„M = Ö x P²“: Macht ist die Fähigkeit zur Beeinflussung der Öffentlichkeit multipliziert mit einer klugen und vor allem nachhaltigen Personalpolitik. Auf diese ebenso einfache wie bestechende Formel bringt Gerd Langguth das Erfolgsrezept von Machtmenschen à la Kohl, Schröder und Merkel. Am Beispiel der drei letzten Kanzler der Bundesrepublik veranschaulicht der Bonner Politikwissenschaftler, die eigentliche Qualität von Macht – einer Kategorie, an der er per se überhaupt nichts auszusetzen hat. Zumal im politischen Bereich, wo sich nicht erst seit Machiavelli alles um Macht und ihren Erhalt dreht. Für problematischer hält es Langguth allerdings schon, wenn Politiker in ihrem unbedingten Willen zur Macht nicht zurückschrecken, über Leichen zu gehen. So wie es bei Helmut Kohl im Falle von Rainer Barzel und Wolfgang Schäuble war, bei Gerhard Schröder im Falle von Rudolf Scharping und Oskar Lafontaine sowie bei Angela Merkel, an deren Gürtel er die Skalps von Günter Krause, Lothar de Maizière und Helmut Kohl hängen sieht. Am härtesten geht Langguth, der selbst eine Zeitlang für die CDU im Bundestag saß, mit seinem einstigen Vorsitzenden Helmut Kohl ins Gericht, an dessen Art im Umgang mit der Macht er kein gutes Haar lässt. Trotz Kritik an seiner Großmannssucht vergleichweise gut kommt dagegen der SPD-Kanzler Gerhard Schröder weg. Nicht zuletzt der Mut zu unpopulären Entscheidungen scheint dem Autor Respekt abzufordern. Zumal es sich dabei gemeinhin um den sichersten Weg zum Machtverlust handelt, wie am instinktiv vorsichtigen Lavieren von Angela Merkel erkennbar ist. Analytisch sicherlich unspektakulär, ist das Buch von Gerd Langguth – über weite Strecken ein Neuaufguss seiner biographischen Werke über Helmut Kohl und Angela Merkel – ein durchaus unterhaltsames Lehrstück über den bundesdeutschen Politikbetrieb. Nicht mehr aber auch nicht weniger. – Arnold Abstreiter
Sat in the Bundestag in the late 1970s for the CDU. From 1981 to 1985, Langguth was director of the Bundeszentrale für politische Bildung in Bonn. Between 1986 and 1987 he represented Berlin as a civil servant at a federal level. From 1988 to 1993, he was head of the European Commission's representation in Germany, in Bonn. From 1993 to 1997, Gerd Langguth was acting chairman of the Konrad Adenauer Stiftung. From 2003 to 2004 he was active on the executive board of the Bürgerkonvent, a movement for political and economic reform.
Currently, Langguth teaches Political Science at the University of Bonn.