Muhammad Ali (1942 – 2016) gehörte zu den größten Sportlern aller Zeiten. Seine Eleganz und Beweglichkeit im Boxring, einzigartige Schlagkombinationen und – die Lust am provozierenden Auftritt. «Er wurde so berühmt, dass er auf seinen Reisen um die Welt aus dem Fenster des Flugzeugs blicken – auf Lagos und L.A., auf Paris und Madras – und sicher sein konnte, dass praktisch jeder dort wusste, wer er war.» (David Remnick) Wo immer er auftrat, beeindruckte er Menschen durch seine Haltung und sein Charisma – als Boxer und Entertainer, als politischer und gläubiger Mensch. Als er 2016 starb, verneigte sich die halbe Welt vor ihm.Das Bildmaterial der Printausgabe ist in diesem E-Book nicht enthalten.
Ich habe mich nie für den Boxsport interessiert, aber sogar mir ist der Name Muhammad Ali ein Begriff gewesen. Ich wusste das er ein schwarzer Boxer war, gläubiger Moslem, das sein Geburtsname nicht Muhammad Ali war, er den Kriegsdienst verweigert hat und dafür ein Berufsverbot kassiert hat. Ich denke das sind Fakten, die die meisten Menschen kennen, da Ali eine absolute Ikone der Popkultur geworden ist.
Aber der Mensch hinter der Ikone war mit unbekannt und hat durch das Buch mehr Konturen bekommen. Der Weg eines jungen Mannes aus dem Süden Amerikas zu Zeiten der Rassentrennung, der mit viel Talent und Ehrgeiz zum besten Boxer der Welt wurde. Mehrere Auszeichnungen, unter anderem Olympisches Gold, pflastern seinen Weg. Legendär durch seine große Klappe und sein einzigartiger Stil kämpft er sich nach ganz oben. Als er sich zum Islam und der Nation of Islam bekennt, sieht er sich vielen Hindernissen ausgesetzt zu denen er teilweise durch seine kompromislose Einstellung selber baut (er war u.a. Befürworter der Rassentrennung (zumindest in jungen Jahren, im Alter wurde er milder)). Jahrelang ungeschlagen im Ring, zwang ihn ein Gerichtsurteil zur Pause. Er hat sich auf sein Recht berufen, als religiösen Gründen nicht in den Vietnamkrieg zu ziehen. Dafür wurde er (rechtswidrig) von Gerichten verurteilt. Es wurden Titel und Lizenzen kassiert. Ein dreijähriges Berufsverbot folgt. Aber er kam wieder, immer wieder.
Wie er selber sagte, lehrte ihn erst seine Parkinson-Erkrankung Demut und halt ihn nach mehreren gescheiterten Ehen zu seinem ersten sicheren Hafen.
Das Buch lässt sich gut lesen, hatte für mich tatsächlich aber wenig neues zu erzählen gehabt. Hatte ich mir anders gewünscht. Aber sonst wirklich zu empfehlen.