Sehnsuchtsort, bedrohtes Ökosystem, Verkehrsweg, nasses Grab und Lebensgrundlage – die Geschichten in dieser Anthologie thematisieren die ambivalente Beziehung zwischen Mensch und Meer. Zahllose Legenden und Geschichten ranken sich um die älteste Landschaft der Welt. Seit jeher sind wir fasziniert vom unendlichen Blau, das unseren Blick sehnsüchtig zum Horizont lenkt. Urlaub am Meer – was gibt es Schöneres? Das Meer ist ebenso schön wie unberechenbar. Dies macht einen nicht geringen Teil seiner Anziehungskraft aus. Gigantische Wellen, steigende Meeresspiegel und verheerende Sturmfluten sind nur ein Bruchteil der Gewalten, mit denen es uns regelmäßig an seine Macht erinnert. Doch auch wir haben großen Einfluss auf unsere Ozeane: Überfischung, Übersäuerung, ganze Inseln aus Plastikmüll, Ölkatastrophen – die Liste ist lang. Von Geisterschiffen über verlassene Leuchttürme bis zu in der Tiefe lauernden Ungeheuern haben wir reichlich Seemannsgarn gesammelt und zu Papier gebracht, um damit einen kleinen Beitrag zum Erhalt unserer Ozeane und seiner Bewohner zu leisten. Deshalb fließt der gesamte Erlös in Form einer Spende an Schutzstation Wattenmeer.
3.5 stars. I've yet to find an anthology where contributions were explicitly created to a topic which is overwhelmingly interesting and appealing. This one wasn't it either.
Some stories were interesting, promising, creative and original. Some were not badly written, but also in no way remarkable or memorable. Very few were outright annoying or boring - but they were there. The poems were, to me, all of the second category.
What brought me to a hair's breadth of rating it 3 stars was the editing, though. Or rather: lack thereof. Proofreading is a thing you should do before allowing something to be printed and published. This makes a very unfavourable, unprofessional impression - especially if it isn't just once or twice, but a regular occurrence.
Wie das bei Kurzgeschichten-Sammelbändern so ist, manche Geschichten sind gut bis sehr gut, andere hingegen überhaupt nicht. In der Summe fand ich das Buch dann auch nur ok.
Da ich das "quasi-Vorgänger-Buch"Erntenacht gerne und mit grosser Begeisterung gelesen habe, war klar, dass auch das Nachtmeer bei mir einziehen musste.
Ich liebe dunkle Folklore, und wurde nicht enttäuscht - was man allein schon daran merkt, dass ich das Buch zu dreivierteln an einem Tag gelesen habe.
Verantwortlich dafür ist die unheimliche (haha, Wortspiel!) Bandbreite. Man bekommt das, was man sich unter maritimer Folklore vorstellt, und zwar alles - Sirenen, Meerjungfrauen, Seeungeheuer, Geisterschiffe, Piraten und raubeinige Seeleute - aber man wird auch immer wieder überrascht. So driften manche Geschichten Richtung SciFi oder Steampunk, man findet Queer Romance und so manche überraschende Wendung.
Zwar haben mich einige Geschichten nicht ganz abgeholt, und ein oder zwei habe ich schlichtweg nicht wirklich verstanden oder den tieferen Zugang nicht gefunden - aber das ist eigentlich bei jeder Anthologie so, und wahrscheinlich gefallen gerade diese Geschichten jemand anderem ganz ausgezeichnet. (Zudem enthält die Anthologie auch Gedichte, was sicher ebenfalls nicht jeder Lesende schätzt.)
Hervorheben möchte ich Atme die Dunkelheit von Elea Brandt und Der einsamste Ort der Welt von Nina C. Hasse, die bei mir mit ihrer unglaublichen Atmosphäre und spannenden Handlung voll ins Schwarze getroffen haben - vielleicht, weil beide Geschichten bekannte ungeklärte Vorkommnisse (die Ourang Medan und die Leuchtturmwärter von Eilean Mor), die schon faszinierend genug wären, mit einer unerwarten Auf- und Erklärung versehen, die die Geschichte in eine völlig unerwartete Richtung lenkt und zudem in einen gelungenen Genremix verwandelt (Mystery/Folklore plus ... - wird aus Spoilergründen nicht verraten).
Auch in Erinnerung bleiben wird mir Acht Glasen von Christian Künne (für die ungewöhnliche Idee, die klassisch-griechische Sage der Tötung des heiligen Hirsches in eine andere Zeitepoche zu übertragen) und Rote Segel von Karla Frida Sommer, das einen der grossen Klassiker (den "fliegenden Holländer") auf beklemmende Weise mit einem Schiff für straffällig gewordene Jugendliche zusammenbringt.
Ich möchte allen Beteiligten und vor allem den Autor*innen für dieses kurzeilige Lesevergrüngen danken und hoffe auf weitere Bände dieser Reihe. Mehr dunkle Folklore, bitte!
Ich war sehr gespannt auf diese Anthologie und bin nun leider ein wenig enttäuscht. Zu wenige Geschichten haben mich wirklich abgeholt. Der Großteil hat mich entweder thematisch nicht gepackt oder ich fand die grundsätzlich interessante Geschichte nicht spannend geschrieben. Hinzu kommt, dass sich das Material des Einbands, das ich schließlich beim Lesen dauerhaft berühre, sehr unangenehm anfühlt. Größtes Manko sind jedoch die zahlreichen Fehler in einigen Kurzgeschichten. Ich habe den Eindruck, dass bei manchen Geschichten das Korrektorat entweder gar nicht oder nur sehr oberflächlich stattfand. Anders kann ich mir nicht erklären, dass teilweise sogar die Namen der Protagonisten verschiedene Schreibweisen haben ... Weiter zahlreiche Zeilenumbrüche mitten im Satz, doppelte Leerzeichen, mal gibt es den grundsätzlich coolen Kraken-Absatz-Trenner, mal nicht ... So etwas darf einfach nicht passieren!
Aber es gab einige Geschichten in dieser Anthologie, die mich wirklich abgeholt haben. Insbesondere seien hier die Geschichten von Karla Frida Sommer, Elea Brandt, Thomas Williams, Benjamin Spang und Herausgeberin Nina C. Hasse genannt. Sehenswert sind auch die Zeichnungen, die immer sehr gut zu der nachfolgenden Geschichte passen.
Für die genannten Autor:innen tut es mir leid, dass es "nur" eine 3*-Bewertung ist, aber mehr gibt die Gesamtanthologie für mich leider nicht her. Schade.
Super interessante Anthologie, insbesondere weil das Thema sehr speziell ist. Es gab einige Geschichten, die mich richtig abgeholt haben, zB Stefan Barths "Die Liebe seines Lebens", aber leider auch einige, die ich nichtssagend fand. Diese Geschichten sind aber in der Unterzahl. Gut gefallen, haben mir auch die rahmenden Gedichte, die die Stimmung setzen.