Eine Geschichte von Müttern und Töchtern, Schuld und Vergebung und der Frage, wie wir zu den Menschen werden, die wir sind.Die Schatten der Vergangenheit reichen weit in der Familie Fux – von 1925, als zwei Brüder schon als kleine Jungen zu Soldaten erzogen werden und in den Dreißigerjahren entscheiden müssen, auf welcher Seite sie stehen, bis zum heutigen Tag. Ina, die Tochter des einen Bruders, entfremdet sich von ihrer Familie und ihrer Geschichte. Sie wird mit neunzehn schwanger und beschließt, ihre Tochter Floh trotz der fehlenden Unterstützung des Vaters alleine großzuziehen. Als junge Frau stellt Floh, angetrieben vom Zorn auf den unerreichbaren Vater, auf Staat und Gesellschaft, Recherchen über ihre Familie an. Was sie entdeckt und dass sie selbst schwanger wird, verändert alles. Die Geschichte droht sich zu wiederholen, doch Floh ist entschlossen, zusammen mit ihrem Großvater den Fluch des Gestern zu überwinden und nach dem zu suchen, was Familie trotz allem zusammenhält. Inspiriert von der wahren Familiengeschichte von Heike Duken.
In diesem Roman arbeitet die Autorin wohl über mehrere Generationen die Geschichte ihrer eigenen Familie auf. Ich mag ihren Schreibstil, fand auch gut, dass sie die Gedanken des jüngsten Familienmitgliedes Floh über Tagebucheinträge (im Stil von Briefen an ihren unbekannten Vater) eingebunden hat. Aber trotzdem blieb mir in diesem Buch vieles zu oberflächlich, einiges wurde kurz angerissen und dann wieder fallengelassen - das Buch war für die Menge an Geschichten, die erzählt werden sollten, und Figuren, die eingebunden werden sollten, einfach zu kurz.
Ich werde auf jeden Fall mehr von der Autorin lesen, um ein runderes Bild zu bekommen.
eigentlich würd ich lieber keinen stern vergeben die figuren sind platt und charaktere werden nur angerissen nicht mal gezeichnet - wäre das getan worden, hätte das buch 800 seiten die familiengeschichte aus verschiedenen perspektiven miterzählt kann nicht fesseln, hier waren dann die vorhandenen seiten zuviel
Das Cover finde ich unfassbar schön! Die Farben sind perfekt ausgewählt worden. Buchdeckel und Bucheinschlag harmonieren farblich ebenfalls sehr gut miteinander. Ein schönes Buch, das mein Bücherregal bereichert.
Inhalt und Schreibstil:
In diesem Buch arbeitet die Autorin ihre eigene Familiengeschichte auf. Es wurde aus verschiedenen Blickwinkeln einzelner Familienmitglieder geschrieben, was sich sehr gewinnbringend auswirkte. Dass sich der Schreibstil innerhalb der einzelnen Charaktere an die Figuren angepasst hat, empfand ich als sehr authentisch.
Über den Inhalt möchte ich nicht so viel verraten, denn man taucht sehr gut in dieses Buch ein und es ist spannend selbst herauszufinden, in welchem Verhältnis die Charaktere stehen, was sie erleben und inwiefern der eigene Lebensweg durchaus auch Konsequenzen für andere Familienmitglieder hat. Der Aufbau ist geschickt konstruiert und durch den fesselnden Schreibstil ist es manchmal schwer gewesen, das Buch aus der Hand zu legen.
Charaktere:
Die Charaktere sind facettenreich und gut ausgearbeitet. Über Jane hätte ich zu gern mehr erfahren. Pauls Figur mochte ich auch. Er ist sehr authentisch, hat eine furchtbare, erschreckende und traurige Vergangenheit. Dennoch ist er sehr reflektiert und hat sich mehrmals in seinem Leben verändert.
Negative Kritik:
Anfangs war Florianes Figur sehr süß und es war schon fast herzzerreißend, wie sie in ihr Tagebuch geschrieben hat. Der Schreibstil hat sich hier jedoch nicht an ihr jugendliches Alter angepasst, wie ich fand. Das störte mich. Ehrlich gesagt auch ihre Geschichte im jugendlichen Alter. Das war authentisch, mir aber auf Dauer zu ausführlich und zu nervig, nicht wirklich greifbar. Im Endeffekt machte ihr Lebensweg zwar Sinn und stellte eine wichtige Verbindung zu einem Familienmitglied (in moderner Weise) her, dennoch ziehe ich deswegen einen Stern ab.
Anhang:
Schön fand ich, dass Heike Duken uns an ihrer Geschichte, abseits ihres fiktiv/realistischen Romans, hat teilhaben lassen, indem sie einige Fotos ihrer Vorfahren gezeigt hat. Zudem hat sie ihre Beweggründe sowie ihre Familiengeschichte erläutert hat. Ein Interview über ihr Buch ist auch dabei.
