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House of Europe: Europäische Zeugnisse in der Deutschen Nationalbibliothek

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Anlässlich der deutschen EU-Ratspräsidentschaft gibt die Deutsche Nationalbibliothek diesen wunderbaren Bilderreigen heraus, der einen visuellen »Fischzug« durch mehr als 34 Millionen Medien präsentiert, die in ihren Magazinen in Leipzig und in Frankfurt am Main bewahrt werden. Mit dem Thema »Europa in Deutschland« verfolgt dieser Band jene zahllosen Spuren, die Europa im nationalen kulturellen Gedächtnis hinterlassen hat. Europa wird dabei nicht nur als geografischer Raum oder wirtschaftspolitische Konstellation verstanden, sondern vor allem als die Idee und Vision einer Wertegemeinschaft, die im gesellschaftlichen Diskurs heute mehr denn je auch als eine kulturpolitische Mission aufgefasst werden kann ganz im Sinne der etymologischen Bedeutung des Wortes »Europa« als die »Weit-Sichtige«. Von der geografischen Mitte Europas aus lädt der Bildband zu einer Reise entlang kurzer Essays ein, die überraschende Stimmen zu Europa zu Gehör bringen.

STEPHANIE JACOBS (*1963), promovierte Kunsthistorikerin, leitet seit 2007 das Deutsche Buch- und Schriftenmuseum der Deutschen Nationalbibliothek in Leipzig.

320 pages, Hardcover

Published July 29, 2020

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Profile Image for Frank Lang.
1,506 reviews15 followers
August 21, 2020
Der deutsche EU-Ratsvorsitz wird 183 Tage dauern. Getreu dem Motto pro Tag ein Bild wurden in diesem Buch eben so viele Bilder aus der Deutschen Nationalbibliothek zusammengestellt. Wer nun denkt, dass ein Buch mit dem Fokus auf Deutschland entstanden ist, der irrt und unterschätzt, wieviel Europa in der umfassenden Sammlung steckt.

Diese Zusammenstellung führt vor Augen, dass Europa nicht nur als geografischer Raum oder wirtschaftspolitische Macht verstanden werden kann (oder sollte), sondern als eine Idee, die gelebt wird. Was sehr gut durch zahlreiche Zitate unterstrichen wird, die lose in dem Buch verteilt wurden.

Die Zusammenstellung der Bilder, Fotos, Cover und sonstiger Dokumente, die sich im Nationalarchiv zu finden sind, ist sehr vielseitig geworden. Neben doppelseitigen Werken gibt es auch immer wieder konträre Darstellungen, die den Betrachter verweilen lassen und zum Nachdenken anregen.

Nach dem Bilderband kommen zum Ende einige (mehr oder weniger) bekannte Persönlichkeiten zu Wort und stellen ihr Bild von Europa vor (wobei natürlich wenig überraschend die Meinungen proeuropäisch ausfallen). Wie viele Bildbände dieser Art, sind die Texte sowohl in deutscher als auch englischer Sprache zu finden.

Ganz zum Schluss gibt es ein umfassendes Bild- und Quellenverzeichnis, damit der Leser sich gezielt auf die Suche nach dem ein oder anderen Werk machen kann, was meines Erachtens gar nicht mal so unwahrscheinlich sein dürfte. Und so habe auch ich mehrfach nachgeschaut, wo der ein oder andere Ursprung sein möge.

Fazit

In der heutigen Zeit kann man gar nicht oft genug den Menschen vor Augen führen, was Europa ist. Das sich dahinter nicht nur eine geographische Beschreibung versteckt, sondern ein Lebensstil, den es zu schützen gilt und der von nationalistischen Strömungen bedroht wird. Wer durch diesen Bildband blättert, wird sich von diesem Gedanken nicht freisprechen können.
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