Gegen Angst und Erfahrungen eines guten Lebens mit Demenz Immer mehr Menschen werden älter, immer mehr werden dement. Unsere auf geräuschloses Funktionieren optimierte Konsumgesellschaft aber steht hilflos vor denjenigen, die aus ihrer Mitte ver-rückt wurden. Die Last ihrer Versorgung tragen vor allem Angehörige und Pflegekräfte aus Osteuropa. Professor Thomas Klie plädiert in einem sehr aufwühlenden Buch dafür, dass wir Menschen mit Demenz als selbstverständlich dazugehörig begreifen und anerkennen, dass auch mit Demenz ein glückliches und zufriedenes Leben möglich ist – unter den richtigen Rahmenbedingungen. Gerade angesichts der durch die Corona-Pandemie verschärften gesellschaftlichen Verteilungskämpfe gilt für Die Leitkultur misst sich an der Behandlung des Themas Demenz.
Thomas Klie leitet in diesem Buch ein "Recht auf Demenz" her. Der Titel bedeutet nicht, dass wir ein Recht darauf haben, dement zu werden, sondern ein Recht haben, ein gutes Leben zu führen, sollten wir an einer Form der Demenz erkranken. Er zeigt dabei Missstände in der Pflege auf und verweist oft auf zusätzliche Probleme, die durch die Corona-Pandemie für Demenzkranke und ihre Angehörigen entstanden sind. Am interessantesten fand ich die acht Fallbeispiele von Menschen mit Demenz. Leider wiederholt sich Herr Klie häufiger und seinen 90minütigen Vortrag, im Anschluss dessen ich mir dieses Buch gekauft habe, fand ich insgesamt prägnanter.