Fazit:
Ich kann dieses Buch empfehlen. Es war spannend, wie unterschiedlich die Charaktere waren und doch wieder gleich. Eine Geschichte aus dem Leben!
Denn Familie sind wir trotzdem von Heike Duken ist ein generationenübergreifender Familienroman, der stark durch die deutsch-jüdische Geschichte geprägt ist. Erzählt wird zu verschiedenen Zeiten aus unterschiedlichen Perspektiven, vor allem die Thematik, wie sich so viele Deutsche beim Holocaust, beim Zweiten Weltkrieg und insbesondere auch beim Euthanasieprogramm beteiligen konnten, wird sehr einfühlsam aufgearbeitet.
Außerdem lernen wir wundervoll authentische Charaktere mit Ecken und Kanten und die jeweiligen Eigenheiten der verschiedenen Jahrzehnte besser kennen und lieben. Ein ganz besonderes Highlight war für mich, Floriane - anhand ihrer an ihren ihr nicht bekannten Vater gerichteten Briefe in ihrem Tagebuch - aufwachsen zu sehen.
Der Roman zeigt perfekt, dass jede Familie, jede Generation so ihre Probleme hat, dass man es immer anders, immer besser als seine Eltern machen möchte, wenn man dann jedoch ein gewisses Alter erreicht, vieles mit anderen Augen betrachten und reflektieren kann. Das Leben ist wohl einfach ein ewiger Lernprozess.
Sehr interessant fand ich auch das Nachwort der Autorin und das mit ihr geführte Interview. Es sollte viel mehr Bücher wie dieses geben, damit sich die Geschichte nie wieder so wiederholt. Man kann gar nicht laut genug gegen rechts aufbegehren!
Was ist das für ein Ende? Anfangs denkt man okay cool, da geht was, baut Spannung auf und man will wissen was passiert. Ab der Hälfte kippt es dann und man versteht nicht warum so viel Handlungsstränge abgebrochen, oder einfach nicht weiter erzählt werden. Das Ende ist dann auch sehr enttäuschend, weil einfach kein Bogen zu Ende gespannt wird. Es bleibt einfach zu oberflächlich, obwohl die Charaktere sehr interessant sind.
Für dieses Buch bin ich zu zart besaitet. Außerdem mag ich es nicht, wenn ich auch nach vielen Seiten nicht weiß, wer die Figuren sind, was sie so machen, wo sie herkommen usw. Man kann ja gern am Buchanfang in eine Situation reinspringen und dann auf den folgenden Seiten wenigstens umreißen, wo und wann und wer, aber das war mir hier zu wenig.
Die Autorin Heike Duken arbeitet in diesem Roman einen Teil ihrer Familiengeschichte auf und vermischt diese mit fiktiven Begebenheiten. Habt ihr euch schon mal mit der Frage auseinander gesetzt, welche Rolle/ Positionen eure Vorfahren während der NS-Zeit eingenommen haben?
Einiges möchte man mit Sicherheit nicht über die eigene Familiengeschichte wissen, dennoch hat Duken in ihrer Familie herum geforscht, was sie zu diesem Roman inspiriert hat. Im Zentrum steht die Geschichte der Familie Fux: sie beginnt mit zwei Brüdern im Jahr 1925, die bereits als kleine Jungen von der NS-Doktrin maßgeblich beeinflusst werden. Ebenso geht es um Ina Fux und ihre Tochter, die versuchen die Vergangenheit ihrer Eltern, Großeltern aufzuarbeiten bzw. zu verstehen.
Das Thema und vor allem die Frage nach der eigenen familiären NS-Geschichte fand ich sehr spannend, sodass ich mich sehr auf den Roman gefreut habe. Da mich der Roman der Autorin “Wenn dir das Leben eine Schildkröte schenkt” bereits emotional und sprachlich so begeistern konnten, waren meine Erwartungen dementsprechend hoch. Die Erzählungen rund um das Geschwisterpaar Gerd und Paul fand ich sehr spannend, da eindrucksvoll von ihrer Kindheit zwischen Ideologie, Gehorsam und Angst berichtet wurde. Dennoch fehlte es mir hier an Tiefe: ich hätte mir mehr Situationen gewünscht, mehr Informationen über die Arbeit des Onkels und vor allem eine größere Auseinandersetzung mit der eigenen Schuld. Ina und Floh lagen mir als Charaktere leider nicht. Auch hier gab es zu viele Leerstellen für mich, die man hätte gut füllen können. Die Konfrontation mit der eigenen Familiengeschichte ist mir zu kurz geraten. Dieser spannende Plot hätte definitiv mehr Seiten und Kapitel benötigt. Die Idee mit Flohs Tagebuch fand ich gut gewählt, jedoch ließ dies nicht wirklich immer ein Blick in ihr Inneres werfen bzw. war es mir teilweise zu lang.
