hingehören: mitten ins Herz der Leser:innen. Ich musste tatsächlich mehr als einmal schlucken bzw. tief ein- und ausatmen, um das Gelesene „sacken“ lassen zu können. Emotionen pur!
Man sollte dieses Buch weder am Stück noch in „unpassenden“ Zeiten lesen. Welche das sind, lässt sich natürlich pauschal nicht sagen. Für mich hieß das, das Buch erst einmal liegen zu lassen, fast schon zu vernachlässigen. Dann jedoch öffnete es eine Seite und ich fing an – fing an, abzutauchen in die Seele der Autorin, aber auch in meine eigene Gefühlswelt und –lage, fing an mir Fragen zu stellen, einzelne Stücke zu kommentieren…Nicht zu allen Texten konnte und wollte ich einen Kommentar hinterlassen – viele sprechen einfach für sich; da bedarf es keinen weiteren Anmerkungen. Auch das wird jede:r Leser:in individuell entscheiden können/ müssen. Vielleicht kann die Autorin, wenn das Buch nach einer (hoffentlich) langen Reise wieder bei ihr angekommen ist, sagen, dass alle Texte kommentiert sind – es wäre ihr zu wünschen! Mich jedenfalls haben die schweren Gedanken, die philosophischen Aphorismen, aber natürlich auch die „positiven“ Texte (ja, die gibt es durchaus – sie scheinen wie Sonnenstrahlen nach einem Gewitter heraus) tief beeindruckt, so dass ich mir noch vor dem Ende der Lektüre mein eigenes Exemplar bestellt habe.
Ich kann also keine andere Bewertung als 5* abgeben und ich wünsche der Autorin, dass sie nie wieder so eine Situation durchleben muss wie die, die sie in ihrem Buch verarbeitet.
Poesie Bücher zu rezensieren finde ich jedes Mal aufs Neue schwierig. Jeder kann etwas anderes in die geschriebenen Zeilen des Autors hineininterpretieren. Was der Autor mit seinen Zeilen darstellen möchte, muss nicht unbedingt der Gedanken und Gefühle des Lesers entsprechen. Mit manchen Gedichten kann man sich sehr gut identifizieren und mit manchen gar nicht. Das macht das Genre für mich so interessant und aufregend.
Ich habe mich sehr auf das Buch gefreut, da ich so viel Gutes gehört habe und es selbst bei mir schon ewig auf meiner Wunschliste stand. Deshalb habe ich das Buch auch gleich an dem Tag angefangen, an dem es bei mir eingetroffen ist.
Ich lese Poesie Bücher nicht gerne in ein oder zwei Tagen, da ich mir mit den Büchern aus dem Genre immer gerne zeitlassen möchte. Denn wenn man ein Poesie Buch zu schnell durchliest, verliert es meiner Meinung nach öfter an Wirkung. Hier war es allerdings schwierig mir Zeit zu lassen, da mich die Worte der Autorin nicht nur einmal in ihren Bann gezogen haben. Schlussendlich habe ich das Buch auf zweimal gelesen, auch wenn ich nicht aufhören wollte ihre Zeilen zu lesen.
Einige Gedichte habe ich mir markiert und habe sie mir mittlerweile auch schon öfter durchgelesen. Andere Gedichte habe ich auch nach mehrmaligem lesen nicht verstanden, konnte nichts aus den Zeilen nehmen oder in sie interpretieren. Aber das ist okay, einem kann nicht jedes einzelne Gedicht gefallen.
Aber was mir noch sehr gefallen hat, waren die Themen, die in dem Buch aufgegriffen wurden. Darunter zum Beispiel das Thema Depressionen.
Zeichnungen in Poesie Bücher finde ich jedes Mal wirklich toll. Oft beschreibt eine einzige Zeichnung ein Gedicht so gut. Außerdem verleihen kleine Bildchen einem Buch immer etwas ganz Besonderes. So auch in „Heute haben wir gestern“, ich habe jede einzelne Zeichnung, egal ob groß oder klein, sehr gemocht.
Fazit:
Sollte Lu Apre weiter Poesiebücher schreiben und veröffentlichen, werde ich sie auf jeden Fall lesen. Ich wusste mit einigen Gedichten nicht, was mir die Autorin damit sagen wollte, da sie nicht immer so leicht verständlich für mich waren, aber vielleicht kommt das mit der Zeit. Aber einige Gedichte haben mich sehr zum Nachdenken angeregt und haben meine Gefühle sehr gut widergespiegelt.
„Heute haben wir gestern“ ist ein Poesiebuch, dass zum Nachdenken anregt und einen mit seinen Worten und Zeilen in den Bann nimmt.
"Heute haben wir gestern" von Lu Apre ist eins der längeren Poesiebücher, die ich besitze - und eins der schönsten. Ich lese Poesie eigentlich gerne in Häppchen, aber hier konnte (und wollte) ich gar nicht mehr aufhören.
In manche Texte wollte ich mich am liebsten reinlegen, so schön waren sie. Manche habe ich nicht ganz verstanden. Und das wird immer so sein bei Poesie. Manchmal denkt man sich so "was zur Hölle hat die sich da gedacht das ergibt keinen Sinn" - aber tut es eben doch. Und das liebe ich so. Dass ich manchmal zwei, drei Mal drüber lesen muss, um etwas zu verstehen. Und bei Lauras Worten tue ich das gerne.