Jump to ratings and reviews
Rate this book

Martin Heideggers »Schwarze Hefte«: Eine philosophisch-politische Debatte (suhrkamp taschenbuch wissenschaft)

Rate this book
Mit der Veröffentlichung von Martin Heideggers »Schwarzen Heften« hat sich die Debatte zur Verstrickung von Philosophie und Nationalsozialismus erneuert und verschärft. Offen antisemitische Äußerungen in diesen Denktagebüchern haben in der nichtakademischen Öffentlichkeit für Empörung gesorgt. Die entscheidende Frage ist jedoch, welche Veränderungen der Perspektive auf Heideggers Denken insgesamt sich dadurch ergeben und ob damit zugleich eine Neubewertung des Gesamtwerks eines der einflussreichsten Philosophen des 20. Jahrhunderts nötig ist. Die Beiträge in diesem Band erkunden Heideggers philosophische und politische Aussagen sowie seine Selbstinszenierung und seine Verwendung von Ideologemen seiner Zeit.

613 pages, Kindle Edition

Published September 11, 2016

1 person is currently reading
3 people want to read

About the author

Marion HEINZ

19 books1 follower

Ratings & Reviews

What do you think?
Rate this book

Friends & Following

Create a free account to discover what your friends think of this book!

Community Reviews

5 stars
1 (50%)
4 stars
1 (50%)
3 stars
0 (0%)
2 stars
0 (0%)
1 star
0 (0%)
Displaying 1 of 1 review
Profile Image for A YOGAM.
2,278 reviews9 followers
December 18, 2025
Der Sammelband

Das Buch Martin Heideggers „Schwarze Hefte“ versammelt kritische Beiträge namhafter Wissenschaftler, die sich mit den Auswirkungen von Heideggers Denktagebüchern auf die Bewertung seines Gesamtwerks auseinandersetzen. Die Veröffentlichung dieser Hefte hat die Debatte über Heideggers Verstrickung in den Nationalsozialismus durch offen antisemitische Äußerungen deutlich verschärft. Der Band untersucht, inwieweit diese politischen Ideologeme nicht nur biografische Randnotizen darstellen, sondern tief in der philosophischen Struktur seines Denkens, insbesondere der Seinsgeschichte und Metapolitik, verankert sind.
Zentrale philosophische Analysen
Rainer Marten eröffnet den Band mit einer Reflexion zur Einheit von Heideggers Denken und stellt die Frage, ob die frühen Werke von den späteren politischen Enthüllungen getrennt werden können. Marion Heinz und Emmanuel Faye analysieren den Übergang von Metaphysik zur Metapolitik, wobei Faye die Unterscheidung zwischen Kategorien und Existenzialien untersucht und Heinz die Verknüpfung von Seinsgeschichte und politischer Ideologie beleuchtet. Hassan Givsan interpretiert das Verhältnis von Seyn und Macht als Machenschaft und mythische Gewalt.
Kontextualisierung von Rassismus und Antisemitismus
Dieter Thomä fragt provokant: „Wie antisemitisch ist Heidegger?“ und reflektiert die aktuelle Debatte. Johannes Fritsche kontrastiert das „Jüdische“ mit dem „griechisch-deutschen Rechnen“, ein spezifisches Ideologem in Heideggers seinsgeschichtlicher Konstruktion. Susanne Lettow untersucht die Verarbeitung biologischer und pseudobiologischer Konzepte in Heideggers Philosophie.
Selbstinszenierung und Geltungsanspruch
Reinhard Mehring bewertet die Hefte als „politische Abteilung der Gesamtausgabe“ und untersucht ihren Geltungsanspruch im Werk Heideggers. Richard Wolin bietet eine weitergehende Vernunftkritik, während Anton M. Fischer abschließend fragt, ob die Hefte die „letzten Illusionen“ über Heidegger zerstören.
Der Band macht deutlich, dass die „Schwarzen Hefte“ eine Neubewertung Heideggers unumgänglich machen, da sie die untrennbare Verbindung zwischen seinem seinsgeschichtlichen Entwurf und einer völkisch-antisemitischen Metapolitik offenlegen.

Displaying 1 of 1 review

Can't find what you're looking for?

Get help and learn more about the design.