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Der kretische Gast

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Kreta 1943: Der deutsche Archäologe Johann Martens soll im Auftrag der Wehrmacht die Kunstschätze der besetzten Insel katalogisieren. Der Einheimische Andreas wird zu seinem Fahrer und Führer, doch verbindet beide bald mehr. Die Lebensart der Kreter und noch mehr Andreas’ schöne Tochter Eleni schlagen Martens immer mehr in ihren Bann. Als die Deutschen eine Razzia planen, muss sich Johann entscheiden, wo er steht.

464 pages, Paperback

First published July 1, 2003

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About the author

Klaus Modick

69 books19 followers

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Community Reviews

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Displaying 1 - 10 of 10 reviews
Profile Image for Circlestones Books Blog.
1,146 reviews34 followers
May 31, 2018
„Und er wußte, daß in der Flüchtigkeit dieses Anblicks die Dauer beschlossen lag und vielleicht sogar ein Funken Ewigkeit.“ (Originalzitat Seite 406, Auflage 2005)

Inhalt
Lukas Hollbach, Student, kauft im März 1975 auf einem Flohmarkt von Kindern zwei gerahmte Fotografien. Die eine Fotografie, auf der zwei Männer zu sehen sind, kommt ihm bekannt vor. Das andere Foto zeigt eine Hafenansicht und auf der Rückseite entdeckt er eine Notiz in griechischer Sprache. Eine Studienkollegin erkennt den Hafen, Agia Galini auf Kreta, und zu Sommerbeginn fährt Lukas auf diese Insel, eine Reise die ihn in die Vergangenheit führt, ins Jahr 1943, als Kreta von den Deutschen und Engländern besetzt war.
Als Johann Martens, Archäologe, auf Grund seiner Sprachkenntnisse 1943 den Auftrag erhält, für die deutsche Wehrmacht die Kunstschätze der Insel Kreta zu katalogisieren, kann er nicht ablehnen. Als der deutsche Leutnant, dem er auf Kreta zugeteilt ist, feststellt „Katalogisieren kann man nur, was man zu Gesicht bekommt, wovor man nicht die Augen verschließt“ (Zitat Seite 36), ist Johann anfangs nicht bewusst, wie rasch dies für ihn Wirklichkeit wird. Er muss Entscheidungen treffen, die ihn in Lebensgefahr bringen. Der griechische Wort Xenos bedeutet sowohl „Fremder“, als auch „Gast“ und manchmal erfolgt der Übergang fließend.

Thema und Genre
Dieser Roman ist ein zeitgeschichtliches Epos und eine eindrucksvolle Schilderung der Insel Kreta. Es umfasst die beiden letzten Kriegsjahre, als Kreta von den Deutschen und von den Engländern besetzt war. Die stolzen Kreter wollten jedoch vor allem eines, Freiheit. Es geht hier um Entscheidungen, die in dieser gefährlichen, dunklen Zeit jeder für sich selbst treffen musste, wo zwischen Mut und Verrat, zwischen dem Ausführen der Befehle wie unter Zwang und der Befehlsverweigerung alles möglich war. Es geht aber auch um die heutige Generation der Kinder und wie sie mit der Vergangenheit der Familie umgehen.

Charaktere
Johann Martens ist Archäologe und versucht, sich als Deutscher möglichst neutral zu verhalten. Gewalt lehnt er ab, doch auf Kreta wird er mit einer Realität konfrontiert, wo er nicht mehr wegschauen kann. Durch den Einheimischen Andreas, der ihm von den Deutschen als Chauffeur und Übersetzer zugeteilt wurde, lernt er rasch, hinter die Kulissen zu blicken und beginnt zu verstehen, worum es wirklich geht. Ein mutiger, unangepasster Protagonist.
Lukas Hollbach wird im Zuge seiner Recherchen 1975 endgültig erwachsen und er entdeckt die Schönheit der Insel Kreta, die griechische Gastfreundschaft und taucht tief in die Ereignisse der Kriegsjahre ein, die auch ihn betreffen.
Der Autor geht realistisch, aber sensibel mit den Charakteren der besetzten Insel um, dadurch bleiben die handelnden Personen im Graubereich und es gibt keine gut – böse Stereotypen. Das macht diesen Roman so beeindruckend, unvorhersehbar und spannend. Natürlich kommen auch Frauen in der Geschichte vor, sowohl Johann, als auch Lukas verlieben sich, doch steht die Liebesgeschichte nicht im Vordergrund, sondern erklärt manche Entscheidungen der Hauptprotagonisten.

Handlung und Schreibstil
Die Erzählung ist zweisträngig. Die beiden zeitlich getrennten Ereignisketten 1943 und 1975 sind ineinander verschränkt. Ort der Handlung ist überwiegend die Insel Kreta. Jedes Kapitel trägt als Überschrift Ort und Jahr und ist in nummerierte Unterkapitel eingeteilt. Dadurch bleibt der Roman für den Leser übersichtlich. Die gesamte Geschichte ist sehr spannend erzählt.
Dieser Roman ist pures Lesevergnügen, sprachlich gekonnte Schilderungen wecken Sehnsucht nach Kreta, ohne jedoch bemüht metaphorisch zu sein.