📖 “Denn Familie sind wir trotzdem” ist eine Familiengeschichte, die sich biographisch und fiktiv mit der NS-Vergangenheit der Familie Heike Duken auseinandersetzt. Die Handlung hat viel Potential, welches leider zu kurz gekommen ist. [3/5]
„Denn Familie sind wir trotzdem“ hat mich sehr angesprochen, denn ich mag diese generationenübergreifenden Geschichten sehr gerne. Gerade der Klappentext hat viel versprochen und so bin ich mit Freude und Erwartungen an das Buch herangegangen. Leider konnte es mich dann letztendlich nicht so sehr begeistern wie erhofft.
Mehrere Handlungsstränge in verschiedenen Zeiten
Der Einstieg hat mir gut gefallen. Die Kapitel wechseln immer wieder zwischen den verschiedenen Handlungssträngen und somit zwischen den verschiedenen Zeiten. Der Strang von Ina gefiel mir zu Beginn deutlich besser. Aber im Verlauf kam ich dann mit allen gut klar. Durch dieses Hin und Her lerne ich als Leserin alle Charaktere schnell kennen und kann mir einen guten Überblick über die Lage verschaffen. Außerdem hält es mich am Ball, denn ich möchte ja von allen Handlungsteilen wissen, wie sie weiter verlaufen.
Auch werden zu Beginn eines neuen Kapitels die Jahreszahlen angegeben, sodass ich weiß, wie viel Zeit inzwischen vergangen ist und wie alt die jeweiligen Charaktere ungefähr sind. Das hilft mir immer sehr, da ich dann die Zusammenhänge besser und schneller ziehen kann. Abgesehen davon war es dann ein Leichtes, kurz zurückzublättern und schauen zu können, wie viele Jahre jetzt übersprungen wurden.
Toller Schreibstil
Der Schreibstil von Heike Duken gefällt mir sehr gut. Sie holt nicht zu weit aus, gibt aber genug Informationen, um der Handlung folgen und sich Bilder vorstellen zu können. Lange Ausschweifungen liegen mir persönlich eher nicht so. Außerdem konnte ich „Denn Familie sind wir trotzdem“ sehr gut durchlesen, ohne ins Stocken zu geraten. Anfangs hatte ich nämlich noch Bedenken, dass ich das Buch auf viele Tage aufteilen müsste. Das war letztendlich gar nicht der Fall.
Enttäuschung aufgrund der Handlung
Gerade weil es sich so gut lesen ließ, war ich dann aber am Ende enttäuscht. Denn was im Klappentext groß angekündigt wird, kommt viel zu kurz. Eine Familiengeschichte über drei Generationen in knapp 300 Seiten zu schildern, ist nicht gerade einfach. Heike Duken konnte dadurch nicht sehr in die Tiefe gehen, sondern musste eher an der Oberfläche bleiben bzw. die Szenen kurz halten und viele Jahre zwischendurch überspringen. An sich kein Problem, weil die Inhalte trotzdem rübergekommen sind.
Für mich war es aber deshalb enttäuschend, weil ich vom Klappentext ausgegangen bin. Dieser verrät im Endeffekt fast den ganzen Ablauf des Buches und spricht von Entdeckungen, die dazu führen, dass Charakterin Floh anders handeln möchte. In meinen Augen kamen diese Szenen aber viel zu kurz und ich hatte mir deutlich mehr darunter vorgestellt. Das hat mich dann nach Beenden des Buches sehr ernüchtert. Meine Empfehlung ist hier ganz deutlich, sich vor dem Lesen vom Klappentext zu distanzieren und die Geschichte selbst wirken zu lassen. Dann wird es runder.
Spannende Charaktere
Die Charaktere haben mir alle ganz gut gefallen. Jeder hatte seine Eigenarten und gerade die Kindheit von Floh fand ich spannend. Denn ich konnte genau sehen, wie sehr ihr Mutter Ina kämpfen musste, da sie nicht die nötigen Mittel hatte, die sie gebraucht hätte. Öfter habe ich mit Ina mitgelitten, weil sie eigentlich alles für ihr Kind wollte. Aber ihr waren die Hände gebunden.
Umso schöner war dadurch, dass später alle Generationen in der Handlung zusammenfinden und dadurch das Familienbande sichtbar wurde. Die Erzählungen aus der Vergangenheit haben klar gemacht, warum die jeweiligen Personen sich so entwickelt haben, sodass ich als Leserin das gut nachvollziehen konnte.
Fazit
Mit „Denn Familie sind wir trotzdem“ hat Heike Duken ein gutes Buch geschaffen, das sich gut lesen ließ. Die generationsübergreifenden Handlungsstränge haben sich gut miteinander verwoben. Allerdings bin ich nach dem Ende etwas enttäuscht, da ich durch die Ankündigungen des Klappentextes etwas mehr erwartet hätte. Einige Kapitel mehr hätten das Buch in meinen Augen mehr abgerundet und der Geschichte einen letzten Schliff gegeben.