Fazit
Dies ist das erste Buch, das ich von diesem Autor gelesen habe, aber es werden bald weitere folgen. Sprachgewandt zieht uns Klaus Modick von der ersten Zeile an in eine sehr spannende Handlung mit interessanten, vielschichtigen Charakteren. Dieser Roman ist ein Page-turner, der alle Erwartungen erfüllt.


Profile Image for Labyrinth.
336 reviews7 followers
July 6, 2023
Das Buch wird in zwei verschiedenen Erzählsträngen erzählt. Der eine spielt im Jahr 1943, als Kreta von den Deutschen besetzt ist. Der Archäologe Johann soll jedes mögliche Kunstwerk der Insel erfassen, um es für ein neugeplantes Museum in Linz zu erbeuten. Er nimmt diesen Auftrag an, weil es ihn vor der Front bewahrt, nicht aus Überzeugung zu den Nazis. Durch seine Grieschichkenntnisse lernt er die Insel und ihre Bewohner lieben und kämpft für sie und gegen die Deutschen.

Der zweite Strang erzählt von Lukas, der sich genauso in die Insel und ihre Bewohner verliebt.

Das Buch gibt einen guten Einblick in die Geschichte der Insel Kreta zur Zeit der Besetzung. Es ist gut geschrieben und bietet Unterhaltung, Spannung und auch manche dunkle Passagen. Erschreckend ist die Abstumpfung, die der Krieg in vielen Menschen auslöst. Sie handeln, weil eben Krieg ist, so wie sie in normalen Zeiten nie handeln würden. Jede Grausamkeit wird mit dem Krieg gerechtfertigt.
Profile Image for Martin.
100 reviews40 followers
October 26, 2020
Nichts ist je vergessen ...

Klaus Modicks Geschichten zu lesen ist immer eine gute Idee.
Profile Image for Astrid.
347 reviews18 followers
March 7, 2022
Ich finde es wirklich schwierig einen Review zu schreiben. Stellenweise wirklich schön geschrieben und das Thema ist wichtig und gut umgesetzt - außerdem habe ich beim Lesen wirklich Lust bekommen, mal in Kreta Urlaub zu machen. Aber stellenweise dann auch unglaubliche Längen, Wortverliebtheit. Die "Liebesgeschichte"... naja... darf man nicht so ernst nehmen. Die wirkt schon arg konstruiert.

Trotzdem bin ich froh, es gelesen zu haben. Vier Sterne bekommt es von mir, weil die Idee gut umgesetzt wurde. Aber ich bin mir nicht sicher, ob ich noch ein Buch von Klaus Modick lesen möchte.
Profile Image for Kathrin.
4 reviews1 follower
August 20, 2020
Ein sehr spannender Roman zwischen Freundschaft und Verrat, Schuld und Vergebung, Gastfreundschaft, Liebe und Familienbande mit schicksalshaften Begegnungen. Das alles in den Wirren des 2. Weltkrieges. Auch wenn die Geschichte sehr dramatisch ist und teilweise von den Gräueltaten des Krieges überschattet ist, fand ich es schön, in dem Buch über die Insel zu reisen, auf der ich selbst schon war, und zu sehen, wie Johann von den Kretern als Gast aufgenommen und langsam einer von ihnen wurde bzw. später auch Lukas.
This entire review has been hidden because of spoilers.
Profile Image for Holger.
19 reviews
November 7, 2019
Sehr fesselnd, zumal es auf tatsächlichen Begebenheiten beruht. Es hilft, Griechenland und die Griechen zu mögen, dann kann man vieles gut nachzuvollziehen in Bezug auf die griechische Seele. Und ein Interesse an der Zeit des 'Zweiten Weltkriegs' und ebenso an den 1970er Jahren ist auch nicht schlecht (in diesen beiden Zeiten spielt die Handlung, wenn man hier von 'spielen' sprechen darf).
Profile Image for Nadine.
29 reviews
August 3, 2023
Ein wundervolles Buch, gelesen während meines Sommerurlaubs auf Kreta. Modick fängt das Lebensgefühl und die Geschichte der Insel perfekt ein. Nur zu empfehlen! Sehr berührend und spannend. Die beiden Handlungsstränge werden sehr gut miteinander verwoben.
Profile Image for Jimmy Scheich.
50 reviews1 follower
January 30, 2023
Ganz dolle schön! Sehr spannend, historisch sicherlich sehr authentisch (soweit ich das beurteilen kann;), ich fand die zwei intelligent angelegten und sich im Laufe des Buches verknüpfenden Zeitstränge sehr toll. Die beiden Liebesgeschichten hätte man sein lassen können, aus meiner Sicht.
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